Archive | April, 2012

Frittennest für Grünschnäbel

29 Apr

Nur mal so zur allgemeinen Info: ja, ich bin gefrustet, keinen Ofen zu haben   –.—

ABER ich sehe es auch als kreative Herausforderung – zumindest an guten Tagen 😛

Diese Woche war mal wieder so ein Tag. Mission: Pommes ohne Backofen oder Fritteuse, trotzdem würzig.

Dazu kamen dann auch noch Spinatreste aus dem Kühlrschrank und eine ungemeine Lust auf asiatische Schärfe.

Ergebnis:

 

Pseudo-Pommesfrittes mit Soja-Spinat

Zutaten:

Für die „Pommes“

  • 2             Stk         große festkochende Kartoffeln
  • 1             EL           Sesamöl
  • 1             EL           Teriyakisauce
  • 1             EL           Sojasauce
  • 1             TL           rote Currypaste
  • 1             TL           Paprikapulver
  • ½            TL           Kurkuma
  • Etwas                   Worcestersauce, Salz, Cayennepfeffer

Für den Spinat:

  • 150         g             frischer Spinat
  • 1             Stk         kleine rote Zwiebel
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 1             Schuss  Sojasauce, gegärter Reisessig oder dunkler Balsamico
  • 1             EL           Sesam
  • 2             EL           Sesamöl geröstet
  • Etwas                   Chili, Sal

Zubereitung:

Als aller erstes die Kartoffeln aufsetzen, damit das Wasser zumindest mal kocht bis der Rest fertig vorbereitet ist: Der Spinat möchte geputzt und gewaschen werden. Die Schwäbin spricht: auch grobe Stile braucht ihr nicht wegschmeißen, aber abtrennen und in kleine Stücke schneiden sollte man sie schon, sonst sind sie zu holzig und bitter.

Auch die Zwiebel muss zerkleinert werden. Den Knoblauch kann man hier auch zur Abwechslung mal in hauchdünne Scheiben schneiden, die Chili in feine Ringe.

Für die Pommes die gesamten Gewürze und –Saucen  in einem kleinen Schraubglas zusammen mit dem Sesamöl zu einer zähflüssigen Marinade gut durchschütteln. So langsam dürften die Kartoffeln dann auch am Kochen sein.

Währenddessen eine Pfanne aufstellen und darin zuerst den Sesam rösten, danach Sesamöl erhitzen. Darin dürfen als erstes die Knoblauchscheiben frittieren. Wenn sie hellbraun sind, schnell aus dem Öl fischen und anschließend Zwiebeln, Chili und Spinatstile darin anschwitzen. Wenn die Zwiebeln glasig sind, nach und nach Spinatblätter unterheben, bis alle zusammengefallen sind.

Jetzt mit Sojasauce und Essig ablöschen, beides schön einreduzieren und karamellisieren lassen, bis sich eine klebrig-glänzende Schicht über dem Spinat gebildet hat. Weil die Kartoffeln noch brauchen, in einem kleinen Topf verfrachten.

Die Knollen sollten jetzt gar sein und dürfen in Spalten, Rechtecke, Ringe… geschnitten werden. Dann mit der Marinade übergießen und wieder eine Pfanne richtig heiß werden lassen. Darin die Kartoffeln liebevoll von jeder Seite bräunen und abschließend kräftig salzen.

Der Spinat möchte noch kurz mit Salz abgeschmeckt werden, dann kann er zusammen mit den „Pommes“ (falls so geschnitten), dem gerösteten Sesam und dem frittierten Knoblauch angerichtet werden.

頂きます!

