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Jota – deftiger italienischer Bohneneintopf

6 Dez

Gerade in der Herbst und Winterzeit ist ein deftiger Eintopf was Wunderbares. Besonders, wenn er an das sonnige Italien erinnert. Nicht nur, dass der Eintopf sehr lecker ist, er kann auch noch in der Erkältungssaison das Immunsystem pushen.

Kurzer medizinischer Einschub: In Hühnerbrühe und auch in Bohnen ist unter Anderem Zink enthalten, was der Körper auch für ein gut funktionierendes Immunsystem braucht (und ist auch wirksam gegen Viren, also auch Schnupfen ;-). Wer noch mehr zum Thema Zink wissen möchte: http://de.wikipedia.org/wiki/Zink#Biologische_Bedeutung

Hier zu der Zubereitung

Zutaten (für 6 Personen):

1             Stk         Fenchelknolle
1             Stk         rote Zwiebel
1             Stk         Knoblauchzehe
2             Stk         getrocknete Tomaten
1             Stk          Chilischote
1             EL           Olivenöl
400         g             weiße Bohnen, gekocht (150 g trocken)
100         g             geräuchereter Bauchspeck
500         g             passierte Tomaten
2             Stk          Tomaten
500         ml           Hühnerbrühe
400         g             Spitzkraut
½            Bd          Petersilie, glatt

Lorbeerblatt, Rosmarin, Thymian

Optional:               Hühnerfleisch von der Brühe

Jota - deftiger italienischer Eintopf

Am besten plant man die Zubereitung  1 Tag vorher.

Die Bohnen werden am über Nacht eingeweicht. Am nächste Tag für etwa 1 ½  Stunden kochen (bis sie weich sind)

Ebenso sollte die Hühnerbrühe rechtzeitig angesetzt werden – wer meint auf instant Brühe ausweichen zu müssen soll das nicht tun 😉 Ganz ehrlich, das Zeug ist nicht zu empfehlen, entweder ist Geschmacksverstärker oder Hefeextrakt drin, damit es nach was schmeckt. Außerdem sind da auch nahezu keine Spurenelemente enthalten – genau das, was wir neben dem tollen Geschmack wollen.

Wenn jetzt also Hühnerbrühe und Bohnen gekocht sind, kann es losgehen.

Zwiebeln, Speck, Knoblauch, Chlli und getrocknete Tomaten in kleine Würfel schneiden. Den Fenchel in etwa 1 cm große Würfel schneiden und beim Spitzkraut den harten Strunk entfernen und in ½ cm breite Streifen schneiden. Tomaten grob würfeln.

In einem Topf mit etwas Olivenöl die Zwiebeln, Knoblauch, Chilis, getrocknete Tomaten und Speckwürfel anschwitzen. Wenn die Zwiebeln glasig sind, den Fenchel dazugeben und 2 Minuten ohne das er Farbe bekommt anschwitzen. Die Bohnen, die passierten Tomaten, die gewürfelten Tomaten und Hühnerbrühe dazugeben. Nach etwa 10 Minuten das Spitzkraut dazugeben und mitköcheln lassen. Das ganze braucht jetzt etwa noch 20 Minuten. Währenddessen noch Petersilie zupfen, den Stiel fein hacken und auch noch in den Eintopf geben. Die Blätter grob hacken. Kurz vor Ende kann das Fleisch von der Hühnerbrühe noch dazugegeben werden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. An sich nicht kompliziert 😉

Das ist die frischere Variante, wer möchte kann das Rezept zu einer deftigen Variante mit Sauerkraut statt Spitzkraut abwandeln, dann können auch noch Kartoffelwürfel mitgekocht werden.

Ihr seht, das ist auch eine Art Grundrezept, das sehr schön abgewandelt werden kann. Wir freuen uns über kreative Vorschläge zur Abwandlung 😉

Und das Rezept für eine schöne Hühnerbrühe kommt natürlich auch noch bald!

