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Cranberry Christmas Cookies

9 Dez

Es wird wehmuetig am anderen Ende der Welt: Weihnachten ist nicht einfach nur ein Familienfest, das jeden, der nicht zu Hause sein kann wehmuetig werden laesst. Als Deutscher (ja, der belgische Spekulatius erinnert sich dieser Tage seiner Wurzeln) hat man es doppelt schwer Egal ob Weihnachtsmarkt oder –gebaeck, man wird mit faden Imitationen der eigenen Traditionen ueberschuettet.

Doof nur, wenn man Weihnachtsgebaeck versprochen hat und eigentlich so gar keine Lust hat, selbst billige Imitationen zu fabrizieren. Einziger Ausweg: etwas Neues aus dem machen, was einem zur Verfuegung steht und einfach nicht versuchen, es als traditionelles Original zu verkaufen. Deshalb gibt es in VANkitchen keine Zimtsterne oder Vanillekipferln, sondern christmas cookies mit Zutaten, die man eher in Kanada als Deutschland findet:

also ICH habe hier nichts geklaut….

Cranberry snow clouds

Zutaten (fuer 1 kleines Blech):

2 Eier

1-2 EL Zucker

2 EL Butter

2 EL Joghurt (Vanille oder Kirsch)

1 Handvoll getrocknete Cranberries

1 TL Backpulver

Etwas Salz, Zimt und frische Vanille

Zubereitung:

Mangels jedeweden Kuecheninventars beschraenkt sich die Zubereitung auf das einfache Prinzip: alles in einen Topf (Schuesseln waeren natuerlch vorzuziehen) und gut mit einem Schneebesen durchmischen. Es macht aber trotzdem Sinn, zuerst die Butter zu schmelzen und das Mehl zum Schluss dazu zu geben. Wer in der heimischen Kueche aber elektronische (oder maennliche) Helferlein findet, darf sehr gerne das Eiweiss getrennt mit etwas Zucker aufschlagen und zum Schluss unterheben.

Der geneigte Europaer, der sein Glueck gar nicht begreift, nehme Backpapier (eine hervorragende Erfindung!) zur Hand und verteile darauf mit einem Teeloeffel kleine Haeufchen des recht fluessigen Teigs. Jeder angehende Keks beansprucht ca. 2cm Ellbogenfreiheit fuer sich, denn die kleinen Haeufchen wollen ja noch wachsen.

Bei ca. 180 Grad brauchen die Kekse nicht mehr als 10-15 Minuten zum Backen. Warm sind sie besonders lecker, weil die Cranberries dann von der Waerme weich und saftig werden. Ich glaube nicht, dass lange Lagerzeiten diesen Cookies gut tun, aber leider kann ich dabei nicht aus Erfahrung sprechen 😉

Holly christmas baking,

Keks

Gingerbread – new fashioned

27 Nov

Entgegen aller Befuerchtungen: Vancouver ueberrennt mich noch nicht mit Weihanchtsgeplaenkel.

Vollkommen kontraer zu allen Erwartungen: Ich habe aber mittlerweile Lust darauf!

Deshalb entgegen aller Konventionen und Rezepte:: make your own gingerbread!

Gingerbread – anyway but traditional

Zutaten (1 kleines Brot):

  • 1 Ei
  • 2 Tassen Mehl
  • ½ Tasse Zucker, Honig, Maple Sirup
  • 2-3 cm Ingwer, gerieben
  • 1 Handvoll getrocknete Cranberries
  • 1 Handvoll getrocknete Ananas
  • ½ Zucchini
  • Zimt, Salz und Luuuuxus wer das Gewuerzregal da hat: Nelken und ein Hauch von Kardamom und Anis

    Zubereitung:

    Just as simple as gay:

  • shred it: Zucchini und Ingwer
  • mix it: Alle hat er gesagt, alle! Ab in eine grosse Schuessel und einfach zusammenwerfen
  • knead it – und dieser Teig laesst sich wirklich einfach von Hand kneten
  • bake it – erstaunlich kurz: nach 25 Minuten im 180 Grad warmen Ofen ist das Brot richtig gut gebraeunt.

Vancouver-Wetter eingetopft

12 Nov

Was kommt dabei heraus, wenn man das Vancouver Herbstwetter, die lokalen frischen Produkte und die Mentalität hier in einen großen Topf wirft?