~*~

Keks

Gewürzfischen im Trüben

26 Apr

Wer sehnt sich nicht nach Sonne, Sand und Palmen… gibt es aber nicht nur am Meer 😉

Wir machen einen kleinen Ausflug in den Orient, lassen uns verführen von der Schönheit arabischer Nächte mit sternklarem Himmel… und stellen fest: heiße arabische Nächte?! Pustekuchen! In der Wüste wird es kalt – und deshalb gibt es etwas Wärmendes 🙂

~*~

Orientalische Linsen-Sojamilchsuppe

Zutaten:

  • 100         g             Linsen
  • 3             Stk         Möhren
  • ½            Stk         Lauch
  • ½            Stk         weißer Rettich
  • ½            Stk         Gemüsezwiebel
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 250         ml           Sojamilch
  • 50           ml           Reisessig
  • 3             EL           Sesamöl geröstet
  • 1             TL           Zucker
  • 3             Stk         Gewürznelken
  • 1 ½         TL           Kreuzkümmel
  • 1             TL           Senfsaat
  • 1             Kapsel  Kardamom
  • 5             Stk         Pfefferkörner
  • Etwas                   Muskat, Zimtrinde, Chili, Salz, frischer Koriander und Petersilie

Zubereitung:

Wie so oft geht es erst einmal los mit Schnibbeln: die Zwiebel und eine Möhre dürfen sich in kleine Würfel verwandeln, der Knoblauch in noch winzigere, der Rest kann als Gemüseeinlage ruhig ein bisschen gröber belassen werden.

Falls zwei entsprechende Herdplatten vorhanden sind können ein Topf und eine Pfanne parallel aufgesetzt werden: in den Topf kommt alles Kleine – zuerst Zwiebel, Knoblauch und Möhre anschwitzen. In die Pfanne wandern die Gemüse getrennt, die Möhren spielen Vorreiter.

Während die erste Fuhre brutzelt könnt ihr euch an den Mörser machen: alle Gewürze mit einem TL Salz rein und allen Frust an den unschuldigen Zutaten auslassen. Die Gewürzmischung könnt ihr TL-weise auf Pfanne und Topf verteilen, sodass sie insgesamt einmal komplett angeröstet wird.

In den Topf dürfen jetzt auch die Linsen, während in der Pfanne Lauch und Möhren Plätze tauschen. Danach die Linsen mit Sojamilch und etwas Wasser ablöschen und so lange auf kleiner Hitze köcheln lassen bis das Gemüse fertig ist.

Der Rettich möchte nämlich auf jeden Fall allein gebraten werden, weil er so wässrig ist und sich herrlich mit dem Zucker karamellisieren lässt. Wenn das geschehen ist auch die Platte unter der Pfanne runterdrehen und das Gemüse zusammenschmeißen. Mit dem Essig ablöschen und anschließend die  restliche Sojamilch dazugeben.

Je nachdem ob ihr wollt, dass die Linsen zerfallen oder nicht – was natürlich auch über die Wahl der Sorte entschieden werden kann – das Gemüse (an dem ja der Essig ist) gleich in den Topf geben oder erst getrennt mit Salz und eventuell Zucker abschmecken.

Wenn dann schließlich die Linsen weich und alles im Topf vereinigt ist braucht es nur noch eine Hand voll frischem Koriander – bil hana wish shifa‘!

~*~

Keks

Mediterrane Schweinereien

25 Apr

Mediterrane Schweinereien

Zutaten (für 4 Personen):

  • 1             Stk         Zucchini, mittel
  • 1             Stk         Zwiebel
  • 1             Stk         Aubergine, mittel
  • 1             Stk         Paprika, rot
  • 1             Stk         Paprika, gelb
  • 2             Stk         Knoblauchzehen
  • 2             Stk         getrocknete Tomaten
  • 300         g             Fleisch (zum Marinieren: Paprika, Oregano, Rosmarin, Pfeffer,  Knoblauch)
  • Rosmarin, Oregano, Chillischoten
  • 2             EL           Balsamico, dunkel
  • 500         g             passierte Tomaten
  • Frischer Basilikum

Zubereitung:

Fleisch am besten schon einige Stunden vor dem zubereiten marinieren (kein Salz dazugeben). Welches Fleisch man möchte, sollte nach Lust und Laune und Angebot beim Metzger entschieden werden. Es eignet sich am besten dafür:  Huhn, Rind, Schwein, Känguru, … worauf ihr Lust habt, aber am besten natürlich kräftige Fleischsorten (Kalb nicht unbedingt). Wer aufs Fleisch verzichten möchte: als guter Ersatz eignet sich auch Räuchertofu.

