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Paradiesische Ofenhoelle III

27 Okt

Kapitel 3 der Chronik einer Liebesgeschichte zwischen Keks und Ofen: ‚Begegnung mit einem Fremden‘.

Was macht man, wenn im Gemuesebeet des ‚eigenen‘ Gartens ein Kraut vor sich hin wuchert und die Salatsproesslinge zu erdruecken droht, von dem man nur erzaehlt bekommen hat, dass es essbar sei, von dem man aber ansonsten nicht einmal wusste, dass es existiert?

Richtig, man durchforste das Internet nach Seiten wie diesen hier und staune was es nicht alles gibt. So scheint in Nordamerika Folgendes wohl ein recht gaengiger Snack zu sein:

Kale Chips

Zutaten:

  • 1 Bueschel Gruenkohl… sagt zumindest das Woerterbuch im Verbund mit Wikipedia wenn ich nach ‚kale‘ suche, allerdings sieht das Kraut, wie es hier als ‚kale‘ verkauft wird, doch ziemlich anders aus, als das, was man in Deutschland als Gruenkohl bekommt
  • 2-3 EL Olivenoel, am besten schon mit eingelegten Pepperoni geschaerft
    • Alternativ: 1 TL Chiliflocken dazu
  • 2 EL grobes Salz

Zubereitung:

Nach Ueberwindung aller Zweifel an der Identitaet des Blattwerks und der grundsaetzlichen Geniessbarkeit trenne man den harten Stiel vom restlichen Gruen.

Nur die Blaetter werden naemlich grob zerrupft zu Chips verarbeitet, den Strunk verarbeite ich in einer Gemuesepfanne oder einem Eintopf.

Einfach auf Backblech, Backpapier oder Alufolie verteilen, mit Oel und Salz vermischen und in den 180°C warmen Ofen schieben. Das einzig potentiell schwierige an dem Ganzen: Kohlblaetter brennen schneller an als Kartoffelscheiben! Mehr als 5 Minuten brauchen sie nicht, um knusprig zu werden. Also am besten gleich am warmen Ofen stehen bleiben, nebenher etwas anderes Kochen und ein offenes Naeschen fuer die Geruchsentwicklung auf Kniehoehe haben.

Wer haette gedacht, dass eine gesunde Kartoffelchips-Alternative ausgerechnet in der amerikanischen Kueche beheimatet ist?

Mir bleibt hier nur noch: Happy snacking!

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Eintopf am Strand

23 Okt

Wer traeumt an einem regnerischen Wochenende, den ersten kalten Herbsttagen, nicht davon in der Karibik am Strand zu liegen? Es ist zwar absolut kontraproduktiv, Kontrasteffekt sei Dank, aber verhindern kann man es trotzdem nicht.

Gleichzeitig mit dem Fernweh aber ueberkommt mich dann auch immer gleich das Beduerfnis nach richtigem Seelenfutter: deftiger, warmer Eintopf, der von Innen heraus waermt und einfach nur papp satt macht.

Diesen Sonntag durfte ich lernen, dass beide Sehnsuechte ganz leicht auf einmal zu befriedigen sind: tatsaechlich kocht man in der dominikanischen Republik mit Nichten sommerlich-leichte Gerichte, sondern mischt bevorzugt deftiges Knollen- und Wurzelgemuese mit einer Menge Fleisch.

Hier das Rezept fuer den etwas anderen Karibiktrip, der mich ein Stueck von meiner Bananen-Phobie kuriert hat:

 

Sancocho (dominicano)

Zutaten:

  • 2 Kochbananen
  • ½ – 1 Maniok (je nach Groesse)
  • ½ kleinerer Kuerbis (weichfleischig)
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Spitzpaprika
  • 250g Siedfleisch, z.B. Schulter vom Rind
  • Frischer Koriander
  • 2-3 Zehen Knoblauch
  • Bruehe (am besten selbstgemacht)
  • Etwas Salz, Zucker, Olivenoel
  • Optional auch: Suesskartoffel (yam), weitere Fleischstuecke von Schwein, Huhn, Rind, …


     

     

     

Zubereitung:

Im Prinzip besteht die Hautarbeit bei diesem Gericht in einer ziemlich simplen Aufgabe: Schaelen und Schneiden. Im Prinzip sage ich deshalb, weil sich die Einfachheit der Sache nur unter zwei Bedingungen zeigt: 1. Man besitzt scharfe Messer (tun wir zwar, aber auf einem anderen Kontinent) und 2. Man weiss wie (und hier konnte mein Mitbewohner gluecklicherweise Expertise offerieren).