Tipp: Es ist bunt, es ist fischig, es ist nass und es ist warm. Außerdem ist es international, improvisiert und ein bisschen zu gut, um noch ganz koscher zu riechen.

Antwort: die wohl bekannteste Fischsuppe der Welt –


Zutaten:

  • 500g Fisch im Ganzen oder inklusive aller Karkassen (wir haben Scholle bekommen, aber auch Snapper und andere nicht tranige Fische eignen sich)
  • 4 kleine Oktopusse oder Kalamari
    • Alternativ auch Muscheln, Krabben oder Garnelen
  • 1 dünne Stange Porree, nur der helle Teil
  • 1 Schüssel Suppengemüse (ideal: Fenchel, Möhren und Knollensellerie)
  • 4 Tomaten
  • 1 große Zwiebel
  • 3 Zehen Knoblauch
  • Olivenöl, 1 Lorbeerblatt, 1 Schuss Zitronensaft, Paprika, Salz
    • Die fancy Variante: 1 Msp. Safran

     

Zubereitung: Hier stellt sich das Kuschelfeeling schon mindestens eine Stunde vor dem Essen ein, denn die Vorbereitung bietet Spiel und Spass fuer jeden Geschmack. Auf der einen Seite muss der Oktopus von Augen, Hirn und Knorpel befreit und der Fisch geputzt werden, auf der anderen Seite gibt es ein ganzes Konglomerat von Gemuese in feine Streifen zu schneiden.

Der Fischposten hat als erstes ein Paeuschen, denn wenn der Fisch grob unterteilt ist in Schwanz, Kopf und Rest darf er eine erste Runde zurueck ins Nasse, um einmal aufzukochen und einen ersten Schwall Eiwweiss ausflocken zu lassen. Das muss zwar nicht sein, macht die Bouillabaisse aber klarer. Ausserdem ist das Filet danach schon so gut wie gar und laesst sich wunderbar von den Karkassen loesen.

Eben dieser vermeintliche Abfall macht die Essenz der franzoesischen Fischsuppe aus: wer in der traurigen Lage ist, keinen ganzen Fisch bekommen zu koennen sollte sich das billigste vom Fisch schnappen, das zu bekommen ist. All diese Reste koennen naemlich guten Gewissens bis aufs Mark ausgekocht werden – das Lorbeerblatt darf dabei gleich mitschwimmen.

Das kochende Wasser kann und darf ausserdem auch gleich genutzt werden, um die Tomaten so weit anzugaren, dass man sie nach einer kalten Dusche bequem haeuten kann. Ansonsten braucht es an dieser Stelle nur zwei Dinge: ein Stuendchen Zeit und Geduld.

Dafuer darf man nach langem Warten stolz behaupten, den eigenen Fischfond produziert zu haben – sobald die Karkassen entfernt sind. Einfach nur „Bruehe“ waere natuerlih langweilig: es gehoert selbstverstaendlich noch Einlage in die Suppe.

Der Gemueseposten sollte mittlerweile so weit sein, dass eine Pfanne mit einer bunten Mischung befuellt werden kann. Mittlere Hitze reicht ausnahmsweise aus, um Moehren, Sellerie, Fenchel, Lauch, Knoblauch und Zwiebeln mit ein wenig Zucker und in ein bisschen Butter anzuschwenken. Zusammen mit den gewuerfelten Tomaten gehen sie den Weg so vieler Zutaten – ab in die Untiefen des Eintopfs.

Jetzt muss der knurrende Magen nur noch fuer ein Viertel Stuendchen verstroestet werden, in dem das Gemuese Geschmack abgeben kann. Danach oder waehrenddessen darf abgeschmeckt und der Kalamar angebraten werden.

Zusammen mit dem Fenchelgruen wird das Fischfilet kurz vor dem Servieren wieder in der fertigen Suppe aufgewaermt.

Das Resultat ist wudnerbar mit dem ’sanften‘ Rotwein British‘ Columbias kompatibel und troestet besonders gut ueber eklig-nasskalte Herbsttage an der Pazifikkueste hinweg. So viel gutes aus dem Meer laesst zumindest mich die entsprechenden Mengen an Wasser von oben verzeihen.

