Apothekenspaziergang: japanischer Wald

13 Okt

Ganz ehrlich: meine Einkaufstour in Chinatown hat mich dazu inspiriert nicht nur dort, sondern in jedem kleinen Lebensmittelmarkt in meiner Umgebung einfach mal wahllos ins Regal zu greifen und das, was da in meiner Hand gelandet ist zu verkochen.

Dabei durfte ich mit Freude feststellen, dass die getrockneten schwarzen Pilze sich nach explosionsartiger Vermehrung durch Einweichen als Mu-Err Pilze entpuppen. Bei anderem musste ich dann doch nachschlagen – zugegebenermassen nachdem sowieso schon alles gegessen war.

Umso schöner also abends von Wikipedia zu erfahren, dass man sich quasi intuitiv gegen jedwede herannahende Grippewelle vollkommen immunisiert hat.

Hier auch für euch mein Rezept für einen medizinisch wirksamen Waldspaziergang im Suppentopf:

Chinesisch-japanischer Pilzeintopf

Zutaten

  • 1 kleine Hand voll getrockneter Mu-Err (black fungus)
  • 1 Büschel Enoki (kleine, japanische Waldgeister)
  • ½ Aubergine (optional, war aber übrig)
  • 4 schlanke Frühlingszwiebeln
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 EL gehackter Ingwer
  • 2 cm Konbu Alge
  • 1 großzügiger Schuss Sojasause
  • 2-3 TL Onomisauce (oder Oystersauce)
  • Wasser und Stärke nach Belieben
  • Sesamöl zum Braten

Zubereitung:

Leider muss man sich für dieses Gericht schon am Vortag entscheiden – die getrockneten Mu-Err müssen 24 Stunden einweichen. Der Vorteil daran: fast 24 Stunden Vorfreude auf ein gutes Essen. Für die Einweichprozedur ist nebenbei erwähnt ein inflationär großes Behältnis zu wählen – ich würde den Vergrößerungsfaktor so auf 10 schätzen.

Dafür geht es dann aber am Mittag oder Abend (bitte, ich möchte von niemandem hören, dass er/sie schon am frühen Morgen etwas so salziges essen kann) richtig schnell: Sobald Gemüse, Knoblauch und Konbu geschnitten sind und die Enoki von ihrem dichten Wurzelwerk befreit, kann ein Topf mit Sesamöl erhitzt werden.

Mu-Err und Enoki in mundgerechte Stücke rupfen und zusammen mit dem hellen Teil der Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Ingwer anschwitzen. Zusätzliche Einlagen davor oder separat anbraten und erst dazugeben, wenn die Pilze Farbe genommen haben. Dann mit den Würzsaucen ablöschen und ein reduzieren lassen.

Wer den Eintopf sämiger möchte, rührt ein bisschen Stärke an, wer mehr Pilz und weniger Suppe möchte kann auch einfach nur mit Wasser ablöschen. Jetzt noch die Konbu Alge gute 10 Minuten im Sud köcheln lassen – das war’s.

Keks

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2 Antworten to “Apothekenspaziergang: japanischer Wald”

  1. vogelkeks 13. Oktober 2012 um 10:43 #

    „bitte, ich möchte von niemandem hören, dass er/sie schon am frühen Morgen etwas so salziges essen kann“
    I’m sorry, aber es geht 😉 Frühstück nach Landung in Hong Kong: „Sauer-scharfe Nudelsuppe“ – just to tease you 😉

    • keksvogel 14. Oktober 2012 um 07:07 #

      … wer weiss, auf was ich Lust bekomme, wenn ich wieder aus Vancouver lande 😛

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