Das Gemüse in Streifen schneiden, Knoblauch, getrocknete Tomaten und Chilis fein hacken. Wer keine frischen Chilis da hat, kann auch gut auf getrocknete ausweichen, das sollte der Schärfe wenig ausmachen. Fleisch in etwa 3 cm lange und 1 cm hohe und breite Streifen schneiden.

Als erstes das Fleisch in der heißen Pfanne anbraten, dass es schön braun wird. Nach 2 bis 3 Minuten aus der Pfanne nehmen, bevor es  die Konsistenz einer trockenen und zähen Schuhsole bekommt.

Dann das Gemüse mit den Kräutern entweder einzeln anbraten, dass alles gleichmäßig angebraten wird, oder nach Garzeiten nach und nach dazugeben, also mit Zwiebel, Paprika, Aubergine anfangen und schließlich die Zucchini dazugeben (das Ergebnis ist sehr viel besser, wenn die Zutaten einzeln angebraten werden und gleichmäßig bräunen können)

Am Ende das Fleisch dazugeben und mit etwas Balsamico eine freie Fläche auf dem Pfannenboden ablöschen und abwarten, dass er leicht karamellisiert (also blubbert und ein wenig zähflüssig wird). Als Abschluss die passierten Tomaten, oder wenn es im Sommer dann leckere frische Tomaten gibt, die gewürfelten Tomaten dazugeben. Nur glaubt mir, es lohnt sich nicht im Winter oder Frühjahr, diese roten und aromalosen Wasserbomben zu verwenden, da schmecken die aus der Packung deutlich besser. 15 Minuten köcheln lassen.

Am Ende noch abschmecken mit etwas Salz, Pfeffer und frisch, in feine Streifen geschnittenen Basilikum dazugeben.

Röschti vom Tokyoter Imbissstand

23 Apr

Sich entscheiden kann soooo schwierig sein – und damit anstrengend und zeitraubend.

Dieses unangenehme Gefühl lässt sich aber auch ganz einfach umgehen: nicht zwischen den Optionen schwanken, sondern einfach alles auf einmal machen und sich überraschen lassen, was dann passiert…

Treffen sich ein Japaner und ein Schweizer an der Currywurstbude…

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Asiatisches Rösti in Currysauce

Zutaten:

Für das Rösti:

  • 1             Stk         Möhre
  • 1             Stk         Zwiebel
  • 1             Stk         Ei
  • 1             Stk         mittelgroße Kartoffel (festkochend)
  • 2             EL           Mehl
  • Optional auch   Weißkohl , Knollensellerie, eventuell auch Reste von anderem Wurzelgemüse
  • Je 1        TL           Kreuzkümmel, Senfsaat, Salz, Paprikapulver
  • etwas                   Muskatnuss
  • 1             EL           Sesamöl geröstet

Für die Currysauce:

  • 1             Dose     geschälte Tomaten
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 1             EL           Currypaste oder (selbstgemachtes) Currypulver
  • 3             EL           gegärter Reisessig – alternativ 1 EL dunkler Balsamico + 2 EL Reisessig
  • Etwas                    Chili, Worcestersauce, Salz, Sesamöl geröstet
  • Optional             frischer Koriander oder Zitronenmelisse

Zubereitung:

Die Zwiebel halbieren und die Hälften in 2 Patientengruppen einteilen (jaaaa meine lieben, das Semester hat angefangen ;)): eine in feine Streifen schneiden für das Rösti, die andere würfeln.

Als erstes könnt ihr die Sauce ansetzen: dazu noch Knoblauch hacken und zusammen mit den Zwiebeln und dem Curry in einem Topf anschwitzen. Die Tomaten aus der Dose fischen, grob hacken und auch kurz anschwenken. Wenn die Flüssigkeit fast weg ist auch den Essig dazu geben und ankaramellisieren lassen. Erst wenn er zumindest einmal Blasen geworfen hat mit den Tomatenflüssigkeit ablöschen. Hitze reduzieren und vor sich hin köcheln lassen.

Jetzt ist Zeit und Platz für die Röstiproduktion geschaffen:

Das Gemüse und die Kartoffel raspeln (Weißkohl oder anderes Gemüse, dass sich nicht reiben lässt wie die Zwiebel in feine Streifen schneiden). Kreuzkümmel, Muskatnuss und Senfsaat mit dem Salz im Mörser pulveriesieren und anschließend mit dem Paprikapulver mischen.