Cheers!

Keks

Paradiesische Ofenhoelle III

27 Okt

Kapitel 3 der Chronik einer Liebesgeschichte zwischen Keks und Ofen: ‚Begegnung mit einem Fremden‘.

Was macht man, wenn im Gemuesebeet des ‚eigenen‘ Gartens ein Kraut vor sich hin wuchert und die Salatsproesslinge zu erdruecken droht, von dem man nur erzaehlt bekommen hat, dass es essbar sei, von dem man aber ansonsten nicht einmal wusste, dass es existiert?

Richtig, man durchforste das Internet nach Seiten wie diesen hier und staune was es nicht alles gibt. So scheint in Nordamerika Folgendes wohl ein recht gaengiger Snack zu sein:

Kale Chips

Zutaten:

  • 1 Bueschel Gruenkohl… sagt zumindest das Woerterbuch im Verbund mit Wikipedia wenn ich nach ‚kale‘ suche, allerdings sieht das Kraut, wie es hier als ‚kale‘ verkauft wird, doch ziemlich anders aus, als das, was man in Deutschland als Gruenkohl bekommt
  • 2-3 EL Olivenoel, am besten schon mit eingelegten Pepperoni geschaerft
    • Alternativ: 1 TL Chiliflocken dazu
  • 2 EL grobes Salz

Zubereitung:

Nach Ueberwindung aller Zweifel an der Identitaet des Blattwerks und der grundsaetzlichen Geniessbarkeit trenne man den harten Stiel vom restlichen Gruen.

Nur die Blaetter werden naemlich grob zerrupft zu Chips verarbeitet, den Strunk verarbeite ich in einer Gemuesepfanne oder einem Eintopf.

Einfach auf Backblech, Backpapier oder Alufolie verteilen, mit Oel und Salz vermischen und in den 180°C warmen Ofen schieben. Das einzig potentiell schwierige an dem Ganzen: Kohlblaetter brennen schneller an als Kartoffelscheiben! Mehr als 5 Minuten brauchen sie nicht, um knusprig zu werden. Also am besten gleich am warmen Ofen stehen bleiben, nebenher etwas anderes Kochen und ein offenes Naeschen fuer die Geruchsentwicklung auf Kniehoehe haben.

Wer haette gedacht, dass eine gesunde Kartoffelchips-Alternative ausgerechnet in der amerikanischen Kueche beheimatet ist?

Mir bleibt hier nur noch: Happy snacking!

Paradiesische Ofenhoelle II

26 Okt

Die Love Story ‚belgischer Spekulatius und kanadischer Backofen‘ musste aufgrund ihrer Laenge ja leider nach einem Kapitel ueber das Leben und Sterben der Trockenhefe unterbrochen werden. ABER die Hefe ist von den Toten wiederauferstanden – hat brav den initialen Test im Wasserglas bestanden – und sich reuig gezeigt:

Beim zweiten Anlauf mit einem anderen Rezept hat sie die perfekte Brotkonsistenz geschaffen.

Natuerlich war die aber das Resultat von einem vollkommen intuitiven, ‚ich habe gerade Lust auf…‘ Ansatz. Ergebnis: luftiges Karottenbrot


Zutaten:

  • 1 Moehre (ca. 1 Tasse, gehobelt)
  • 2 Tassen Mehl
  • 1 TL Trockenhefe
  • ½ Tasse Zucker
  • 1 handvoll Rosinen
  • 1 TL Thymian
  • Eine Prise Salz und Zimt
  • ausreichend Wasser (ca. 1 Tasse)

Zubereitung:

Wer einen gluecklichen Hefeteig produzieren will, braucht zwar ein wenig Geduld, aber dafuer wird er oder sie auch belohnt. Also, Schritt fuer Schritt und mit meditativer Gelassenheit:

1. 10 Minuten: Trockenhefe in einem Glas lauwarmem, gezuckertem Wasser wieder zum Leben erwecken. Wer jetzt schon Ungeduld verspuert, kann die Zwischenzeit dazu nutzen, Moehren zu raspeln und alle trockenen Zutaten zu vermengen.

