Archiv | KONSERVativ RSS feed for this section

Jota – deftiger italienischer Bohneneintopf

6 Dez

Gerade in der Herbst und Winterzeit ist ein deftiger Eintopf was Wunderbares. Besonders, wenn er an das sonnige Italien erinnert. Nicht nur, dass der Eintopf sehr lecker ist, er kann auch noch in der Erkältungssaison das Immunsystem pushen.

Kurzer medizinischer Einschub: In Hühnerbrühe und auch in Bohnen ist unter Anderem Zink enthalten, was der Körper auch für ein gut funktionierendes Immunsystem braucht (und ist auch wirksam gegen Viren, also auch Schnupfen ;-). Wer noch mehr zum Thema Zink wissen möchte: http://de.wikipedia.org/wiki/Zink#Biologische_Bedeutung

Hier zu der Zubereitung

Zutaten (für 6 Personen):

1             Stk         Fenchelknolle
1             Stk         rote Zwiebel
1             Stk         Knoblauchzehe
2             Stk         getrocknete Tomaten
1             Stk          Chilischote
1             EL           Olivenöl
400         g             weiße Bohnen, gekocht (150 g trocken)
100         g             geräuchereter Bauchspeck
500         g             passierte Tomaten
2             Stk          Tomaten
500         ml           Hühnerbrühe
400         g             Spitzkraut
½            Bd          Petersilie, glatt

Lorbeerblatt, Rosmarin, Thymian

Optional:               Hühnerfleisch von der Brühe

Jota - deftiger italienischer Eintopf

Am besten plant man die Zubereitung  1 Tag vorher.

Die Bohnen werden am über Nacht eingeweicht. Am nächste Tag für etwa 1 ½  Stunden kochen (bis sie weich sind)

Ebenso sollte die Hühnerbrühe rechtzeitig angesetzt werden – wer meint auf instant Brühe ausweichen zu müssen soll das nicht tun 😉 Ganz ehrlich, das Zeug ist nicht zu empfehlen, entweder ist Geschmacksverstärker oder Hefeextrakt drin, damit es nach was schmeckt. Außerdem sind da auch nahezu keine Spurenelemente enthalten – genau das, was wir neben dem tollen Geschmack wollen.

Wenn jetzt also Hühnerbrühe und Bohnen gekocht sind, kann es losgehen.

Zwiebeln, Speck, Knoblauch, Chlli und getrocknete Tomaten in kleine Würfel schneiden. Den Fenchel in etwa 1 cm große Würfel schneiden und beim Spitzkraut den harten Strunk entfernen und in ½ cm breite Streifen schneiden. Tomaten grob würfeln.

In einem Topf mit etwas Olivenöl die Zwiebeln, Knoblauch, Chilis, getrocknete Tomaten und Speckwürfel anschwitzen. Wenn die Zwiebeln glasig sind, den Fenchel dazugeben und 2 Minuten ohne das er Farbe bekommt anschwitzen. Die Bohnen, die passierten Tomaten, die gewürfelten Tomaten und Hühnerbrühe dazugeben. Nach etwa 10 Minuten das Spitzkraut dazugeben und mitköcheln lassen. Das ganze braucht jetzt etwa noch 20 Minuten. Währenddessen noch Petersilie zupfen, den Stiel fein hacken und auch noch in den Eintopf geben. Die Blätter grob hacken. Kurz vor Ende kann das Fleisch von der Hühnerbrühe noch dazugegeben werden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. An sich nicht kompliziert 😉

Das ist die frischere Variante, wer möchte kann das Rezept zu einer deftigen Variante mit Sauerkraut statt Spitzkraut abwandeln, dann können auch noch Kartoffelwürfel mitgekocht werden.

Ihr seht, das ist auch eine Art Grundrezept, das sehr schön abgewandelt werden kann. Wir freuen uns über kreative Vorschläge zur Abwandlung 😉

Und das Rezept für eine schöne Hühnerbrühe kommt natürlich auch noch bald!

Vancouver-Wetter eingetopft

12 Nov

Was kommt dabei heraus, wenn man das Vancouver Herbstwetter, die lokalen frischen Produkte und die Mentalität hier in einen großen Topf wirft?

Tipp: Es ist bunt, es ist fischig, es ist nass und es ist warm. Außerdem ist es international, improvisiert und ein bisschen zu gut, um noch ganz koscher zu riechen.