Das Ei mit dieser Gewürzmischung in einer Schale verquirlen und zum Gemüse geben. Je nach Kartoffelgröße noch ein bisschen Mehl dazu geben – bei mir waren 2 EL nötig, weil nur noch eine vereinsamte Winzknolle im Schrank lag.

Eine Pfanne mit Sesamöl aufstellen und richtig heiß werden lassen. Die Röstimasse hineingeben, flach drücken und Geduld walten lassen. Wer die nicht hat, kann während die erste Seite des Röstis bräunt die Sauce schon einmal abgeschmeckt werden: etwas Salz, Worcestersauce und Chili tun ihr auf jeden Fall gut.

Dann das Rösti möglichst im Ganzen wenden – wieder warten…. Diesmal als Übergangshandlung empfohlen: Zitronenmelisse oder Koriander zupfen und schneiden. Wenn das Rösti gar und knusprig auf dem Teller liegt die Käuter über den angerichteten Teller streuen oder unter die Sauce rühren.

頂きます!N Guten!

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Keks

照焼 – glänzend gebratenes Gemüse

23 Apr

Ein Blick in die allwöchentliche Lieferung an Biomüll-Verpackungsmaterial – auch Supermarktprospekt genannt – verrät spätestens: die Grillsaison hat so gut wie angefangen. Da sieht man dann Würste und Steaks und Koteletts auf den Kohlen liegen – Photoshop sei Dank nicht verkohlt, sondern regelmäßig knusprig braun…

Und was machen die Vegetarier?!

Und was machen die regenscheuen, balkonlosen, verfrorenen?!

Das, was ich auch getan habe, als mich die Lust auf gegrilltes bei miesem Wetter überkam: frei nach dem Motto Gemüse ist mein Fleisch kommt die Farbe nicht durch Feuer, sondern via Würzsauce an das „Grillgut“

 

Teriyaki vegetarisch

Zutaten:

  • ½     Stk   Aubergine
  • ½    Stk   Zucchini
  • 1     Stk   Restgemüse, sehr lecker aber: Knollensellerie, Paprika, Shiitake, Kürbis, Topinambur (vorher gekocht), Zwiebeln
  • 1    EL   Sesamöl geröstet
  • 1    EL   gute Teriyaki-Sauce, besser noch Paste
  • 1    EL    Sojasauce
  • 1   EL    Umeboshi ( alternativ Mirin oder Reisessig mit etwas Zucker und Salz)
  • 1    TL   Curry (am besten selbstgemacht wie  **hier**  beschrieben)
  • Etwas    Salz, Chili nach Geschmack und Curryschärfe
  • Optional     Sesam, frischer Koriander

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Zubereitung:

Das Gemüse in möglichst großflächige, aber dünne Scheiben schneiden. Eine Pfanne mit dem Sesamöl aufsetzen und am besten während dem Warten auf eine angemessene Hitze mit dem Vorbereiten der Würzsauce ablenken: Teriyaki- und Sojasauce mit Umeboshi oder Essigersatz, Chili und Curry verrühren. Je nachdem was für eine Teriyakizubereitung ihr verwendet kann die Mischung relativ zähflüssig sein – wer ein gleichmäßiges, optisch ansprechenderes Ergebnis haben möchte kann dann auch ein bisschen Wasser dazu geben.

Wichtig ist auf jeden Fall – gerade wenn ihr wie ich die Ehre mit einem Elektroherd habt, der älter ist als ihr – dass ihr euch Zeit lasst… Die Pfanne MUSS richtig heiß sein.

Dort landen die Gemüsescheiben einzeln – so verteilt, dass sie gemütlich bräunen können. Wenn eine Seite knusprig ist, Scheibe für Scheibe wenden, dabei eine dünne Schicht der Teriyaki-Mischung darauf verstreichen. Sobald das bei allen Scheiben passiert ist, kann die gleiche Prozedur mit der anderen Seite wiederholt werden, die Hitze sollte jetzt aber deutlich – auf etwa die Hälfte – reduziert werden.

