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erstes Nest für den Spatz

19 Apr

Dieses Ma(h)l kommt euch eine besondere Ehre zu, auch wenn es eigentlich ein ganz einfaches Rezept ist: wie man echt schwäbische Spätzle macht.

Die Beilage dazu ist nicht ganz der Tradition entsprechend, aber das süßlich herbe Gemüse schmeckt wie die Zeit, zu der die Zutaten am besten sind: eine Ahnung von frischem und zartem Frühjahrsgemüse, das sich aber immer noch neben herben Winteraromen behaupten muss.  Da verzeiht es auch die Schwäbin, wenn es mal keine dunkle Soße zu den Spätzle gibt.

~*~

Spätzle mit Pastinakengemüse

Zutaten:

Für die Spätzle:

  • 1             Stk         großes Ei
  • 80           g             Mehl (Weißmehl, ein wenig Vollkornmehl kann untergemischt werden)
  • 1             EL           Butter
  • großzügig            Salz
  • Etwas                    Muskatnuss, Mineralwasser
  •                 Optional              Schnittlauch und/oder Petersilie

Für das Pastinakengemüse:

  • 2             Stk         Pastinaken
  • 1             Stk         Zwiebel
  •                 etwas   Weißkohl
  • ½            Stange  Lauch
  • 1             TL           Koriander
  • 1             EL           Senf (grob)
  • 100         ml           Weißwein (alternativ etwas Weißweinessig oder Zitronensaft)
  • 200         ml           Sahne oder Sojacreme/ -milch
  •                 etwas   Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Kümmel

Zubereitung:

Gleich als erstes könnt ihr einen groooßen Topf mit Wasser aufsetzen, in den dann die Spätzle gedrückt oder geschabt werden (zum Drücken kann man auch eine Kartoffelpresse verwenden, zum Schaben ein kleines Holzbrett und einen Messerrücken).

Je nach Größe des Eis zuerst mit etwas weniger Mehl beginnen und mit dem Ei verrühren bis sich die gröbsten Klumpen gelöst haben. Der Teig sollte zunächst eine zähe Masse sein. Danach Muskatnuss hinein reiben und einen Schuss Mineralwasser zugeben. Optional können jetzt auch gehackte Petersilie oder Schnittlauch mit in den Teig gegeben werden.

Schwaben-Spar-Alarm: dank der folgenden Prozedur könnt ihr euch das Fitnessstudio sparen: mit einem Holzlöffel oder stabilen Plastikschaber den Teig so lange schlagen bis er große Blasen wirft und wirklich zäh am Löffel hängen bleibt. Die richtige Konsistenz muss man ins Gefühl bekommen und mit Mehl- oder Wasserzugabe herstellen. Fürs Schaben sollte der Teig sehr klebrig und fest sein, wenn ihr eine Presse verwendet sollte er noch ein wenig fließen.

Wie auch immer die Spätzle ins Wasser kommen: es sollte sprudelnd kochen, dann reicht es auch wenn die Spätzle nur einmal kurz aufwallen. Sofort abschöpfen und danach in kaltem Wasser abschrecken.

Für das Gemüse den Lauch halbieren und Sand auswaschen, ebenso wie Weißkohl und Zwiebel in Streifen schneiden. Wer nur den süßlichen Geschmack der Pastinake mag, schält sie, ansonsten gut abbürsten und in Scheiben schneiden.

Koriander, Muskatnuss, Pfeffer und Kümmel im Mörser grob zerstoßen.

Jetzt können zwei Pfannen parallel auf den Herd (wenn er groß genug ist): eine mit Butter nicht ganz so heiß werden lassen (sonst wird sie bitter), eine mit Öl auf höchste Stufe stellen. Die Spätzle wandern in die schäumende Butter, das Gemüse wird in Öl zuerst scharf angebraten und dann mit der Gewürzmischung durchgeschwenkt.