Antwort: die wohl bekannteste Fischsuppe der Welt –


Zutaten:

  • 500g Fisch im Ganzen oder inklusive aller Karkassen (wir haben Scholle bekommen, aber auch Snapper und andere nicht tranige Fische eignen sich)
  • 4 kleine Oktopusse oder Kalamari
    • Alternativ auch Muscheln, Krabben oder Garnelen
  • 1 dünne Stange Porree, nur der helle Teil
  • 1 Schüssel Suppengemüse (ideal: Fenchel, Möhren und Knollensellerie)
  • 4 Tomaten
  • 1 große Zwiebel
  • 3 Zehen Knoblauch
  • Olivenöl, 1 Lorbeerblatt, 1 Schuss Zitronensaft, Paprika, Salz
    • Die fancy Variante: 1 Msp. Safran

     

Zubereitung: Hier stellt sich das Kuschelfeeling schon mindestens eine Stunde vor dem Essen ein, denn die Vorbereitung bietet Spiel und Spass fuer jeden Geschmack. Auf der einen Seite muss der Oktopus von Augen, Hirn und Knorpel befreit und der Fisch geputzt werden, auf der anderen Seite gibt es ein ganzes Konglomerat von Gemuese in feine Streifen zu schneiden.

Der Fischposten hat als erstes ein Paeuschen, denn wenn der Fisch grob unterteilt ist in Schwanz, Kopf und Rest darf er eine erste Runde zurueck ins Nasse, um einmal aufzukochen und einen ersten Schwall Eiwweiss ausflocken zu lassen. Das muss zwar nicht sein, macht die Bouillabaisse aber klarer. Ausserdem ist das Filet danach schon so gut wie gar und laesst sich wunderbar von den Karkassen loesen.

Eben dieser vermeintliche Abfall macht die Essenz der franzoesischen Fischsuppe aus: wer in der traurigen Lage ist, keinen ganzen Fisch bekommen zu koennen sollte sich das billigste vom Fisch schnappen, das zu bekommen ist. All diese Reste koennen naemlich guten Gewissens bis aufs Mark ausgekocht werden – das Lorbeerblatt darf dabei gleich mitschwimmen.

Das kochende Wasser kann und darf ausserdem auch gleich genutzt werden, um die Tomaten so weit anzugaren, dass man sie nach einer kalten Dusche bequem haeuten kann. Ansonsten braucht es an dieser Stelle nur zwei Dinge: ein Stuendchen Zeit und Geduld.

Dafuer darf man nach langem Warten stolz behaupten, den eigenen Fischfond produziert zu haben – sobald die Karkassen entfernt sind. Einfach nur „Bruehe“ waere natuerlih langweilig: es gehoert selbstverstaendlich noch Einlage in die Suppe.

Der Gemueseposten sollte mittlerweile so weit sein, dass eine Pfanne mit einer bunten Mischung befuellt werden kann. Mittlere Hitze reicht ausnahmsweise aus, um Moehren, Sellerie, Fenchel, Lauch, Knoblauch und Zwiebeln mit ein wenig Zucker und in ein bisschen Butter anzuschwenken. Zusammen mit den gewuerfelten Tomaten gehen sie den Weg so vieler Zutaten – ab in die Untiefen des Eintopfs.

Jetzt muss der knurrende Magen nur noch fuer ein Viertel Stuendchen verstroestet werden, in dem das Gemuese Geschmack abgeben kann. Danach oder waehrenddessen darf abgeschmeckt und der Kalamar angebraten werden.

Zusammen mit dem Fenchelgruen wird das Fischfilet kurz vor dem Servieren wieder in der fertigen Suppe aufgewaermt.

Das Resultat ist wudnerbar mit dem ’sanften‘ Rotwein British‘ Columbias kompatibel und troestet besonders gut ueber eklig-nasskalte Herbsttage an der Pazifikkueste hinweg. So viel gutes aus dem Meer laesst zumindest mich die entsprechenden Mengen an Wasser von oben verzeihen.

Cheers!

Keks

Essbare Blüten XXL

31 Mai

Wieso finden sich eigentlich auf einmal in jedem Salat irgendwelche bunten Kleckse, die großspurig als essbare Blüten angekündigt werden und dann doch nach nichts schmecken?

Ich mag es ja auch, wenn mein Essen gut aussieht… aber mal ganz ehrlich: manchmal möchte man doch einfach auch etwas Sättigendes auf dem Teller finden für das, was einem angekündigt würde.

