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Gewürzfischen im Trüben

26 Apr

Wer sehnt sich nicht nach Sonne, Sand und Palmen… gibt es aber nicht nur am Meer 😉

Wir machen einen kleinen Ausflug in den Orient, lassen uns verführen von der Schönheit arabischer Nächte mit sternklarem Himmel… und stellen fest: heiße arabische Nächte?! Pustekuchen! In der Wüste wird es kalt – und deshalb gibt es etwas Wärmendes 🙂

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Orientalische Linsen-Sojamilchsuppe

Zutaten:

  • 100         g             Linsen
  • 3             Stk         Möhren
  • ½            Stk         Lauch
  • ½            Stk         weißer Rettich
  • ½            Stk         Gemüsezwiebel
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 250         ml           Sojamilch
  • 50           ml           Reisessig
  • 3             EL           Sesamöl geröstet
  • 1             TL           Zucker
  • 3             Stk         Gewürznelken
  • 1 ½         TL           Kreuzkümmel
  • 1             TL           Senfsaat
  • 1             Kapsel  Kardamom
  • 5             Stk         Pfefferkörner
  • Etwas                   Muskat, Zimtrinde, Chili, Salz, frischer Koriander und Petersilie

Zubereitung:

Wie so oft geht es erst einmal los mit Schnibbeln: die Zwiebel und eine Möhre dürfen sich in kleine Würfel verwandeln, der Knoblauch in noch winzigere, der Rest kann als Gemüseeinlage ruhig ein bisschen gröber belassen werden.

Falls zwei entsprechende Herdplatten vorhanden sind können ein Topf und eine Pfanne parallel aufgesetzt werden: in den Topf kommt alles Kleine – zuerst Zwiebel, Knoblauch und Möhre anschwitzen. In die Pfanne wandern die Gemüse getrennt, die Möhren spielen Vorreiter.

Während die erste Fuhre brutzelt könnt ihr euch an den Mörser machen: alle Gewürze mit einem TL Salz rein und allen Frust an den unschuldigen Zutaten auslassen. Die Gewürzmischung könnt ihr TL-weise auf Pfanne und Topf verteilen, sodass sie insgesamt einmal komplett angeröstet wird.

In den Topf dürfen jetzt auch die Linsen, während in der Pfanne Lauch und Möhren Plätze tauschen. Danach die Linsen mit Sojamilch und etwas Wasser ablöschen und so lange auf kleiner Hitze köcheln lassen bis das Gemüse fertig ist.

Der Rettich möchte nämlich auf jeden Fall allein gebraten werden, weil er so wässrig ist und sich herrlich mit dem Zucker karamellisieren lässt. Wenn das geschehen ist auch die Platte unter der Pfanne runterdrehen und das Gemüse zusammenschmeißen. Mit dem Essig ablöschen und anschließend die  restliche Sojamilch dazugeben.

Je nachdem ob ihr wollt, dass die Linsen zerfallen oder nicht – was natürlich auch über die Wahl der Sorte entschieden werden kann – das Gemüse (an dem ja der Essig ist) gleich in den Topf geben oder erst getrennt mit Salz und eventuell Zucker abschmecken.

Wenn dann schließlich die Linsen weich und alles im Topf vereinigt ist braucht es nur noch eine Hand voll frischem Koriander – bil hana wish shifa‘!

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Keks

würzige Überzeugungsarbeit für Schwaben

13 Apr

Kartoffeln… *seufz* das ist für Schwaben wie mich immer ein seeeehr spezielles Thema.

Kartoffle kairet in Kair

(„Kartoffeln gehören in den Keller“) sagt der wohlhabende Bauer. Deshalb haben sie bei uns den Ruf einer kargen, langweiligen Not-Beilage.

Aber man darf sich ja auch eines Besseren belehren lassen: mit der richtigen Würzmischung könnte sogar ich die Beilage solo essen 😉

Und weil es sonst doch allzu einfach, bzw. langweilig wäre gibt es diesmal zum Bratkartoffelrezept vor allem die Mischung  für ein selbstgemachtes Curry.