2. 10 Minuten: Mehl aufhaeufen und zunaechst nur das Glas mit dem Hefegemisch in die Mitte geben. Am wenigsten Sauerei gibt es, wenn Wasser nach und nach beim Mischen von Mehl und Fluessigkeit hinzugegeben wird. Sobald der Teig dann in etwa einen Klumpen ergibt geht das Kneten los und sollte erst dann enden, wenn die Zeit sich in den Armen bemerkbar macht.

3. 10 Minuten: Hartgesottene Kneten tatsaechlich immer noch weiter. Solange der Teig noch nicht geschmeidig und elastisch ist, ist das auch noetig. Extra-Massagen hat der Teig aber immer gerne, besonders wenn Vollkornmehl verwendet wird.

  1. 4. 100 Minuten: Teig und Oberarme duerfen sich jetzt etwas laenger ausruhen. Wer mag, darf es sich natuerlich mitsamt dem abgedeckten Teig im Bett bequem machen. Wichtig ist letzterem aber vor allem, dass er ein warmes Plaetzchen bekommt.

5. 10 Minuten: Uberraschung: Kneten! In den vergangenen 1 ½ Stunden sollte die Hefe ordentlich heisse Luft produziert haben, die jetzt wieder aus dem Teig herausgeschlagen wird.

6. 100 Minuten dauert die letzte Pause, bevor es richtig heiss wird. Der Teig soll wieder schoen aufgehen.

7. Den Teig sanft in Form bringen und sich bei diesem Anblick fuer die eigene Geduld loben:

8. Das Eigenlob kann nach den letzten 45 Minuten, die der Teig im 200°C heissen Ofen verbracht hat noch gesteigert werden:

Das ganze gibt es momentan zum Fruehstueck, leicht angetoastet mit Apfelmuss.

Cheers – Keks

Eintopf am Strand

23 Okt

Wer traeumt an einem regnerischen Wochenende, den ersten kalten Herbsttagen, nicht davon in der Karibik am Strand zu liegen? Es ist zwar absolut kontraproduktiv, Kontrasteffekt sei Dank, aber verhindern kann man es trotzdem nicht.

Gleichzeitig mit dem Fernweh aber ueberkommt mich dann auch immer gleich das Beduerfnis nach richtigem Seelenfutter: deftiger, warmer Eintopf, der von Innen heraus waermt und einfach nur papp satt macht.

Diesen Sonntag durfte ich lernen, dass beide Sehnsuechte ganz leicht auf einmal zu befriedigen sind: tatsaechlich kocht man in der dominikanischen Republik mit Nichten sommerlich-leichte Gerichte, sondern mischt bevorzugt deftiges Knollen- und Wurzelgemuese mit einer Menge Fleisch.

Hier das Rezept fuer den etwas anderen Karibiktrip, der mich ein Stueck von meiner Bananen-Phobie kuriert hat:

 

Sancocho (dominicano)

Zutaten:

  • 2 Kochbananen
  • ½ – 1 Maniok (je nach Groesse)
  • ½ kleinerer Kuerbis (weichfleischig)
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Spitzpaprika
  • 250g Siedfleisch, z.B. Schulter vom Rind
  • Frischer Koriander
  • 2-3 Zehen Knoblauch
  • Bruehe (am besten selbstgemacht)
  • Etwas Salz, Zucker, Olivenoel
  • Optional auch: Suesskartoffel (yam), weitere Fleischstuecke von Schwein, Huhn, Rind, …


     

     

     

Zubereitung:

Im Prinzip besteht die Hautarbeit bei diesem Gericht in einer ziemlich simplen Aufgabe: Schaelen und Schneiden. Im Prinzip sage ich deshalb, weil sich die Einfachheit der Sache nur unter zwei Bedingungen zeigt: 1. Man besitzt scharfe Messer (tun wir zwar, aber auf einem anderen Kontinent) und 2. Man weiss wie (und hier konnte mein Mitbewohner gluecklicherweise Expertise offerieren).

Kochbanane, Kuerbis und Maniok geben ihr Inneres eigentlich nach demselben Prinzip preis: beide Enden der Frucht abschneiden, Schale entfernen – fertig. Bei der Kochbanane geht das am besten, wenn man die Schale einmal laengs bis aufs Fleisch einschneidet und sie dann rundherum abpellt; beim Maniok und dem Kuerbis rueckt man der harten Schale am besten auch mit dem Messer zuleibe.