Das geht mit Blüten auch! Artischocken sind Blüten und trotzdem ist ganz schön viel dran – zumindest an Geschmack.

Artischocke mit Joghurt-Dip

Zutaten (2 Personen):

  • 1             große Artischocke (oder ein paar kleinere)
  • ½            Zitrone
  • 1 EL        Essig
  • 1-2         Lorbeerblätter
  • 4 EL        Joghurt
  • 1 EL        (selbstgemachte) Mayonnaise
  •  ½ EL      Senf (vorzugsweise Estragonsenf)
  • 2 EL        frische gehackte Kräuter: Petersilie, Kerbel, Kümmel-Grün (alternativ: Dill, auch möglich: Schnittlauch, Estragon, etc.)
  • Etwas   Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Um es gleich vorweg zu nehmen: ich habe mich vor diesem Wochenende auch noch nie an die Zubereitung von Artischocken herangetraut. Dabei hat die nicht einmal 5-Minuten Erklärung von Vogel eines klar gemacht: Es ist ganz einfach.

Einen großen Topf mit Wasser aufsetzen und zum Sieden bringen. Darin dürfen zuerst die Zitrone, Lorbeerblätter und ein paar Pfefferkörner schwimmen, die mit Salz überschüttet werden. Bei der Artischocke muss zuerst der Stiel geschält werden, bevor sie ihr so aromatisiertes Dampfbad steigt – zugegebenermaßen muss man trotzdem nachhelfen 😉

Während die Artischocke im siedenden Wasser gart bleibt reichlich Zeit den Joghurt-Dip aus den restlichen Zutaten anzurühren. Ein Schuss vom Zitronensaft darf hier außerdem auch gerne mit dazu. Die Mayonnaise kann man auch weg lassen, wenn man einen schön voll-fetten Joghurt bekommt, aber auch ein reiner Mayo-Dip mit den Kräutern und dem Senf passt perfekt zur Artischocke.

Die ist übrigens fertig, wenn sich die äußeren Blätter weich anfühlen und sich das Messer leicht wieder aus der Mitte des Stielansatzes herausziehen lässt.

~*~ Keks ~*~

Röschti vom Tokyoter Imbissstand

23 Apr

Sich entscheiden kann soooo schwierig sein – und damit anstrengend und zeitraubend.

Dieses unangenehme Gefühl lässt sich aber auch ganz einfach umgehen: nicht zwischen den Optionen schwanken, sondern einfach alles auf einmal machen und sich überraschen lassen, was dann passiert…

Treffen sich ein Japaner und ein Schweizer an der Currywurstbude…

~*~

Asiatisches Rösti in Currysauce

Zutaten:

Für das Rösti:

  • 1             Stk         Möhre
  • 1             Stk         Zwiebel
  • 1             Stk         Ei
  • 1             Stk         mittelgroße Kartoffel (festkochend)
  • 2             EL           Mehl
  • Optional auch   Weißkohl , Knollensellerie, eventuell auch Reste von anderem Wurzelgemüse
  • Je 1        TL           Kreuzkümmel, Senfsaat, Salz, Paprikapulver
  • etwas                   Muskatnuss
  • 1             EL           Sesamöl geröstet

Für die Currysauce:

  • 1             Dose     geschälte Tomaten
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 1             EL           Currypaste oder (selbstgemachtes) Currypulver
  • 3             EL           gegärter Reisessig – alternativ 1 EL dunkler Balsamico + 2 EL Reisessig
  • Etwas                    Chili, Worcestersauce, Salz, Sesamöl geröstet
  • Optional             frischer Koriander oder Zitronenmelisse

Zubereitung:

Die Zwiebel halbieren und die Hälften in 2 Patientengruppen einteilen (jaaaa meine lieben, das Semester hat angefangen ;)): eine in feine Streifen schneiden für das Rösti, die andere würfeln.

Als erstes könnt ihr die Sauce ansetzen: dazu noch Knoblauch hacken und zusammen mit den Zwiebeln und dem Curry in einem Topf anschwitzen. Die Tomaten aus der Dose fischen, grob hacken und auch kurz anschwenken. Wenn die Flüssigkeit fast weg ist auch den Essig dazu geben und ankaramellisieren lassen. Erst wenn er zumindest einmal Blasen geworfen hat mit den Tomatenflüssigkeit ablöschen. Hitze reduzieren und vor sich hin köcheln lassen.