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Ausflug ins grüne Italien

10 Mai

Ich bin keine Absolutistin… aber das hier ist wirklich DIE Zubereitung für grünen Spargel schlechthin. Deprimierend einfach. Von dem Geschmack lässt man sich aber gerne trösten 😀

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Gebratener Grüner Spargel

Zutaten:

  • 300         g             (dünner) grüner Spargel
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 2             EL           Olivenöl
  • 2             EL           dunkler Balsamico
  • Etwas                   Salz, schwarzer Pfeffer
  • Optional              frischer Basilikum

 

Zubereitung:

Heute kurz und schmerzlos:

Knoblauch hacken. Die holzigen Enden vom Spargel abschneiden und bei dicken Stangen auch das untere Drittel mit dem Sparschäler schälen. Das war’s an Vorbereitung.

Olivenöl in einer großen,  beschichteten Pfanne erhitzen und die Spargelstangen so reinlegen, dass die Köpfe am Pfannenrand liegen, bzw. sich daran hochbiegen. Mit einer ersten Prise Salz würzen und so lange auf einer Seite braten, bis sich die Stangen verbiegen lassen und leicht gebräunt sind. Dann alle wenden, den Knoblauch dazu geben und weiter braten lassen bis der Spargel fast gar ist.

Mit dem Balsamico ablöschen und auf kleine Flamme stellen, dabei den Spargel gut durchschwenken, sodass alle Stangen von einer klebrig-glänzenden Schicht karamellisierten Balsamicos überzogen sind.

Zum Schluss idealerweise grobes Meersalz darüber streuen, Pfeffer frisch darauf mahlen und vielleicht auch ein wenig frischen Basilikum dazu rupfen.

~*~

P.S.: begleitet wurde der grüne Spargel dieses Wochenende bei uns mit den wohl genialsten „Resten“ seit langem: Pulpo in Tomaten-Paprika-Sauce und grüne, selbergemachte und liebevoll „Aliennudeln“ getaufte Bandnudeln

Keks

Mediterrane Schweinereien

25 Apr

Mediterrane Schweinereien

Zutaten (für 4 Personen):

  • 1             Stk         Zucchini, mittel
  • 1             Stk         Zwiebel
  • 1             Stk         Aubergine, mittel
  • 1             Stk         Paprika, rot
  • 1             Stk         Paprika, gelb
  • 2             Stk         Knoblauchzehen
  • 2             Stk         getrocknete Tomaten
  • 300         g             Fleisch (zum Marinieren: Paprika, Oregano, Rosmarin, Pfeffer,  Knoblauch)
  • Rosmarin, Oregano, Chillischoten
  • 2             EL           Balsamico, dunkel
  • 500         g             passierte Tomaten
  • Frischer Basilikum

Zubereitung:

Fleisch am besten schon einige Stunden vor dem zubereiten marinieren (kein Salz dazugeben). Welches Fleisch man möchte, sollte nach Lust und Laune und Angebot beim Metzger entschieden werden. Es eignet sich am besten dafür:  Huhn, Rind, Schwein, Känguru, … worauf ihr Lust habt, aber am besten natürlich kräftige Fleischsorten (Kalb nicht unbedingt). Wer aufs Fleisch verzichten möchte: als guter Ersatz eignet sich auch Räuchertofu.

Das Gemüse in Streifen schneiden, Knoblauch, getrocknete Tomaten und Chilis fein hacken. Wer keine frischen Chilis da hat, kann auch gut auf getrocknete ausweichen, das sollte der Schärfe wenig ausmachen. Fleisch in etwa 3 cm lange und 1 cm hohe und breite Streifen schneiden.

Als erstes das Fleisch in der heißen Pfanne anbraten, dass es schön braun wird. Nach 2 bis 3 Minuten aus der Pfanne nehmen, bevor es  die Konsistenz einer trockenen und zähen Schuhsole bekommt.

Dann das Gemüse mit den Kräutern entweder einzeln anbraten, dass alles gleichmäßig angebraten wird, oder nach Garzeiten nach und nach dazugeben, also mit Zwiebel, Paprika, Aubergine anfangen und schließlich die Zucchini dazugeben (das Ergebnis ist sehr viel besser, wenn die Zutaten einzeln angebraten werden und gleichmäßig bräunen können)

Am Ende das Fleisch dazugeben und mit etwas Balsamico eine freie Fläche auf dem Pfannenboden ablöschen und abwarten, dass er leicht karamellisiert (also blubbert und ein wenig zähflüssig wird). Als Abschluss die passierten Tomaten, oder wenn es im Sommer dann leckere frische Tomaten gibt, die gewürfelten Tomaten dazugeben. Nur glaubt mir, es lohnt sich nicht im Winter oder Frühjahr, diese roten und aromalosen Wasserbomben zu verwenden, da schmecken die aus der Packung deutlich besser. 15 Minuten köcheln lassen.