Dieses Trio wandert in groben Wuerfeln als erstes in einen grossen Topf, denn es hat die laengste Garzeit. Mit Bruehe angegossen kocht das Gemuese mit Salz und dem groessten Teil des Korianders einfach waehrend der gesamten restlichen Kochsession vor sich hin.

Das heisst auch, dass man sich ruhig Zeit lassen kann mit dem Fleischanteil – v.a. sollte man dabei auch die Geduld aufbringen, die Pfanne fuer das Fleisch richtig heiss werden zu lassen und es auf jeder Seite scharf anbraten zu lassen, ohne es voreilig zu wenden (man schreie voreilige Mitbewohner trotzdem nicht an, sondern entziehe ihnen am besten einfuehlsam die Kontrolle ueber die Pfanne). Hinzu kommen Zwiebeln, Knoblauch und Paprika. Sobald diese Mischung genug Roestaromen ausgebildet hat wird sie mit Salz und Zucker gewuerzt. Abgeloescht wird am besten direkt mit dem Sud vom grossen Topf, in den der Pfanneninhalt sodenn ebenfalls wandert.

Bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel muss der fast fertige Eintopf nur noch weiter koecheln – die Zeit variiert mit der Fleischsorte, der Groesse der Fleischstuecke und der eigenen Willensstaerke. Man sollte sich aber mindestens so lange zusammenreissen und dem intensiver werdenden Duft wiederstehen, wie das Fleisch noch braucht um weich zu werden.

Abschliessend (oder auch ein paar mal zwischendurch) nochmals mit frischem Koriander und Salz abschmecken, la Familia zu Tisch bitten und es sich am Kuechentisch um den Pot herum gemuetlich machen.

 

Que aproveche!

Keks

Patatas, Poulet, Perfect

1 Okt

Ja, es geht lustig weiter in der Kuschel-WG Kueche international: Der Ofen ist immer noch etwas ganz besonderes, einfach weil er nur durch harte Schrubb-Arbeit benutzbar wurde.

Deshalb wurde der Thanksgiving Braten einfach schon mal vorverlegt – oder zumindest Probe gekocht:

Knuspriges Ofenhuehnchen & Patatas Bravas

Zutaten:

  • ganzes Huhn
  • So viele Knoblauchzehen wie Mitmenschen-vertraeglich
  • 1 Gemuesezwiebel
  • 1 rote Zwiebel (gross)
  • 1 Paprika
  • 4 groessere Kartoffeln
  • 2-3 Zweige Rosmarin
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2-3 Chilischoten
  • Salz, Pfeffer, Thymian, Paprikapulver, Zitronensaft, Olivenoel und Balsamicoessig

Zubereitung:

Als allererstes das Gefluegel inspizieren und entsprechend der Diagnose ausweiden und saeubern. Die Gemuesezwiebel, eine Chilischote und Knoblauch fuer die Fuellung in grobe Stuecke schneiden. Der zurechtgestuzte Vogel darf es sich dann auch schon in der Backform oder im Braeter bequem machen und in Zitronensaft und Olivenoel baden. Salz in und auf das Huhn geben, Rosmarin, Zwiebeln und Knoblauch gehen unter die Haut und fuellen die innere Leere.

Bei 200 Grad (Ober-)Unterhitze ab in den Ofen. Waehrend der ersten Braenungsphase einen Sud aus Balsamico, Salz, Thymian, einer angepressten Knoblauchzehe, Paprikapulver, einem Lorbeerblatt und etwas Wasser aufsetzen und zum Sieden bringen, damit sich die Aromen der Kraeuter darin ausbreiten koennen. Damit kann man den Braten dann nach Lust und Laune uebergiessen, wenn es einen nach einer Nase voll Essensduft geluestet. Angenehmer Nebeneffekt: das Huhn wird lecker und die Haut knusprig.

Je nach Groesse des ehemaligen Federviehs kann man sich jetzt entweder entspannt ans Kartoffelkochen und das restliche Gemuese machen oder – wenn man so wie bei uns gleich fuer den Rest der Woche mit kocht – auch erst mal noch staubsaugen gehen.