Jetzt ist Zeit und Platz für die Röstiproduktion geschaffen:

Das Gemüse und die Kartoffel raspeln (Weißkohl oder anderes Gemüse, dass sich nicht reiben lässt wie die Zwiebel in feine Streifen schneiden). Kreuzkümmel, Muskatnuss und Senfsaat mit dem Salz im Mörser pulveriesieren und anschließend mit dem Paprikapulver mischen.

Das Ei mit dieser Gewürzmischung in einer Schale verquirlen und zum Gemüse geben. Je nach Kartoffelgröße noch ein bisschen Mehl dazu geben – bei mir waren 2 EL nötig, weil nur noch eine vereinsamte Winzknolle im Schrank lag.

Eine Pfanne mit Sesamöl aufstellen und richtig heiß werden lassen. Die Röstimasse hineingeben, flach drücken und Geduld walten lassen. Wer die nicht hat, kann während die erste Seite des Röstis bräunt die Sauce schon einmal abgeschmeckt werden: etwas Salz, Worcestersauce und Chili tun ihr auf jeden Fall gut.

Dann das Rösti möglichst im Ganzen wenden – wieder warten…. Diesmal als Übergangshandlung empfohlen: Zitronenmelisse oder Koriander zupfen und schneiden. Wenn das Rösti gar und knusprig auf dem Teller liegt die Käuter über den angerichteten Teller streuen oder unter die Sauce rühren.

頂きます!N Guten!

~*~

Keks

erstes Nest für den Spatz

19 Apr

Dieses Ma(h)l kommt euch eine besondere Ehre zu, auch wenn es eigentlich ein ganz einfaches Rezept ist: wie man echt schwäbische Spätzle macht.

Die Beilage dazu ist nicht ganz der Tradition entsprechend, aber das süßlich herbe Gemüse schmeckt wie die Zeit, zu der die Zutaten am besten sind: eine Ahnung von frischem und zartem Frühjahrsgemüse, das sich aber immer noch neben herben Winteraromen behaupten muss.  Da verzeiht es auch die Schwäbin, wenn es mal keine dunkle Soße zu den Spätzle gibt.

~*~

Spätzle mit Pastinakengemüse

Zutaten:

Für die Spätzle:

  • 1             Stk         großes Ei
  • 80           g             Mehl (Weißmehl, ein wenig Vollkornmehl kann untergemischt werden)
  • 1             EL           Butter
  • großzügig            Salz
  • Etwas                    Muskatnuss, Mineralwasser
  •                 Optional              Schnittlauch und/oder Petersilie

Für das Pastinakengemüse:

  • 2             Stk         Pastinaken
  • 1             Stk         Zwiebel
  •                 etwas   Weißkohl
  • ½            Stange  Lauch
  • 1             TL           Koriander
  • 1             EL           Senf (grob)
  • 100         ml           Weißwein (alternativ etwas Weißweinessig oder Zitronensaft)
  • 200         ml           Sahne oder Sojacreme/ -milch
  •                 etwas   Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Kümmel

Zubereitung:

Gleich als erstes könnt ihr einen groooßen Topf mit Wasser aufsetzen, in den dann die Spätzle gedrückt oder geschabt werden (zum Drücken kann man auch eine Kartoffelpresse verwenden, zum Schaben ein kleines Holzbrett und einen Messerrücken).

Je nach Größe des Eis zuerst mit etwas weniger Mehl beginnen und mit dem Ei verrühren bis sich die gröbsten Klumpen gelöst haben. Der Teig sollte zunächst eine zähe Masse sein. Danach Muskatnuss hinein reiben und einen Schuss Mineralwasser zugeben. Optional können jetzt auch gehackte Petersilie oder Schnittlauch mit in den Teig gegeben werden.

Schwaben-Spar-Alarm: dank der folgenden Prozedur könnt ihr euch das Fitnessstudio sparen: mit einem Holzlöffel oder stabilen Plastikschaber den Teig so lange schlagen bis er große Blasen wirft und wirklich zäh am Löffel hängen bleibt. Die richtige Konsistenz muss man ins Gefühl bekommen und mit Mehl- oder Wasserzugabe herstellen. Fürs Schaben sollte der Teig sehr klebrig und fest sein, wenn ihr eine Presse verwendet sollte er noch ein wenig fließen.