Das war’s schon! Schnell alles aus der Pfanne und heiß auf den Tisch – ein paar letzte Salzkrümel kann das Gemüse je nach Sojasauce noch gebrauchen und es freut sich über ein bisschen Grün in Form von Koriander   😉

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Diesmal noch eine kleine Schlussbemerkung für alle Sprachinteressierte: Teriyaki  照焼 bedeutet so viel wie „glänzen, scheinen“ 照  und natürlich „braten“ 焼

In diesem Sinne sagt Keks: „頂きます“

erstes Nest für den Spatz

19 Apr

Dieses Ma(h)l kommt euch eine besondere Ehre zu, auch wenn es eigentlich ein ganz einfaches Rezept ist: wie man echt schwäbische Spätzle macht.

Die Beilage dazu ist nicht ganz der Tradition entsprechend, aber das süßlich herbe Gemüse schmeckt wie die Zeit, zu der die Zutaten am besten sind: eine Ahnung von frischem und zartem Frühjahrsgemüse, das sich aber immer noch neben herben Winteraromen behaupten muss.  Da verzeiht es auch die Schwäbin, wenn es mal keine dunkle Soße zu den Spätzle gibt.

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Spätzle mit Pastinakengemüse

Zutaten:

Für die Spätzle:

  • 1             Stk         großes Ei
  • 80           g             Mehl (Weißmehl, ein wenig Vollkornmehl kann untergemischt werden)
  • 1             EL           Butter
  • großzügig            Salz
  • Etwas                    Muskatnuss, Mineralwasser
  •                 Optional              Schnittlauch und/oder Petersilie

Für das Pastinakengemüse:

  • 2             Stk         Pastinaken
  • 1             Stk         Zwiebel
  •                 etwas   Weißkohl
  • ½            Stange  Lauch
  • 1             TL           Koriander
  • 1             EL           Senf (grob)
  • 100         ml           Weißwein (alternativ etwas Weißweinessig oder Zitronensaft)
  • 200         ml           Sahne oder Sojacreme/ -milch
  •                 etwas   Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Kümmel

Zubereitung:

Gleich als erstes könnt ihr einen groooßen Topf mit Wasser aufsetzen, in den dann die Spätzle gedrückt oder geschabt werden (zum Drücken kann man auch eine Kartoffelpresse verwenden, zum Schaben ein kleines Holzbrett und einen Messerrücken).

Je nach Größe des Eis zuerst mit etwas weniger Mehl beginnen und mit dem Ei verrühren bis sich die gröbsten Klumpen gelöst haben. Der Teig sollte zunächst eine zähe Masse sein. Danach Muskatnuss hinein reiben und einen Schuss Mineralwasser zugeben. Optional können jetzt auch gehackte Petersilie oder Schnittlauch mit in den Teig gegeben werden.

Schwaben-Spar-Alarm: dank der folgenden Prozedur könnt ihr euch das Fitnessstudio sparen: mit einem Holzlöffel oder stabilen Plastikschaber den Teig so lange schlagen bis er große Blasen wirft und wirklich zäh am Löffel hängen bleibt. Die richtige Konsistenz muss man ins Gefühl bekommen und mit Mehl- oder Wasserzugabe herstellen. Fürs Schaben sollte der Teig sehr klebrig und fest sein, wenn ihr eine Presse verwendet sollte er noch ein wenig fließen.

Wie auch immer die Spätzle ins Wasser kommen: es sollte sprudelnd kochen, dann reicht es auch wenn die Spätzle nur einmal kurz aufwallen. Sofort abschöpfen und danach in kaltem Wasser abschrecken.

Für das Gemüse den Lauch halbieren und Sand auswaschen, ebenso wie Weißkohl und Zwiebel in Streifen schneiden. Wer nur den süßlichen Geschmack der Pastinake mag, schält sie, ansonsten gut abbürsten und in Scheiben schneiden.

Koriander, Muskatnuss, Pfeffer und Kümmel im Mörser grob zerstoßen.

Jetzt können zwei Pfannen parallel auf den Herd (wenn er groß genug ist): eine mit Butter nicht ganz so heiß werden lassen (sonst wird sie bitter), eine mit Öl auf höchste Stufe stellen. Die Spätzle wandern in die schäumende Butter, das Gemüse wird in Öl zuerst scharf angebraten und dann mit der Gewürzmischung durchgeschwenkt.