Am Ende noch abschmecken mit etwas Salz, Pfeffer und frisch, in feine Streifen geschnittenen Basilikum dazugeben.

Röschti vom Tokyoter Imbissstand

23 Apr

Sich entscheiden kann soooo schwierig sein – und damit anstrengend und zeitraubend.

Dieses unangenehme Gefühl lässt sich aber auch ganz einfach umgehen: nicht zwischen den Optionen schwanken, sondern einfach alles auf einmal machen und sich überraschen lassen, was dann passiert…

Treffen sich ein Japaner und ein Schweizer an der Currywurstbude…

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Asiatisches Rösti in Currysauce

Zutaten:

Für das Rösti:

  • 1             Stk         Möhre
  • 1             Stk         Zwiebel
  • 1             Stk         Ei
  • 1             Stk         mittelgroße Kartoffel (festkochend)
  • 2             EL           Mehl
  • Optional auch   Weißkohl , Knollensellerie, eventuell auch Reste von anderem Wurzelgemüse
  • Je 1        TL           Kreuzkümmel, Senfsaat, Salz, Paprikapulver
  • etwas                   Muskatnuss
  • 1             EL           Sesamöl geröstet

Für die Currysauce:

  • 1             Dose     geschälte Tomaten
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 1             EL           Currypaste oder (selbstgemachtes) Currypulver
  • 3             EL           gegärter Reisessig – alternativ 1 EL dunkler Balsamico + 2 EL Reisessig
  • Etwas                    Chili, Worcestersauce, Salz, Sesamöl geröstet
  • Optional             frischer Koriander oder Zitronenmelisse

Zubereitung:

Die Zwiebel halbieren und die Hälften in 2 Patientengruppen einteilen (jaaaa meine lieben, das Semester hat angefangen ;)): eine in feine Streifen schneiden für das Rösti, die andere würfeln.

Als erstes könnt ihr die Sauce ansetzen: dazu noch Knoblauch hacken und zusammen mit den Zwiebeln und dem Curry in einem Topf anschwitzen. Die Tomaten aus der Dose fischen, grob hacken und auch kurz anschwenken. Wenn die Flüssigkeit fast weg ist auch den Essig dazu geben und ankaramellisieren lassen. Erst wenn er zumindest einmal Blasen geworfen hat mit den Tomatenflüssigkeit ablöschen. Hitze reduzieren und vor sich hin köcheln lassen.

Jetzt ist Zeit und Platz für die Röstiproduktion geschaffen:

Das Gemüse und die Kartoffel raspeln (Weißkohl oder anderes Gemüse, dass sich nicht reiben lässt wie die Zwiebel in feine Streifen schneiden). Kreuzkümmel, Muskatnuss und Senfsaat mit dem Salz im Mörser pulveriesieren und anschließend mit dem Paprikapulver mischen.

Das Ei mit dieser Gewürzmischung in einer Schale verquirlen und zum Gemüse geben. Je nach Kartoffelgröße noch ein bisschen Mehl dazu geben – bei mir waren 2 EL nötig, weil nur noch eine vereinsamte Winzknolle im Schrank lag.

Eine Pfanne mit Sesamöl aufstellen und richtig heiß werden lassen. Die Röstimasse hineingeben, flach drücken und Geduld walten lassen. Wer die nicht hat, kann während die erste Seite des Röstis bräunt die Sauce schon einmal abgeschmeckt werden: etwas Salz, Worcestersauce und Chili tun ihr auf jeden Fall gut.

Dann das Rösti möglichst im Ganzen wenden – wieder warten…. Diesmal als Übergangshandlung empfohlen: Zitronenmelisse oder Koriander zupfen und schneiden. Wenn das Rösti gar und knusprig auf dem Teller liegt die Käuter über den angerichteten Teller streuen oder unter die Sauce rühren.

頂きます!N Guten!