Erst wenn das Huhn sich dann nach einer oder zwei Wendungen und einigen Aufguessen entschieden hat, gar, zart und goldbraun zu sein, wird das Gemuese in Olivenoel knackig angebraten, mit Chili, Salz und ordentlich Paprika gewuerzt. Die gekochten Kartoffeln kommen in Scheiben mit in die Pfanne.

Bei ausreichender Hingabe muesste damit auch schon alles fertig und lecker sein. Bratnsosse und restlichen Sud unbedingt aufheben und weiterverwenden! (Und sei es nur zum immer wieder aufkochen, um mit dem Duft die nicht kochende Mitbewohnerin zu quaelen).

An dieser Stelle bleibt mir nur noch eins zu sagen: Danke Gott fuer einen Mitbewohner, der Crema di Balsamico kauft, nicht Tiefkuehlpizza!

Keks

Internationaler Ofenfisch

24 Sep

Was kochen ein Halbspanier mit karibisch-schweizer Mutter und eine Schwaebin in ihrer Vancouver-WG Kueche, wenn sie am Sonntag Abend Lust auf etwas richtig gutes haben? Natuerlich Fisch!

Wir befinden uns ja direkt an der kanadischen Pazifikkueste – dass man dort den ganzen Fisch nur in Chinatown bekommt… eine andere Geschichte, aber Keks hat ja nichts gegen einen Ausflug in die Welt von getrockneten Pilzen, Ginseng Tee und ominösen Gemuesen, alles natuerlich nur mit Wortschriftzeichen beschildert.

Wie dem auch sei: in der Kueche, die seit unserer Ankunft wohl monatelang nur eine Auswaermstation war, kann man leider nur entweder den Ofen oder den Herd benutzen. Also musste fuer den ganzen, am gleichen Tag gefangenen Fisch, ein Rezept improvisiert werden, bei dem alles in die Roehre schaut:

 

Ganzer Tilapia aus dem Backofen

mit Fenchel und Rosmarinkartoffeln

Zutaten (2 Personen):

  • 1 Tilapia
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 Knolle Fenchel
  • 4 fuer nordamerikanische Verhaeltnisse kleine Kartoffeln (also 8 normale europaeische)
  • Grobes Salz
  • Olivenoel
  • Zitronensaft
  • Rosmarin
  • Pfeffer

Zubereitung:

Den Tilapia auswaschen (und ggf. noch ausnehmen und entschuppen). Die Fenchelknolle entblaettern und das Gruen zusammen mit dem geschaelten und halbierten Knoblauch in den Fisch geben, ein wenig Salz und Pfeffer darf auch noch mit ins Innere. So gestopft den Fisch in einer Auflaufform mit Olivenoel uebergiessen und grosszuegig auch von Aussen salzen. Bei ca. 200 Grad Ober-Unterhitze darf er als erstes in den Ofen.

Danach die Kartoffeln vierteln, mit dem Fenchel in einen Topf (nein, wir besitzen auch noch keine grosse Schuessel) oelen, salzen, mit Zitronensaft ueberziehen und Rosmarin hineinzupfen. Wer kann und hat neutze Backpapier oder ein Backblech um das Gemuese darauf in den Ofen zu schieben, wer nicht: irgendwie arrangiert sich das auch auf einem Gitter… (die Fenchelstuecke die in den Fisch fallen werden zwar nicht knusprig, aber dafuer auch sehr aromatisch.

Waehrend man darauf wartet, dass die Kartoffeln und der Fenschel knusprig und der Fisch zart sind, empfiehlt sich ein Vospeisensensalat.

Viele Gruesse von der anderen Haelfte des Globus 😉

Keks

Essbare Blüten XXL

31 Mai

Wieso finden sich eigentlich auf einmal in jedem Salat irgendwelche bunten Kleckse, die großspurig als essbare Blüten angekündigt werden und dann doch nach nichts schmecken?

Ich mag es ja auch, wenn mein Essen gut aussieht… aber mal ganz ehrlich: manchmal möchte man doch einfach auch etwas Sättigendes auf dem Teller finden für das, was einem angekündigt würde.

Das geht mit Blüten auch! Artischocken sind Blüten und trotzdem ist ganz schön viel dran – zumindest an Geschmack.