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Curry-Sesam-Kartoffeln

Zutaten:

  • 6             Stk         festkochende Kartoffeln
  • 1             EL           Sesam (gern auch schwarzer)
  • 1             EL           Sesamöl, geröstetes
  • 1             TL           Kreuzkümmel
  • 1             TL           Bockshornklee
  • 2             TL           Koriander
  • 1             TL           Kurkuma (gemahlen)
  • 1             TL           Paprika
  • 1             Kapsel  Kardamom
  • etwas   Chilli, Muskat, Zimtrinde, Pfeffer
  • Salz

Zubereitung:

Die Kartoffeln gründlich abschrubben, in kaltem Wasser aufsetzen und kochen.

Währenddessen alle Gewürze zusammen in den Mörser schmeißen und gründlich vermahlen. Etwas Salz kann als Scheuermittel helfen, ansonsten sind kleinere Mengen erst einmal einfacher zu bewältigen. Praktisch ist es aber auch einfach gleich mehr Curry zu fabrizieren und den Rest in einem Schraubglas aufzubewahren: das sind seeeehr dankbare Vorräte, wenn man spät nach Hause kommt und gerade deshalb nicht auf gut gewürztes Essen verzichten will.

Wenn die Kartoffeln gar sind können sie in Spalten bzw. Scheiben geschnitten werden. Das Sesamöl in einer Pfanne richtig heiß werden lassen bevor die Kartoffeln hineingelegt werden. Von allen Seiten eine schöne Bräunung vornehmen und dann das Curry  und den Sesam darüber streuen.

Nochmal ein bisschen Sesamöl in die Pfanne geben und den Inhalt gründlich durchschwenken. Curry und Sesam sollten auch noch kurz Gelegenheit bekommen zu rösten – durch das zusätzliche Öl haftet beides dann auch wunderbar an den Kartoffeln.

Zum Schluss noch kräftig salzen.

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Als Beilage eignen sich die scharfen Kartoffeln zum Asiagemüse, zu Salat… was euch gerade über den Weg läuft. Solo dürfen sie natürlich auch verspeist werden

Keks

Gewürzflash als Starter

10 Apr

Innereien sind ein schwieriges Thema, aber wir trauen uns trotzdem dran: Weil es lecker ist und noch dazu ein Schnäppchen (wenn auch eines, das schwierig aufzutreiben ist). Vogel hat sich an eine Packung Entenleber gewagt, weil sie im Sonderangebot herumlag. Damit hat er dann auch glatt einen Freudentanz bei Keks ausgelöst 🙂

Dieses Rezept eignet sich aber auch prima für Innereien-Skeptiker und ich wage zu behaupten auch für die -Hasser: die kleinen Leberteile nehmen ein Vollbad in der vollen Palette orientalischer Gewürze. Das macht sie zum idealen Auftakt für große Schlemmer-Events – Augen, Nase und Geschmacksknospen gehen gaaaaanz weit auf, für das was da kommt und der Magen freut sich schon im Vorfeld über Anregung (den Kräutschnaps danach darf man sich natürlich trotzdem erlauben, wenn man einen wirklich guten da hat ;)).

Entenleber orientalisch

Zutaten:

Entenleber orientalisch

  • 100 g    Entenleber

für die Gewürzmischung:

  • 1 TL        Bockshornklee
  • 1 TL        Koriander
  • 1 Stk      Kardamonkapsel
  •  1 TL        Kreuzkümmel
  •  1 kleines Stk.     Zimtrinde
  • 1 EL        Butter

Zubereitung:

Bei der Leber immer die Haut entfernen, ansonsten zieht sie sich nicht beleidigt zurück, sondern um die Leber herum zusammen und wird so zum unzerbeißbaren Hindernis bei jedem Versuch, an das zarte Innere zu kommen.

Im Inneren der Leberchen die Adern entfernen, falls ihr auf welche stoßen solltet. Meistens erkennt man sie von Außen als blutigen Fleck. Dort dann vorsichtig die Leber einschneiden und mit der Hand oder der Pinzette das Blutgefäß herausziehen.

Wenn ihr diese „Säuberungsaktion“ hinter euch gebracht habt ist die Hauptsache der Arbeit auch schon erledigt. Jetzt dürft ihr Aggressionsabbau betreiben, falls ihr euch über einen schlechten Metzger ärgern musstet und deshalb besonders lange am Pfrimeln wart:

Alle Gewürze in den Mörser geben und dort zermahlen. Das muss nicht besonders fein sein.