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Keks

照焼 – glänzend gebratenes Gemüse

23 Apr

Ein Blick in die allwöchentliche Lieferung an Biomüll-Verpackungsmaterial – auch Supermarktprospekt genannt – verrät spätestens: die Grillsaison hat so gut wie angefangen. Da sieht man dann Würste und Steaks und Koteletts auf den Kohlen liegen – Photoshop sei Dank nicht verkohlt, sondern regelmäßig knusprig braun…

Und was machen die Vegetarier?!

Und was machen die regenscheuen, balkonlosen, verfrorenen?!

Das, was ich auch getan habe, als mich die Lust auf gegrilltes bei miesem Wetter überkam: frei nach dem Motto Gemüse ist mein Fleisch kommt die Farbe nicht durch Feuer, sondern via Würzsauce an das „Grillgut“

 

Teriyaki vegetarisch

Zutaten:

  • ½     Stk   Aubergine
  • ½    Stk   Zucchini
  • 1     Stk   Restgemüse, sehr lecker aber: Knollensellerie, Paprika, Shiitake, Kürbis, Topinambur (vorher gekocht), Zwiebeln
  • 1    EL   Sesamöl geröstet
  • 1    EL   gute Teriyaki-Sauce, besser noch Paste
  • 1    EL    Sojasauce
  • 1   EL    Umeboshi ( alternativ Mirin oder Reisessig mit etwas Zucker und Salz)
  • 1    TL   Curry (am besten selbstgemacht wie  **hier**  beschrieben)
  • Etwas    Salz, Chili nach Geschmack und Curryschärfe
  • Optional     Sesam, frischer Koriander

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Zubereitung:

Das Gemüse in möglichst großflächige, aber dünne Scheiben schneiden. Eine Pfanne mit dem Sesamöl aufsetzen und am besten während dem Warten auf eine angemessene Hitze mit dem Vorbereiten der Würzsauce ablenken: Teriyaki- und Sojasauce mit Umeboshi oder Essigersatz, Chili und Curry verrühren. Je nachdem was für eine Teriyakizubereitung ihr verwendet kann die Mischung relativ zähflüssig sein – wer ein gleichmäßiges, optisch ansprechenderes Ergebnis haben möchte kann dann auch ein bisschen Wasser dazu geben.

Wichtig ist auf jeden Fall – gerade wenn ihr wie ich die Ehre mit einem Elektroherd habt, der älter ist als ihr – dass ihr euch Zeit lasst… Die Pfanne MUSS richtig heiß sein.

Dort landen die Gemüsescheiben einzeln – so verteilt, dass sie gemütlich bräunen können. Wenn eine Seite knusprig ist, Scheibe für Scheibe wenden, dabei eine dünne Schicht der Teriyaki-Mischung darauf verstreichen. Sobald das bei allen Scheiben passiert ist, kann die gleiche Prozedur mit der anderen Seite wiederholt werden, die Hitze sollte jetzt aber deutlich – auf etwa die Hälfte – reduziert werden.

Das war’s schon! Schnell alles aus der Pfanne und heiß auf den Tisch – ein paar letzte Salzkrümel kann das Gemüse je nach Sojasauce noch gebrauchen und es freut sich über ein bisschen Grün in Form von Koriander   😉

~*~

Diesmal noch eine kleine Schlussbemerkung für alle Sprachinteressierte: Teriyaki  照焼 bedeutet so viel wie „glänzen, scheinen“ 照  und natürlich „braten“ 焼

In diesem Sinne sagt Keks: „頂きます“

erstes Nest für den Spatz

19 Apr

Dieses Ma(h)l kommt euch eine besondere Ehre zu, auch wenn es eigentlich ein ganz einfaches Rezept ist: wie man echt schwäbische Spätzle macht.

Die Beilage dazu ist nicht ganz der Tradition entsprechend, aber das süßlich herbe Gemüse schmeckt wie die Zeit, zu der die Zutaten am besten sind: eine Ahnung von frischem und zartem Frühjahrsgemüse, das sich aber immer noch neben herben Winteraromen behaupten muss.  Da verzeiht es auch die Schwäbin, wenn es mal keine dunkle Soße zu den Spätzle gibt.