Wie auch immer die Spätzle ins Wasser kommen: es sollte sprudelnd kochen, dann reicht es auch wenn die Spätzle nur einmal kurz aufwallen. Sofort abschöpfen und danach in kaltem Wasser abschrecken.

Für das Gemüse den Lauch halbieren und Sand auswaschen, ebenso wie Weißkohl und Zwiebel in Streifen schneiden. Wer nur den süßlichen Geschmack der Pastinake mag, schält sie, ansonsten gut abbürsten und in Scheiben schneiden.

Koriander, Muskatnuss, Pfeffer und Kümmel im Mörser grob zerstoßen.

Jetzt können zwei Pfannen parallel auf den Herd (wenn er groß genug ist): eine mit Butter nicht ganz so heiß werden lassen (sonst wird sie bitter), eine mit Öl auf höchste Stufe stellen. Die Spätzle wandern in die schäumende Butter, das Gemüse wird in Öl zuerst scharf angebraten und dann mit der Gewürzmischung durchgeschwenkt.

Wenn die Spätzle die erste Bräunung haben ordentlich Salz dazu geben, die Pfanne auf kleinere Hitze stellen und sich wieder dem Gemüse zuwenden: mit Weißwein beschwipsen, mit Sahne abfüllen und zur Krönung einen Löffel Senf drauf hauen. Auch hier das Salz nicht vergessen.

Damit ist eigentlich alles fertig und muss nur noch bis zur gewünschten Knusprigkeit zu Ende braten oder Sämigkeit einköcheln.

~*~

Keks

Risotto Rustico

17 Apr

Risotto Rustico

Zutaten:

  • 100         g             Risotto-Reis
  • 1             Stk         Zwiebel
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 50           g             Knollen- oder Staudensellerie
  • 100         g             Weißkohl
  • 2             Stk         Lorbeerblätter
  • 1-2         Stk         getrocknete Tomate
  • 1-2         Stk         Anchovis
  • 1             EL           Olivenöl + etwas von dem Öl, in dem die Anschovis eingelegt sind
  • 50           ml           Weißwein
  • 250         ml           Gemüsebrühe
  •                 etwas   Rosmarin, Basilikum, Salz, Pfeffer, Wacholder
  • optional               Milch oder Sahne, Butter, Parmesan oder noch besser Peccorino

Zubereitung:

Zwiebel , Knollensellerie und Knoblauch schälen. Zwiebeln und Sellerie in Würfel,  Weißkohl in grobe Quadrate schneiden.  Den Knoblauch und die getrocknete Tomate fein, die Anchovis grob hacken. Vom frischen Basilikum die Stiele ebenfalls kleinhacken.

In einer Pfanne Oliven- und Anchovi-Öl erhitzen. Der Weißkohl kann quasi gleich darin anfangen zu brutzeln, als Indikator dafür, wann die Pfanne dann wirklich heiß ist. Dann den Kohl an den Pfannenrand schieben und in der Mitte Zwiebel, Knoblauch, Basilikumstiele und Sellerie anschwitzen. Wenn diese glasig sind auch den Reis ca. 1 Minute anrösten.

Das Ganze dann mit Weißwein ablöschen und – auch wenn es schade drum ist – den Alkohol auskochen lassen. Anschließend mit Gemüsebrühe aufgießen, Lorbeerblätter, Wachholder und Rosmarin dazugeben. Dass man ständig im Risotto zu rühren und es zu überwachen hat ist übrigens ein Gerücht: aber gerade hier macht es Spaß, weil der Lorbeer so herrlich vor sich hin duftet.

Prinzipiell aber kann das Risotto jetzt unbeaufsichtigt gar köcheln. Wenn es so weit ist – also nur noch ein ganz kleiner weißer Kern in den Körnern zu erkennen ist – kann mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt werden und all das hinzugegeben, worum sich die Köche dieser Welt streiten: Sahne oder Milch, Butter, Parmesan…. Ich überlasse es euch und eurem Kühlschrankinhalt, was ihr dazugeben wollt. Für diese eher rustikale Zubereitung empfehle ich aber einen schlichten EL Butter und ein wenig Peccorino.