Wenn die Spätzle die erste Bräunung haben ordentlich Salz dazu geben, die Pfanne auf kleinere Hitze stellen und sich wieder dem Gemüse zuwenden: mit Weißwein beschwipsen, mit Sahne abfüllen und zur Krönung einen Löffel Senf drauf hauen. Auch hier das Salz nicht vergessen.

Damit ist eigentlich alles fertig und muss nur noch bis zur gewünschten Knusprigkeit zu Ende braten oder Sämigkeit einköcheln.

~*~

Keks

hoffentlich letzter Seelenwärmer

12 Apr

Ich wollte zwar aufhören über das Wetter zu motzen – weil es dadurch ja auch nicht besser wird – aber ganz ehrlich: eigentlich möchte ich nach Ostern nicht mehr triefnass und frierend nach Hause kommen… :(

Meinen Resten im Kühlschrank hat die Fröstelstimmung aber gut getan: ein deftiger, warmer Eintopf aus den noch gehorteten Wintergemüsen kam mir heute gerade recht.

Also: hoffentlich zum Abschluss der trüben Tage noch einmal etwas herbes, heißes, an Omas kuschelige Küche erinnerndes:

Wurzelgemüse-Eintopf

Zutaten:

  • ¼            Stk         kleinerer Knollensellerie
  • 3             Stk         Möhren
  • 1             Stk         Gemüsezwiebel
  • Sonstige Reste von Knollen oder Wurzeln: Kartoffeln, Rettich, Pastinake….
  • 100 – 250 ml       Weißwein
  • 1 – 1½   l               Gemüse- oder Hühnerbrühe
  • 1             Stk         Lorbeerblatt
  • etwas   Kümmel, Muskatnuss, Senfsaat, Pfeffer, Salz
  • Optional: Estragonsenf, oder auch ein guter scharfer Senf und frischer Estragon

Zubereitung:

Das Gemüse „küchenfertig“ machen – d.h. alles schälen, was eine ungenießbare Außenhaut besitzt und Strünke etc. entfernen. Alles einfach in grobe Stücke schneiden, wer es eilig hat mit dem Essen und ein scharfes Messer kann aber auch auf kleinere Würfel umsteigen.

Kümmel, etwas Muskatnuss, Senfsaat und Pfeffer mit etwas Salz im Mörser zermahlen.

Das Gemüse dem Härtegrad nach anschwitzen: Kartoffeln und Möhren müssen als erstes in den Topf, Pastinaken und Knollensellerie können später folgen, die Zwiebel verzeiht vieles und kann auch als letztes dazu.

Wichtig ist, dass trotzdem alles ein wenig Farbe abbekommt. Dann kann auch die Gewürzmischung zum Gemüse gegeben und mit angeschwenkt werden. Wenn der Geruch den Hunger so weit angeregt hat, dass Ungeduld aufkommt: mit Weißwein ablöschen und mit Brühe aufgießen.

Je nachdem, wie breiig oder suppig die gewünschte Konsistenz sein soll oder wie viele Reste sich noch gefunden haben kann die Menge an Flüssigkeit, die ihr braucht, natürlich stark variieren. Lorbeerblatt mit in den Topf geben und alles zusammen köcheln lassen.

Wer mag  – und sich die Mühe gemacht hat ein paar schöne Würfel zu schneiden – kann auch einen Teil des Gemüses aus der Brühe nehmen und später als Einlage verwenden. Ansonsten heißt es jetzt: systematische Folter – erst systematisch weichkochen und dann alles kurz und klein machen (Lorbeerblatt VOR dem Pürieren entfernen!!).

Zum Schluss dann mit Salz und (Estragon-) Senf abschmecken – den Estragonsenf kenne ich aus Belgien, es gibt ihn auch in Deutschland. Hört sich zuerst zu intensiv und speziell an, ist aber definitiv eine Anschaffung wert.

~*~

Dazu optimal: schönes krustiges Bauernbrot :)

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