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Spätzle mit Pastinakengemüse

Zutaten:

Für die Spätzle:

  • 1             Stk         großes Ei
  • 80           g             Mehl (Weißmehl, ein wenig Vollkornmehl kann untergemischt werden)
  • 1             EL           Butter
  • großzügig            Salz
  • Etwas                    Muskatnuss, Mineralwasser
  •                 Optional              Schnittlauch und/oder Petersilie

Für das Pastinakengemüse:

  • 2             Stk         Pastinaken
  • 1             Stk         Zwiebel
  •                 etwas   Weißkohl
  • ½            Stange  Lauch
  • 1             TL           Koriander
  • 1             EL           Senf (grob)
  • 100         ml           Weißwein (alternativ etwas Weißweinessig oder Zitronensaft)
  • 200         ml           Sahne oder Sojacreme/ -milch
  •                 etwas   Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Kümmel

Zubereitung:

Gleich als erstes könnt ihr einen groooßen Topf mit Wasser aufsetzen, in den dann die Spätzle gedrückt oder geschabt werden (zum Drücken kann man auch eine Kartoffelpresse verwenden, zum Schaben ein kleines Holzbrett und einen Messerrücken).

Je nach Größe des Eis zuerst mit etwas weniger Mehl beginnen und mit dem Ei verrühren bis sich die gröbsten Klumpen gelöst haben. Der Teig sollte zunächst eine zähe Masse sein. Danach Muskatnuss hinein reiben und einen Schuss Mineralwasser zugeben. Optional können jetzt auch gehackte Petersilie oder Schnittlauch mit in den Teig gegeben werden.

Schwaben-Spar-Alarm: dank der folgenden Prozedur könnt ihr euch das Fitnessstudio sparen: mit einem Holzlöffel oder stabilen Plastikschaber den Teig so lange schlagen bis er große Blasen wirft und wirklich zäh am Löffel hängen bleibt. Die richtige Konsistenz muss man ins Gefühl bekommen und mit Mehl- oder Wasserzugabe herstellen. Fürs Schaben sollte der Teig sehr klebrig und fest sein, wenn ihr eine Presse verwendet sollte er noch ein wenig fließen.

Wie auch immer die Spätzle ins Wasser kommen: es sollte sprudelnd kochen, dann reicht es auch wenn die Spätzle nur einmal kurz aufwallen. Sofort abschöpfen und danach in kaltem Wasser abschrecken.

Für das Gemüse den Lauch halbieren und Sand auswaschen, ebenso wie Weißkohl und Zwiebel in Streifen schneiden. Wer nur den süßlichen Geschmack der Pastinake mag, schält sie, ansonsten gut abbürsten und in Scheiben schneiden.

Koriander, Muskatnuss, Pfeffer und Kümmel im Mörser grob zerstoßen.

Jetzt können zwei Pfannen parallel auf den Herd (wenn er groß genug ist): eine mit Butter nicht ganz so heiß werden lassen (sonst wird sie bitter), eine mit Öl auf höchste Stufe stellen. Die Spätzle wandern in die schäumende Butter, das Gemüse wird in Öl zuerst scharf angebraten und dann mit der Gewürzmischung durchgeschwenkt.

Wenn die Spätzle die erste Bräunung haben ordentlich Salz dazu geben, die Pfanne auf kleinere Hitze stellen und sich wieder dem Gemüse zuwenden: mit Weißwein beschwipsen, mit Sahne abfüllen und zur Krönung einen Löffel Senf drauf hauen. Auch hier das Salz nicht vergessen.

Damit ist eigentlich alles fertig und muss nur noch bis zur gewünschten Knusprigkeit zu Ende braten oder Sämigkeit einköcheln.

~*~

Keks

weich gedünstete Japaner

18 Apr

In die wie vielte Runde gehen wir jetzt eigentlich mit den Rettich-Rezepten?

Man weiß es nicht… Fakt ist aber auch: so ein weißer Rettich ist groß, schwer und möchte nicht ewig im angeschnittenen Zustand im Kühlschrank liegen. Wahrscheinlich ist das auch der Grund dafür, dass der geneigte Japaner 1001 Arten kennt, ihn zuzubereiten.