Zum Anrichten dann die Basilikumblätter im Ganzen oder grob gezupft unterheben

~*~

Keks

noch ein Klassiker: Krautsalat

17 Apr Kekskonervierung

Diesmal ein echter Appetitanreger: Wer Krautsalat machen will, dem wird der Mund nicht nur vom Kümmelduft wässrig, sondern der darf auch Hunger bekommen vom Schneiden, Mörsern und Kneten.

Dafür hat man dann aber auch lange etwas von seinen Anstrengungen: der Salat konserviert sich quasi von selbst und sollte sogar vor dem Essen noch ein Weilchen stehen und ziehen dürfen.

Ideal also als Beschäftigungstherapie für kochwütige, die sich noch nicht ganz entscheiden können, was sie wirklich kochen wollen 😉

~*~

 

Weißkrautsalat

 

Zutaten:

  • ½            Kopf      Weißkohl
  • 2             TL           Kümmel
  • 2             EL           saurer, heller Essig (Weißwein- oder Reisessig)
  • 1             TL           Zucker
  • 1             EL           Salz

Zubereitung:

Den Weißkohl mit einem möglichst großen, möglichst scharfen Messer halbieren. Jetzt eine Strategie zurechtlegen, wie man am besten die dünnsten Streifen daraus schneiden kann. Ich halbiere dazu die Hälfte noch einmal mit dem Messer und teile die beiden Viertel per Hand nochmal in einen äußeren und einen inneren Teil.

so fein sollten die Streifen in etwa sein - feiner ist natürlich immer besser, aber das bekommt wohl nur Vogel hin XD

Was ihr jetzt an Schneidearbeit investiert, braucht ihr nachher nicht wegkneten: je dünner die Streifen, die ihr schneidet, desto besser. Wenn das geschafft ist, dürft ihr zur Abwechslung eine andere Muskelgruppe beanspruchen und den Kümmel mit einem Teil Salz im Mörser zermahlen.

Zusammen mit dem Zucker und dem restlichen Salz den Kümmel  zum Weißkohl in eine große Schüssel geben. Das Kneten erledigt sich am besten in der sauberen Spüle – da kann das Kraut dann durch die Gegend fliegen wie es will und weil die ein bisschen tiefer liegt könnt ihr euch so richtig mit dem ganzen Körpergewicht auf das störrische Kraut stürzen.

Wenn die Kohlstreifen in ihrer Struktur dann endlich gebrochen sind, den Essig dazu geben und ein erstes Mal abschmecken: meistens muss noch nachgesalzen oder gezuckert werden – mit mehr Essig ist auch mehr Vorsicht geboten:  beim Durchziehen entwickelt der Krautsalat nochmal ein bisschen eigene Säure.

~*~

Keks

Klassisch: Semmelknödel

17 Apr

Am Wochenende hab ich mal wieder einen Blick in meine Brot-Sammeltüte geworfen und gemerkt: Da möchte mal trockenes Brot verarbeitet werden. Heute bin ich an einer überquellenden Biotonne vorbeigelaufen und ganz oben: Eine Tüte, voll mit altem Brot. Damit stand mein Entschluss fest: Heute gibts Semmelknödel (Ich kann euch beruhigen, das Brot aus der Biotonne ist geblieben wo es war 😉 )

Aber bei euch sammelt sich sicher auch mal etwas altes Brot an (gerade wenn jetzt mehr gekocht wird) und wegwerfen ist sehr schade, weil sonst muss für diese Rezept extra Knödelbrot gekauft werden – unpraktisch, oder?

Gleich als Vorwarnung: Macht dieses Rezept am besten, wenn danach eingeplant ist die Küche zu saugen – es wird ein wenig krümelig.

Semmelknödel

Zutaten (für 15 Knödel):

  • 350         g             altes, trockenes Brot / Brötchen / Brezeln
  • 1             Stk         mittelgroße Zwiebel
  • 30           g             Butter
  • 300         ml           Milch
  • 3             Stk         Eier (Größe L)
  • 6             EL           Petersilie und Schnittlauch
  • Muskatnuß, Pfeffer, Salz
  • 2            EL          Mehl

 

Zubereitung:

Das Brot in Würfel schneiden, in eine Schüssel geben. Die Zwiebel in feine Würfel schneiden, die Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln anschwitzen. Am besten, wenn man frische Petersiele nimmt, die Stiele klein schneiden und mit den Zwiebeln anschwitzen.