Kurz vor dem Braten die Leber in dieser Mischung wenden. Die Pfanne sollte nicht allzu heiß sein: die Butter darf aufschäumen, sollte aber nicht bitter werden. Die Leber darin scharf von allen Seiten anbraten und dann sofort aus der Pfanne nehmen. Wenn sie innen noch ganz leicht rosa ist, ist sie perfekt. Falls sie noch ein bisschen blutig ist: nachziehen lassen.

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Wer oder was das Bett für die Entenleber bereitet ist variabel: im Sommer macht sich ein Bett aus herben Salaten oder auch Kräutern sehr gut. Weil wir noch einen Seelenwärmer dazu haben wollten gab es hier ein Gemüsebett mit viel frischem Koriander.

Eine Pfanne Orient

9 Apr

Wer hat schon Lust auf einen riesigen Berg Abwasch? Zumindest in meiner Küche gibt es keinen Platz (obwohl komischerweise einen Anschluss) für eine Spülmaschine. Die WG-Bewohner unter euch lachen jetzt vielleicht hämisch, aber Töpfe und Pfannen zu sparen kann euch ja auch nur gelegen kommen, oder?

Deshalb hier eine relativ einfache und herrlich unkomplizierte Variante für einen kompletten Hauptgang aus der indischen Ecke:

indisches Linsencurry

 

Zutaten:

  • 1 Zucchini
  • ½ Aubergine
  • 1 Spitzpaprika oder rote Paprika
  • 1 Möhre
  • 2 Stangen Staudesellerie
  • 2 TL fein gehackter Ingwer
  • ½ große Zwiebel
  • 1 große Zehe Knoblauch
  • 100g grüne Linsen
  • 20 g rote Linsen (für die Bindung)
  • 1 TL rote Currypaste (gehäuft)
  • 2 EL Kokoscreme
  • 1 Lorbeerblatt und 1 Kafirlimettenblatt
  • 50 ml Weißwein
  • 100 ml Sojamilch oder –drink
  • 1 TL minced Koriander oder noch besser eine Hand voll frisches Koriandergrün
  • etwas scharfes Chili-Chutney oder Chili nach Geschmack
  • Salz

Zubereitung:

Gemüse waschen, Zwiebel, Knoblauch und falls nötig Möhre schälen. Alles Gemüse in grobe Würfel schneiden, den Knoblauch und den Ingwer  fein hacken – ebenso die Chilli, falls kein Chutney verwendet wird.

Die Pfanne richtig heiß werden lassen und die Auberginenwürfel von allen Seiten mit viiieeel Geduld und Liebe von allen Seiten braun werden lassen. Dann 1 TL von der Kokoscreme mit den Auberginen anschwenken, aus der Pfanne nehmen und zum nächsten Gemüse übergehen: Paprika und Zucchini ebenfalls scharf anbraten.

Anschließend dürfen Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Möhre und Staudensellerie zusammen in die Pfanne. Wenn sie leicht angebraten sind die Linsen dazu geben.

In einem Schälchen die Currypaste mit einem Teil der Kokoscreme, dem Chili-Chutney und etwas Wasser zu einer homogenen Masse verrühren.

Wenn Linsen, Möhren, Zwiebeln und Sellerie leicht angeröstet sind die restliche Kokoscreme dazu geben und unterrühren. Ein reduzieren lassen bis sich der süßliche Duft von geröstetem Kokos in der ganzen Küche (studentische Maßstäbe: der ganzen Wohnung) verbreitet, danach mit der Currymischung ablöschen und mit Wasser auffüllen, bis die Linsen bedeckt sind. Lorbeer- und Kafirlimettenblatt hinzugeben. Deckel drauf und erst mal die Linsen gar köcheln lassen.

Währenddessen kann der frische Koriander gehackt werden. Ansonsten heißt es jetzt warten….

Erst wenn die Linsen weich sind, dürfen auch der Essig und die Sojamilch in das Curry, zusammen mit dem vorher angebratenen Gemüse. Alles zusammen noch einmal aufkochen lassen und mit Salz, eventuell etwas mehr Chili und dem Koriander abschmecken.

Zu der sämig-soßigen Konsistenz eignet sich Brot hervorragend als Löffelersatz und Beilage.

Wir wünschen Guten Appetit – was in Indien ja ziemlich kompliziert werden kann, zumindest wenn man die „richtige“ Sprache erwischen will. Also einfach nur in den Unions-Sprachen:

„Enjoy your meal!“

oder

„āp kā khānā svādiṣṭa ho“