Weil ich aber grundsätzlich zu faul bin, ein Rezept nachzuschlagen, zu knauserig um es auszudrucken und es mir zu umständlich ist, ständig zwischen Laptop und Küche hin und her zu tingeln, hier meine ganz eigene Variante der beliebtesten japanischen Zubereitung:

Rettich weich gedünstet in einer würzigen Sojasauce

~*~

Gedünsteter Rettich

Zutaten:

  • 1             Stk         weißer oder schwarzer Rettich
  • 1             Stk         Zwiebel
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 1             EL           gehackter Ingwer
  • 1             EL           Currypaste (vorzugsweise grüne)
  • 1             EL           Sesamöl, geröstetes
  • 2             TL           schwarzer Kümmel
  • 1             TL           Teriyakisauce
  • 25-50     ml           Sojasacue (dunkle)
  • 25           ml           Reisessig
  •                 etwas   Chilli, Salz, Mirin, frischer Koriander

Zubereitung:

Den schwarzen Rettich auf jeden Fall, den weißen bei Bedarf schälen, halbieren oder Vierteln und in dünne Scheiben schneiden. Die Zwiebel in Streifen schneiden, den Knoblauch und den Ingwer hacken.

Eine Pfanne mit dem Sesamöl erhitzen: Darin den Rettich mit der Currypaste anbraten. Wenn sich die Paste gut verteilt hat und der Rettich Farbe genommen hat dürfen auch Zwiebel, Knoblauch und Ingwer in der gleichen Pfanne mit schwitzen. Solange die Zwiebeln weich werden den Kümmel im Mörser zerstoßen und anschließend dazu geben. Einen eleganten Schwenk aus dem Handgelenk wagen und dann die Hitze reduzieren.

Eigentlich war das schon die meiste Arbeit: jetzt dürfen zuerst die Teriyakisauce und danach die Sojasauce nach dem dazugeben karamellisieren, bevor mit Reis- und Mirinessig abgelöscht wird. Bei Bedarf sollte Wasser nachgelegt werden: der Rettich sollte einmal knapp mit Flüssigkeit bedeckt sein.

So darf er dann auf kleiner Flamme köcheln bis die Flüssigkeit fast ganz verdampft ist und die Scheiben schön weich, aber noch nicht zerfallen sind.

Zum Abschmecken erst salzen, dann mit Chilli mangelnde Ingwer-Schärfe ausgleichen.

Den Rettich kann man dann einfach so mit frischem Koriander bestreut als Vorspeise oder Beilage warm oder kalt verwenden, aber auch als Einlage für Ramen – also asiatische Nudelsuppe mit allem drin, was sich noch so im Kühlschrank findet – eignet sich das Gemüse wunderbar.

Reste halten sich prima im Kühlschrank und für den späteren Verzehr dann direkt als eine Art Salat.

~*~

Keks

hoffentlich letzter Seelenwärmer

12 Apr

Ich wollte zwar aufhören über das Wetter zu motzen – weil es dadurch ja auch nicht besser wird – aber ganz ehrlich: eigentlich möchte ich nach Ostern nicht mehr triefnass und frierend nach Hause kommen… 😦

Meinen Resten im Kühlschrank hat die Fröstelstimmung aber gut getan: ein deftiger, warmer Eintopf aus den noch gehorteten Wintergemüsen kam mir heute gerade recht.

Also: hoffentlich zum Abschluss der trüben Tage noch einmal etwas herbes, heißes, an Omas kuschelige Küche erinnerndes:

Wurzelgemüse-Eintopf

Zutaten:

  • ¼            Stk         kleinerer Knollensellerie
  • 3             Stk         Möhren
  • 1             Stk         Gemüsezwiebel
  • Sonstige Reste von Knollen oder Wurzeln: Kartoffeln, Rettich, Pastinake….
  • 100 – 250 ml       Weißwein
  • 1 – 1½   l               Gemüse- oder Hühnerbrühe
  • 1             Stk         Lorbeerblatt
  • etwas   Kümmel, Muskatnuss, Senfsaat, Pfeffer, Salz
  • Optional: Estragonsenf, oder auch ein guter scharfer Senf und frischer Estragon

Zubereitung:

Das Gemüse „küchenfertig“ machen – d.h. alles schälen, was eine ungenießbare Außenhaut besitzt und Strünke etc. entfernen. Alles einfach in grobe Stücke schneiden, wer es eilig hat mit dem Essen und ein scharfes Messer kann aber auch auf kleinere Würfel umsteigen.

Kümmel, etwas Muskatnuss, Senfsaat und Pfeffer mit etwas Salz im Mörser zermahlen.

Das Gemüse dem Härtegrad nach anschwitzen: Kartoffeln und Möhren müssen als erstes in den Topf, Pastinaken und Knollensellerie können später folgen, die Zwiebel verzeiht vieles und kann auch als letztes dazu.