Petersiele und Schnittlauch kleine schneiden, zu den Brotwürfeln geben. Die angeschwitzten Zwiebeln ebenfalls zu den Brotwürfen geben. Bei der Milch gilt: Menge hängt von dem Trockungsgrad des Brotes ab. Die Milch erhitzen, Muskat hineinreiben, ein wenig Salz dazugeben und über die Brotwürfel gießen, einmal durchmischen. Wenn das Brot etwas durchgeweicht ist, die Eier dazugeben und abschließend das Mehl. Nochmal 15 Minuten durchziehen lassen.

Einen flachen Topf mit ausreichend Wasser aufsetzen (die Knödel sollten schwimmen können), wenn das Wasser kocht Salz dazugeben und mit nassen Händen Knödel abdrehen – ist ähnlich wie einen Schneeball zu Formen, nur nicht zu fest drücken. Das Wasser sollte nicht kochen, sondern leicht sieden – also kurz vorm Kochen sein – und so auch die Zeit über bleiben, so lang die Knödel im Wasser sind. GANZ WICHTIG: Macht erst mal einen Probeknödel, falls der zerfällt, noch mal etwas Mehl dazugeben. Dann erst die Knödel ins Wasser geben. Schwimmen lassen und erst mal  20-30 min sieden lassen. Zwischenzeitlich auch mal die Knödel schubsen, dass alles Seiten im Wasser waren. Am Ende wieder einen Knödel rausnehmen und aufschneiden – er sollte innen nicht mehr matschig sein.

Die Knödel könnnen gut im Kühlschrank 3-4 Tage liegen, alternativ: Einfrieren geht super damit!

hoffentlich letzter Seelenwärmer

12 Apr

Ich wollte zwar aufhören über das Wetter zu motzen – weil es dadurch ja auch nicht besser wird – aber ganz ehrlich: eigentlich möchte ich nach Ostern nicht mehr triefnass und frierend nach Hause kommen… 😦

Meinen Resten im Kühlschrank hat die Fröstelstimmung aber gut getan: ein deftiger, warmer Eintopf aus den noch gehorteten Wintergemüsen kam mir heute gerade recht.

Also: hoffentlich zum Abschluss der trüben Tage noch einmal etwas herbes, heißes, an Omas kuschelige Küche erinnerndes:

Wurzelgemüse-Eintopf

Zutaten:

  • ¼            Stk         kleinerer Knollensellerie
  • 3             Stk         Möhren
  • 1             Stk         Gemüsezwiebel
  • Sonstige Reste von Knollen oder Wurzeln: Kartoffeln, Rettich, Pastinake….
  • 100 – 250 ml       Weißwein
  • 1 – 1½   l               Gemüse- oder Hühnerbrühe
  • 1             Stk         Lorbeerblatt
  • etwas   Kümmel, Muskatnuss, Senfsaat, Pfeffer, Salz
  • Optional: Estragonsenf, oder auch ein guter scharfer Senf und frischer Estragon

Zubereitung:

Das Gemüse „küchenfertig“ machen – d.h. alles schälen, was eine ungenießbare Außenhaut besitzt und Strünke etc. entfernen. Alles einfach in grobe Stücke schneiden, wer es eilig hat mit dem Essen und ein scharfes Messer kann aber auch auf kleinere Würfel umsteigen.

Kümmel, etwas Muskatnuss, Senfsaat und Pfeffer mit etwas Salz im Mörser zermahlen.

Das Gemüse dem Härtegrad nach anschwitzen: Kartoffeln und Möhren müssen als erstes in den Topf, Pastinaken und Knollensellerie können später folgen, die Zwiebel verzeiht vieles und kann auch als letztes dazu.

Wichtig ist, dass trotzdem alles ein wenig Farbe abbekommt. Dann kann auch die Gewürzmischung zum Gemüse gegeben und mit angeschwenkt werden. Wenn der Geruch den Hunger so weit angeregt hat, dass Ungeduld aufkommt: mit Weißwein ablöschen und mit Brühe aufgießen.

Je nachdem, wie breiig oder suppig die gewünschte Konsistenz sein soll oder wie viele Reste sich noch gefunden haben kann die Menge an Flüssigkeit, die ihr braucht, natürlich stark variieren. Lorbeerblatt mit in den Topf geben und alles zusammen köcheln lassen.

Wer mag  – und sich die Mühe gemacht hat ein paar schöne Würfel zu schneiden – kann auch einen Teil des Gemüses aus der Brühe nehmen und später als Einlage verwenden. Ansonsten heißt es jetzt: systematische Folter – erst systematisch weichkochen und dann alles kurz und klein machen (Lorbeerblatt VOR dem Pürieren entfernen!!).