Wenn die Spätzle die erste Bräunung haben ordentlich Salz dazu geben, die Pfanne auf kleinere Hitze stellen und sich wieder dem Gemüse zuwenden: mit Weißwein beschwipsen, mit Sahne abfüllen und zur Krönung einen Löffel Senf drauf hauen. Auch hier das Salz nicht vergessen.

Damit ist eigentlich alles fertig und muss nur noch bis zur gewünschten Knusprigkeit zu Ende braten oder Sämigkeit einköcheln.

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Keks

weich gedünstete Japaner

18 Apr

In die wie vielte Runde gehen wir jetzt eigentlich mit den Rettich-Rezepten?

Man weiß es nicht… Fakt ist aber auch: so ein weißer Rettich ist groß, schwer und möchte nicht ewig im angeschnittenen Zustand im Kühlschrank liegen. Wahrscheinlich ist das auch der Grund dafür, dass der geneigte Japaner 1001 Arten kennt, ihn zuzubereiten.

Weil ich aber grundsätzlich zu faul bin, ein Rezept nachzuschlagen, zu knauserig um es auszudrucken und es mir zu umständlich ist, ständig zwischen Laptop und Küche hin und her zu tingeln, hier meine ganz eigene Variante der beliebtesten japanischen Zubereitung:

Rettich weich gedünstet in einer würzigen Sojasauce

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Gedünsteter Rettich

Zutaten:

  • 1             Stk         weißer oder schwarzer Rettich
  • 1             Stk         Zwiebel
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 1             EL           gehackter Ingwer
  • 1             EL           Currypaste (vorzugsweise grüne)
  • 1             EL           Sesamöl, geröstetes
  • 2             TL           schwarzer Kümmel
  • 1             TL           Teriyakisauce
  • 25-50     ml           Sojasacue (dunkle)
  • 25           ml           Reisessig
  •                 etwas   Chilli, Salz, Mirin, frischer Koriander

Zubereitung:

Den schwarzen Rettich auf jeden Fall, den weißen bei Bedarf schälen, halbieren oder Vierteln und in dünne Scheiben schneiden. Die Zwiebel in Streifen schneiden, den Knoblauch und den Ingwer hacken.

Eine Pfanne mit dem Sesamöl erhitzen: Darin den Rettich mit der Currypaste anbraten. Wenn sich die Paste gut verteilt hat und der Rettich Farbe genommen hat dürfen auch Zwiebel, Knoblauch und Ingwer in der gleichen Pfanne mit schwitzen. Solange die Zwiebeln weich werden den Kümmel im Mörser zerstoßen und anschließend dazu geben. Einen eleganten Schwenk aus dem Handgelenk wagen und dann die Hitze reduzieren.

Eigentlich war das schon die meiste Arbeit: jetzt dürfen zuerst die Teriyakisauce und danach die Sojasauce nach dem dazugeben karamellisieren, bevor mit Reis- und Mirinessig abgelöscht wird. Bei Bedarf sollte Wasser nachgelegt werden: der Rettich sollte einmal knapp mit Flüssigkeit bedeckt sein.

So darf er dann auf kleiner Flamme köcheln bis die Flüssigkeit fast ganz verdampft ist und die Scheiben schön weich, aber noch nicht zerfallen sind.

Zum Abschmecken erst salzen, dann mit Chilli mangelnde Ingwer-Schärfe ausgleichen.

Den Rettich kann man dann einfach so mit frischem Koriander bestreut als Vorspeise oder Beilage warm oder kalt verwenden, aber auch als Einlage für Ramen – also asiatische Nudelsuppe mit allem drin, was sich noch so im Kühlschrank findet – eignet sich das Gemüse wunderbar.

Reste halten sich prima im Kühlschrank und für den späteren Verzehr dann direkt als eine Art Salat.