Wichtig ist, dass trotzdem alles ein wenig Farbe abbekommt. Dann kann auch die Gewürzmischung zum Gemüse gegeben und mit angeschwenkt werden. Wenn der Geruch den Hunger so weit angeregt hat, dass Ungeduld aufkommt: mit Weißwein ablöschen und mit Brühe aufgießen.

Je nachdem, wie breiig oder suppig die gewünschte Konsistenz sein soll oder wie viele Reste sich noch gefunden haben kann die Menge an Flüssigkeit, die ihr braucht, natürlich stark variieren. Lorbeerblatt mit in den Topf geben und alles zusammen köcheln lassen.

Wer mag  – und sich die Mühe gemacht hat ein paar schöne Würfel zu schneiden – kann auch einen Teil des Gemüses aus der Brühe nehmen und später als Einlage verwenden. Ansonsten heißt es jetzt: systematische Folter – erst systematisch weichkochen und dann alles kurz und klein machen (Lorbeerblatt VOR dem Pürieren entfernen!!).

Zum Schluss dann mit Salz und (Estragon-) Senf abschmecken – den Estragonsenf kenne ich aus Belgien, es gibt ihn auch in Deutschland. Hört sich zuerst zu intensiv und speziell an, ist aber definitiv eine Anschaffung wert.

~*~

Dazu optimal: schönes krustiges Bauernbrot 🙂

Planschen im Currysee

10 Apr

Wenn Vogel sehnsüchtig an seine Thailandreise zurück denkt, dann schmachtet e zwar meistens nach Teigtaschen, aber solange es draußen nach Sonnenuntergang immer noch kalt wird, wärmen wir uns auch gern an seinen kulinarischen Erinnerungen.

Diesmal wird es fancy, wenn ihr mögt: Wir schicken leider nicht uns selber, sondern Garnelen in thailändischen Gewässern baden.

Für die Alltags-Studentenküche kann man die teure Einlage natürlich auch weglassen – ganz das Gleiche wird es nicht, aber trotzdem noch scharf und lecker genug für einen Kurzurlaub am Esstisch.

 Thai-Curry-Garnelensuppe

Zutaten (für 2 Schalen):

  • 8             Stk         Garnelen
  • 1             Stk         kleine Spitzpaprika
  • 2             Stk         Frühlingszwiebeln
  • 50           g             Aubergine
  • 30           g             Pilze (Austernpilze / Shiitake / Kräuterseitlinge)
  • 1             Stk         kleine Karotte
  • 1             Stk         Zehe Knoblauch
  • 1             EL           fein gehackter Ingwer
  •                                Kafirlimettenblatt, Chilis, Currypaste
  • 50           ml           Kokoscreme (setzt sich auf der Kokosmilch ab)
  • 200         ml           Sojamilch
  •                                Reisessig
  •                                Stärkepulver

Zubereitung:

Frühlingszwiebeln, Paprika, Karotte in feine Streifen schneiden, Pilze in gleichmäßige aber größere Streifen schneiden. Aubergine vierteln und in Scheiben schneiden. Den Ingwer und den Knoblauch fein hacken, Kafirlimmetrenblatt entweder im Ganzen mitkochen oder auch sehr fein hacken.

Als Erstes die Auberginenscheiben in die heiße Pfanne geben und anbraten bis sie gebräunt sind, dann etwas Kokoskreme dazugeben und schwenken, damit sie etwas vollgesaugt werden. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

Als nächstes die Pilze scharf anbraten, zu den Auberginen geben.

Dann die Garnelen scharf anbraten, dass sie aussen rot werden und leicht angebraten sind, innnen jedoch noch roh ( ca 15-20 Sekunden pro Seite, die Pfanne muss also seeeehr heiß sein)

Auch wenn sie aus dem salzigen Meerwasser kommen: GARNELEN NICHT SALZEN!!!! Werden sie an ihr ursprüngliches Planschbecken erinnert, sind sie beleidigt und werden zur Strafe trocken und zäh. Lieber in einem extra Schälchen beiseite geben und hoffen, dass sie nicht herausfinden, in welchem Ersatz-Schwimmbecken sie landen werden.