Artischocke mit Joghurt-Dip

Zutaten (2 Personen):

  • 1             große Artischocke (oder ein paar kleinere)
  • ½            Zitrone
  • 1 EL        Essig
  • 1-2         Lorbeerblätter
  • 4 EL        Joghurt
  • 1 EL        (selbstgemachte) Mayonnaise
  •  ½ EL      Senf (vorzugsweise Estragonsenf)
  • 2 EL        frische gehackte Kräuter: Petersilie, Kerbel, Kümmel-Grün (alternativ: Dill, auch möglich: Schnittlauch, Estragon, etc.)
  • Etwas   Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Um es gleich vorweg zu nehmen: ich habe mich vor diesem Wochenende auch noch nie an die Zubereitung von Artischocken herangetraut. Dabei hat die nicht einmal 5-Minuten Erklärung von Vogel eines klar gemacht: Es ist ganz einfach.

Einen großen Topf mit Wasser aufsetzen und zum Sieden bringen. Darin dürfen zuerst die Zitrone, Lorbeerblätter und ein paar Pfefferkörner schwimmen, die mit Salz überschüttet werden. Bei der Artischocke muss zuerst der Stiel geschält werden, bevor sie ihr so aromatisiertes Dampfbad steigt – zugegebenermaßen muss man trotzdem nachhelfen 😉

Während die Artischocke im siedenden Wasser gart bleibt reichlich Zeit den Joghurt-Dip aus den restlichen Zutaten anzurühren. Ein Schuss vom Zitronensaft darf hier außerdem auch gerne mit dazu. Die Mayonnaise kann man auch weg lassen, wenn man einen schön voll-fetten Joghurt bekommt, aber auch ein reiner Mayo-Dip mit den Kräutern und dem Senf passt perfekt zur Artischocke.

Die ist übrigens fertig, wenn sich die äußeren Blätter weich anfühlen und sich das Messer leicht wieder aus der Mitte des Stielansatzes herausziehen lässt.

~*~ Keks ~*~

Nicht Fisch, nicht Fleisch

29 Mai

Beim letzten Heimatbesuch des belgischen Spekulatius gab es wie immer einen Vorratseinkauf im Brüsseler Supermarkt. Das war zwar schon Anfang März, aber man kann allerlei Kuriositäten, die sich im Stadt-Dorf Konstanz so nicht auftreiben lassen, auch einfrieren 😉

Dieses Wochenende wurde eine davon endlich aus dem Tiefkühler befreit:

Krokodilfilet

Zutaten (2 Personen):

  • 200 g    Krokodilfilet
  • ½     Zitrone
  • 1 EL    Olivenöl
  • 1 EL    heller Balsamiko
  • 1 EL    frischer Basilikum und Petersilie
  • Etwas    Salz, schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

… haben wir auch erst nachforschen müssen, aber mit der Erfahrung, die wir gemacht haben, können wir eine Empfehlung geben, wie es noch besser wird als bei uns. Die Zitronenmarinade passt aber auf jeden Fall hervorragend zum Krokodil.

Tatsächlich schmeckt der Fleischfresser in Filetform wie eine Mischung aus Rind und Fisch, aber in der Zubereitung geht es erst mal los wie beim Wild: das harte Bindegewebe auf jeden Fall entfernen. Danach vermuten wir, dass die Steak-Zubereitungsvariante mit dem scharfen Anbraten und ruhen lassen nicht ganz so optimal ist (meine Messer hatten etwas zu viel zu tun). Niedertemperaturgaren dürfte dem Fleisch mit seinen relativ dicken Bindegewebssschichten besser gefallen.

Dafür dass es leicht zäh bleibt, sieht das gebratene Kroko aber nett aus: ein bisschen wie Hühnchen und in der Pfanne kann man eine herrliche Zitronenmarinade herstellen. Dazu einfach die Pfanne auf kleinere Hitze stellen und gewürfeltes Zitronenfleisch in etwas extra Olivenöl anbraten, mit Balsamiko karamellisieren und ganz von der Platte nehmen. Erst dann die empfindlichen frischen Kräuter einrühren und das Fleisch in dieser Sauce schwenken.

Mit Salz (Fleur de Sel natürlich bevorzugt – v.a. als günstiges Belgien-Souvenir) und schwarzem Pfeffer abschmecken.