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Keks

Risotto Rustico

17 Apr

Risotto Rustico

Zutaten:

  • 100         g             Risotto-Reis
  • 1             Stk         Zwiebel
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 50           g             Knollen- oder Staudensellerie
  • 100         g             Weißkohl
  • 2             Stk         Lorbeerblätter
  • 1-2         Stk         getrocknete Tomate
  • 1-2         Stk         Anchovis
  • 1             EL           Olivenöl + etwas von dem Öl, in dem die Anschovis eingelegt sind
  • 50           ml           Weißwein
  • 250         ml           Gemüsebrühe
  •                 etwas   Rosmarin, Basilikum, Salz, Pfeffer, Wacholder
  • optional               Milch oder Sahne, Butter, Parmesan oder noch besser Peccorino

Zubereitung:

Zwiebel , Knollensellerie und Knoblauch schälen. Zwiebeln und Sellerie in Würfel,  Weißkohl in grobe Quadrate schneiden.  Den Knoblauch und die getrocknete Tomate fein, die Anchovis grob hacken. Vom frischen Basilikum die Stiele ebenfalls kleinhacken.

In einer Pfanne Oliven- und Anchovi-Öl erhitzen. Der Weißkohl kann quasi gleich darin anfangen zu brutzeln, als Indikator dafür, wann die Pfanne dann wirklich heiß ist. Dann den Kohl an den Pfannenrand schieben und in der Mitte Zwiebel, Knoblauch, Basilikumstiele und Sellerie anschwitzen. Wenn diese glasig sind auch den Reis ca. 1 Minute anrösten.

Das Ganze dann mit Weißwein ablöschen und – auch wenn es schade drum ist – den Alkohol auskochen lassen. Anschließend mit Gemüsebrühe aufgießen, Lorbeerblätter, Wachholder und Rosmarin dazugeben. Dass man ständig im Risotto zu rühren und es zu überwachen hat ist übrigens ein Gerücht: aber gerade hier macht es Spaß, weil der Lorbeer so herrlich vor sich hin duftet.

Prinzipiell aber kann das Risotto jetzt unbeaufsichtigt gar köcheln. Wenn es so weit ist – also nur noch ein ganz kleiner weißer Kern in den Körnern zu erkennen ist – kann mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt werden und all das hinzugegeben, worum sich die Köche dieser Welt streiten: Sahne oder Milch, Butter, Parmesan…. Ich überlasse es euch und eurem Kühlschrankinhalt, was ihr dazugeben wollt. Für diese eher rustikale Zubereitung empfehle ich aber einen schlichten EL Butter und ein wenig Peccorino.

Zum Anrichten dann die Basilikumblätter im Ganzen oder grob gezupft unterheben

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Keks

noch ein Klassiker: Krautsalat

17 Apr Kekskonervierung

Diesmal ein echter Appetitanreger: Wer Krautsalat machen will, dem wird der Mund nicht nur vom Kümmelduft wässrig, sondern der darf auch Hunger bekommen vom Schneiden, Mörsern und Kneten.

Dafür hat man dann aber auch lange etwas von seinen Anstrengungen: der Salat konserviert sich quasi von selbst und sollte sogar vor dem Essen noch ein Weilchen stehen und ziehen dürfen.

Ideal also als Beschäftigungstherapie für kochwütige, die sich noch nicht ganz entscheiden können, was sie wirklich kochen wollen 😉

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Weißkrautsalat

 

Zutaten:

  • ½            Kopf      Weißkohl
  • 2             TL           Kümmel
  • 2             EL           saurer, heller Essig (Weißwein- oder Reisessig)
  • 1             TL           Zucker
  • 1             EL           Salz

Zubereitung:

Den Weißkohl mit einem möglichst großen, möglichst scharfen Messer halbieren. Jetzt eine Strategie zurechtlegen, wie man am besten die dünnsten Streifen daraus schneiden kann. Ich halbiere dazu die Hälfte noch einmal mit dem Messer und teile die beiden Viertel per Hand nochmal in einen äußeren und einen inneren Teil.

so fein sollten die Streifen in etwa sein - feiner ist natürlich immer besser, aber das bekommt wohl nur Vogel hin XD

Was ihr jetzt an Schneidearbeit investiert, braucht ihr nachher nicht wegkneten: je dünner die Streifen, die ihr schneidet, desto besser. Wenn das geschafft ist, dürft ihr zur Abwechslung eine andere Muskelgruppe beanspruchen und den Kümmel mit einem Teil Salz im Mörser zermahlen.