In die Pfanne jetzt die Gemüsestreifen geben und zusammen mit der Kokoscreme und der Currypaste anbraten: es sollte alles herrlich nach Kokos und Curry duften. Mit Wasser oder etwas Brühe (Hühnerbrühe oder Gemüsebrühe ist noch besser) aufgießen und Sojamilch dazugeben.

Zum Schluss noch einmal Abschmecken und auf den gewünschten Schärfegrad aufpeppen. Die Garnelen gesellen sich beim Servieren wieder in die Suppe bzw. darauf.

~*~

Eine Pfanne Orient

9 Apr

Wer hat schon Lust auf einen riesigen Berg Abwasch? Zumindest in meiner Küche gibt es keinen Platz (obwohl komischerweise einen Anschluss) für eine Spülmaschine. Die WG-Bewohner unter euch lachen jetzt vielleicht hämisch, aber Töpfe und Pfannen zu sparen kann euch ja auch nur gelegen kommen, oder?

Deshalb hier eine relativ einfache und herrlich unkomplizierte Variante für einen kompletten Hauptgang aus der indischen Ecke:

indisches Linsencurry

 

Zutaten:

  • 1 Zucchini
  • ½ Aubergine
  • 1 Spitzpaprika oder rote Paprika
  • 1 Möhre
  • 2 Stangen Staudesellerie
  • 2 TL fein gehackter Ingwer
  • ½ große Zwiebel
  • 1 große Zehe Knoblauch
  • 100g grüne Linsen
  • 20 g rote Linsen (für die Bindung)
  • 1 TL rote Currypaste (gehäuft)
  • 2 EL Kokoscreme
  • 1 Lorbeerblatt und 1 Kafirlimettenblatt
  • 50 ml Weißwein
  • 100 ml Sojamilch oder –drink
  • 1 TL minced Koriander oder noch besser eine Hand voll frisches Koriandergrün
  • etwas scharfes Chili-Chutney oder Chili nach Geschmack
  • Salz

Zubereitung:

Gemüse waschen, Zwiebel, Knoblauch und falls nötig Möhre schälen. Alles Gemüse in grobe Würfel schneiden, den Knoblauch und den Ingwer  fein hacken – ebenso die Chilli, falls kein Chutney verwendet wird.

Die Pfanne richtig heiß werden lassen und die Auberginenwürfel von allen Seiten mit viiieeel Geduld und Liebe von allen Seiten braun werden lassen. Dann 1 TL von der Kokoscreme mit den Auberginen anschwenken, aus der Pfanne nehmen und zum nächsten Gemüse übergehen: Paprika und Zucchini ebenfalls scharf anbraten.

Anschließend dürfen Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Möhre und Staudensellerie zusammen in die Pfanne. Wenn sie leicht angebraten sind die Linsen dazu geben.

In einem Schälchen die Currypaste mit einem Teil der Kokoscreme, dem Chili-Chutney und etwas Wasser zu einer homogenen Masse verrühren.

Wenn Linsen, Möhren, Zwiebeln und Sellerie leicht angeröstet sind die restliche Kokoscreme dazu geben und unterrühren. Ein reduzieren lassen bis sich der süßliche Duft von geröstetem Kokos in der ganzen Küche (studentische Maßstäbe: der ganzen Wohnung) verbreitet, danach mit der Currymischung ablöschen und mit Wasser auffüllen, bis die Linsen bedeckt sind. Lorbeer- und Kafirlimettenblatt hinzugeben. Deckel drauf und erst mal die Linsen gar köcheln lassen.

Währenddessen kann der frische Koriander gehackt werden. Ansonsten heißt es jetzt warten….

Erst wenn die Linsen weich sind, dürfen auch der Essig und die Sojamilch in das Curry, zusammen mit dem vorher angebratenen Gemüse. Alles zusammen noch einmal aufkochen lassen und mit Salz, eventuell etwas mehr Chili und dem Koriander abschmecken.

Zu der sämig-soßigen Konsistenz eignet sich Brot hervorragend als Löffelersatz und Beilage.

Wir wünschen Guten Appetit – was in Indien ja ziemlich kompliziert werden kann, zumindest wenn man die „richtige“ Sprache erwischen will. Also einfach nur in den Unions-Sprachen:

„Enjoy your meal!“

oder

„āp kā khānā svādiṣṭa ho“