Kochbanane, Kuerbis und Maniok geben ihr Inneres eigentlich nach demselben Prinzip preis: beide Enden der Frucht abschneiden, Schale entfernen – fertig. Bei der Kochbanane geht das am besten, wenn man die Schale einmal laengs bis aufs Fleisch einschneidet und sie dann rundherum abpellt; beim Maniok und dem Kuerbis rueckt man der harten Schale am besten auch mit dem Messer zuleibe.

Dieses Trio wandert in groben Wuerfeln als erstes in einen grossen Topf, denn es hat die laengste Garzeit. Mit Bruehe angegossen kocht das Gemuese mit Salz und dem groessten Teil des Korianders einfach waehrend der gesamten restlichen Kochsession vor sich hin.

Das heisst auch, dass man sich ruhig Zeit lassen kann mit dem Fleischanteil – v.a. sollte man dabei auch die Geduld aufbringen, die Pfanne fuer das Fleisch richtig heiss werden zu lassen und es auf jeder Seite scharf anbraten zu lassen, ohne es voreilig zu wenden (man schreie voreilige Mitbewohner trotzdem nicht an, sondern entziehe ihnen am besten einfuehlsam die Kontrolle ueber die Pfanne). Hinzu kommen Zwiebeln, Knoblauch und Paprika. Sobald diese Mischung genug Roestaromen ausgebildet hat wird sie mit Salz und Zucker gewuerzt. Abgeloescht wird am besten direkt mit dem Sud vom grossen Topf, in den der Pfanneninhalt sodenn ebenfalls wandert.

Bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel muss der fast fertige Eintopf nur noch weiter koecheln – die Zeit variiert mit der Fleischsorte, der Groesse der Fleischstuecke und der eigenen Willensstaerke. Man sollte sich aber mindestens so lange zusammenreissen und dem intensiver werdenden Duft wiederstehen, wie das Fleisch noch braucht um weich zu werden.

Abschliessend (oder auch ein paar mal zwischendurch) nochmals mit frischem Koriander und Salz abschmecken, la Familia zu Tisch bitten und es sich am Kuechentisch um den Pot herum gemuetlich machen.

 

Que aproveche!

Keks

Die Basics aller Basics

16 Apr

Was brauche ich eigentlich in meiner Küche? Es ist doch alles da!

Ein Brettchen, irgendein Messer, Töpfe gibts auch noch irgendwo…

Das ist alles schön und gut, aber wenn man wirklich Spaß beim Kochen haben möchte, gibts eine kleine Basisausstattung, mit der alles was mit „Kochen“ zu tun hat, erledigt werden kann.

Damits also richtig losgehen kann: Ein Brett muss her – und ich spreche nicht von diesen Plastik-Frühstücksbrettchen: Ihr werdet sehen es macht mehr Spaß mit einem Brett, mit Richtwertgrößen ca 50 cm x 40 cm.

Was für ein Material ist am besten? Meine persönliche Meinung – nehmt am besten Bambus- oder Eichenbretter. Zwar müssen  gewisse Pflegehinweise beachtet werden, aber dann haben sie einge Vorteile – mehr dazu HIER.

Womit wir auch schon zu den Messern kommen. An sich reichen 2 gute Messer: ein kleines Gemüsemesser und eine großes Messer für Gemüse / Fleisch / Fisch. Und bitte nicht diese gezahnten „Tomatenmesser“ – wer ein scharfes kleines Gemüsemesser hat braucht so etwas nicht. Beim großen Messer bietet sich ein sogenanntes „Santoku“ an (wie könnte es anders sein als aus Japan)  – was übersetzt so viel wie die drei Tugenden bedeutet: es schneidet gut Gemüse, Fleisch, Fisch. Gerade bei Messern sollte nicht gespart werden – Sie sind sozusagen das dauernde und essentielle Handwerksgerät – auch wenn der Preis am Anfang etwas hoch wirkt, ein gutes großes Messer kostet zwischen 40 € und 5.000 € (ok es gibt auch eins für 13.000 € 😛 ) Aber wer sich in einem Preisbereich um die 40 € -100 € bewegt macht nichts falsch. Dazu gibt es auch bei Stiftung Warentest einen guten Test. Ein paar Grundregeln zum Umgang mit den guten Messern gibts hier.