Zusammen mit dem Zucker und dem restlichen Salz den Kümmel  zum Weißkohl in eine große Schüssel geben. Das Kneten erledigt sich am besten in der sauberen Spüle – da kann das Kraut dann durch die Gegend fliegen wie es will und weil die ein bisschen tiefer liegt könnt ihr euch so richtig mit dem ganzen Körpergewicht auf das störrische Kraut stürzen.

Wenn die Kohlstreifen in ihrer Struktur dann endlich gebrochen sind, den Essig dazu geben und ein erstes Mal abschmecken: meistens muss noch nachgesalzen oder gezuckert werden – mit mehr Essig ist auch mehr Vorsicht geboten:  beim Durchziehen entwickelt der Krautsalat nochmal ein bisschen eigene Säure.

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Keks

Klassisch: Semmelknödel

17 Apr

Am Wochenende hab ich mal wieder einen Blick in meine Brot-Sammeltüte geworfen und gemerkt: Da möchte mal trockenes Brot verarbeitet werden. Heute bin ich an einer überquellenden Biotonne vorbeigelaufen und ganz oben: Eine Tüte, voll mit altem Brot. Damit stand mein Entschluss fest: Heute gibts Semmelknödel (Ich kann euch beruhigen, das Brot aus der Biotonne ist geblieben wo es war 😉 )

Aber bei euch sammelt sich sicher auch mal etwas altes Brot an (gerade wenn jetzt mehr gekocht wird) und wegwerfen ist sehr schade, weil sonst muss für diese Rezept extra Knödelbrot gekauft werden – unpraktisch, oder?

Gleich als Vorwarnung: Macht dieses Rezept am besten, wenn danach eingeplant ist die Küche zu saugen – es wird ein wenig krümelig.

Semmelknödel

Zutaten (für 15 Knödel):

  • 350         g             altes, trockenes Brot / Brötchen / Brezeln
  • 1             Stk         mittelgroße Zwiebel
  • 30           g             Butter
  • 300         ml           Milch
  • 3             Stk         Eier (Größe L)
  • 6             EL           Petersilie und Schnittlauch
  • Muskatnuß, Pfeffer, Salz
  • 2            EL          Mehl

 

Zubereitung:

Das Brot in Würfel schneiden, in eine Schüssel geben. Die Zwiebel in feine Würfel schneiden, die Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln anschwitzen. Am besten, wenn man frische Petersiele nimmt, die Stiele klein schneiden und mit den Zwiebeln anschwitzen.

Petersiele und Schnittlauch kleine schneiden, zu den Brotwürfeln geben. Die angeschwitzten Zwiebeln ebenfalls zu den Brotwürfen geben. Bei der Milch gilt: Menge hängt von dem Trockungsgrad des Brotes ab. Die Milch erhitzen, Muskat hineinreiben, ein wenig Salz dazugeben und über die Brotwürfel gießen, einmal durchmischen. Wenn das Brot etwas durchgeweicht ist, die Eier dazugeben und abschließend das Mehl. Nochmal 15 Minuten durchziehen lassen.

Einen flachen Topf mit ausreichend Wasser aufsetzen (die Knödel sollten schwimmen können), wenn das Wasser kocht Salz dazugeben und mit nassen Händen Knödel abdrehen – ist ähnlich wie einen Schneeball zu Formen, nur nicht zu fest drücken. Das Wasser sollte nicht kochen, sondern leicht sieden – also kurz vorm Kochen sein – und so auch die Zeit über bleiben, so lang die Knödel im Wasser sind. GANZ WICHTIG: Macht erst mal einen Probeknödel, falls der zerfällt, noch mal etwas Mehl dazugeben. Dann erst die Knödel ins Wasser geben. Schwimmen lassen und erst mal  20-30 min sieden lassen. Zwischenzeitlich auch mal die Knödel schubsen, dass alles Seiten im Wasser waren. Am Ende wieder einen Knödel rausnehmen und aufschneiden – er sollte innen nicht mehr matschig sein.

Die Knödel könnnen gut im Kühlschrank 3-4 Tage liegen, alternativ: Einfrieren geht super damit!