Zum Schluss dann mit Salz und (Estragon-) Senf abschmecken – den Estragonsenf kenne ich aus Belgien, es gibt ihn auch in Deutschland. Hört sich zuerst zu intensiv und speziell an, ist aber definitiv eine Anschaffung wert.

~*~

Dazu optimal: schönes krustiges Bauernbrot 🙂

Mal andere Brat-Knollen

10 Apr

Wirklich gute Bratkartoffeln zu machen ist eine Kunst – deshalb kann es manchmal ganz nützlich sein, sich um die Erwartungen, die man durch Mamas oder Omas perfekt knusprige geröstete Kartoffelscheibchen entwickelt hat, herumzumogeln.

Das ist relativ einfach, wenn man die „schnöde“ Kartoffel einfach mal durch Topinambur ersetzt. Die Knolle verhält sich fast genauso wie Kartoffeln, schmeckt aber süßer und verzeiht ein bisschen mehr Kochen und/oder Braten viel eher.

Hier eine Variation des üblichen Brat-Knollen-Rezepts, das ein bisschen Sonne auf den Teller bringt und sich wunderbar mit der herb-süßen Note von Topinambur verträgt. Damit ist die Knolle dann auch einmal um dieelt gereist…

Brat-Topinambur

Zutaten:

  • 250         g             Topinambur
  • ½            Stk         Gemüsezwiebel
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 1             Stk         getrocknete Tomate
  • 1             EL           Olivenöl
  •               etwas   Rosmarin, Thymian, Salz und schwarzer Pfeffer
  • optional:   1 EL Butter, Basilikum zum Garnieren

Zubereitung:

Die Topinambur wie Kartoffeln kochen: wie sie sind in einen kleinen Topf schmeißen, mit Wasser bedecken und so lange kochen, bis sie von allein wieder vom scharfen Küchenmesser rutschen, wenn man bis in die Mitte rein piekst.

Währenddessen die Zwiebel in feine Streifen schneiden, den Knoblauch hacken und die getrocknete Tomate in klitzekleine Würfelchen schneiden. Frische Kräuter können auch schon gezupft werden, getrocknete bereit gestellt.

Topinambur kann man auf zwei Arten schälen… Vogels Variante ist ein bisschen schneller, lässt aber weniger von der Knolle übrig: das schmale Ende abschneiden und von dort aus die gesamte äußere, holzige Schicht mit der Schale abziehen. Dafür sollten die Topinambur auf keinen Fall übergart sein, sonst werden sie nachher in der Pfanne Matsch! (Rettung hier: Topinambur-Püree servieren). Keks‘ Variante ist ein bisschen langwieriger, garantiert aber beinahe für den Zusammenhalt der Scheiben: unten mit dem Schälen anfangen und von dort aus nur die Schale abschaben. Das lässt sich mit sehr holzigen Knollen natürlich nicht machen… ein bisschen muss man sich auch nach dem Zustand der Topinambur richten.

Wenn das erledigt ist Topinambur in Scheiben schneiden – wie fein ist Geschmackssache, für die Optik sind dickere Scheiben besser, weil sie nicht zerfallen, aber dünnere werden natürlich eher knusprig.

Die Pfanne mit dem Öl sehr heiß werden lassen, erst dann eine Lage Topinamburscheiben hineingeben. Warten, bis die Unterseite schön gebräunt ist, wenden (Pedanten machen das Einzeln – leider die einzige Garantie für ein perfektes Ergebnis).

Jetzt dürfen auch Zwiebel, Knoblauch, getrocknete Tomate und die Kräuter in die Pfanne. Wenn alles zusammen ca. 1 Minute geröstet hat, darf geschwenkt und die Hitze reduziert werden. Anschließend großzügig salzen und pfeffern.

Wer möchte kann zum Abschluss auch noch einen Esslöffel Butter in die warme Pfanne geben.

~*~

Brat-Topinambur auf Gemüsesugo

Dazu, daneben, daran, darauf passt ein schön mediterranes Gemüse-Sugo, das man während die Topinambur kochen aufsetzen und langsam vor sich hin köcheln lassen kann, während man mit dem Braten und Wenden der Topinambur beschäftigt ist 🙂