Tag Archives: Hauptgericht

Vancouver-Wetter eingetopft

12 Nov

Was kommt dabei heraus, wenn man das Vancouver Herbstwetter, die lokalen frischen Produkte und die Mentalität hier in einen großen Topf wirft?

Tipp: Es ist bunt, es ist fischig, es ist nass und es ist warm. Außerdem ist es international, improvisiert und ein bisschen zu gut, um noch ganz koscher zu riechen.

Antwort: die wohl bekannteste Fischsuppe der Welt –


Zutaten:

  • 500g Fisch im Ganzen oder inklusive aller Karkassen (wir haben Scholle bekommen, aber auch Snapper und andere nicht tranige Fische eignen sich)
  • 4 kleine Oktopusse oder Kalamari
    • Alternativ auch Muscheln, Krabben oder Garnelen
  • 1 dünne Stange Porree, nur der helle Teil
  • 1 Schüssel Suppengemüse (ideal: Fenchel, Möhren und Knollensellerie)
  • 4 Tomaten
  • 1 große Zwiebel
  • 3 Zehen Knoblauch
  • Olivenöl, 1 Lorbeerblatt, 1 Schuss Zitronensaft, Paprika, Salz
    • Die fancy Variante: 1 Msp. Safran

     

Zubereitung: Hier stellt sich das Kuschelfeeling schon mindestens eine Stunde vor dem Essen ein, denn die Vorbereitung bietet Spiel und Spass fuer jeden Geschmack. Auf der einen Seite muss der Oktopus von Augen, Hirn und Knorpel befreit und der Fisch geputzt werden, auf der anderen Seite gibt es ein ganzes Konglomerat von Gemuese in feine Streifen zu schneiden.

Der Fischposten hat als erstes ein Paeuschen, denn wenn der Fisch grob unterteilt ist in Schwanz, Kopf und Rest darf er eine erste Runde zurueck ins Nasse, um einmal aufzukochen und einen ersten Schwall Eiwweiss ausflocken zu lassen. Das muss zwar nicht sein, macht die Bouillabaisse aber klarer. Ausserdem ist das Filet danach schon so gut wie gar und laesst sich wunderbar von den Karkassen loesen.

Eben dieser vermeintliche Abfall macht die Essenz der franzoesischen Fischsuppe aus: wer in der traurigen Lage ist, keinen ganzen Fisch bekommen zu koennen sollte sich das billigste vom Fisch schnappen, das zu bekommen ist. All diese Reste koennen naemlich guten Gewissens bis aufs Mark ausgekocht werden – das Lorbeerblatt darf dabei gleich mitschwimmen.

Das kochende Wasser kann und darf ausserdem auch gleich genutzt werden, um die Tomaten so weit anzugaren, dass man sie nach einer kalten Dusche bequem haeuten kann. Ansonsten braucht es an dieser Stelle nur zwei Dinge: ein Stuendchen Zeit und Geduld.

Dafuer darf man nach langem Warten stolz behaupten, den eigenen Fischfond produziert zu haben – sobald die Karkassen entfernt sind. Einfach nur „Bruehe“ waere natuerlih langweilig: es gehoert selbstverstaendlich noch Einlage in die Suppe.

Der Gemueseposten sollte mittlerweile so weit sein, dass eine Pfanne mit einer bunten Mischung befuellt werden kann. Mittlere Hitze reicht ausnahmsweise aus, um Moehren, Sellerie, Fenchel, Lauch, Knoblauch und Zwiebeln mit ein wenig Zucker und in ein bisschen Butter anzuschwenken. Zusammen mit den gewuerfelten Tomaten gehen sie den Weg so vieler Zutaten – ab in die Untiefen des Eintopfs.

Jetzt muss der knurrende Magen nur noch fuer ein Viertel Stuendchen verstroestet werden, in dem das Gemuese Geschmack abgeben kann. Danach oder waehrenddessen darf abgeschmeckt und der Kalamar angebraten werden.

Zusammen mit dem Fenchelgruen wird das Fischfilet kurz vor dem Servieren wieder in der fertigen Suppe aufgewaermt.

Das Resultat ist wudnerbar mit dem ’sanften‘ Rotwein British‘ Columbias kompatibel und troestet besonders gut ueber eklig-nasskalte Herbsttage an der Pazifikkueste hinweg. So viel gutes aus dem Meer laesst zumindest mich die entsprechenden Mengen an Wasser von oben verzeihen.

Cheers!

Keks

Eintopf am Strand

23 Okt

Wer traeumt an einem regnerischen Wochenende, den ersten kalten Herbsttagen, nicht davon in der Karibik am Strand zu liegen? Es ist zwar absolut kontraproduktiv, Kontrasteffekt sei Dank, aber verhindern kann man es trotzdem nicht.

Gleichzeitig mit dem Fernweh aber ueberkommt mich dann auch immer gleich das Beduerfnis nach richtigem Seelenfutter: deftiger, warmer Eintopf, der von Innen heraus waermt und einfach nur papp satt macht.

Diesen Sonntag durfte ich lernen, dass beide Sehnsuechte ganz leicht auf einmal zu befriedigen sind: tatsaechlich kocht man in der dominikanischen Republik mit Nichten sommerlich-leichte Gerichte, sondern mischt bevorzugt deftiges Knollen- und Wurzelgemuese mit einer Menge Fleisch.

Hier das Rezept fuer den etwas anderen Karibiktrip, der mich ein Stueck von meiner Bananen-Phobie kuriert hat:

 

Sancocho (dominicano)

Zutaten:

  • 2 Kochbananen
  • ½ – 1 Maniok (je nach Groesse)
  • ½ kleinerer Kuerbis (weichfleischig)
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Spitzpaprika
  • 250g Siedfleisch, z.B. Schulter vom Rind
  • Frischer Koriander
  • 2-3 Zehen Knoblauch
  • Bruehe (am besten selbstgemacht)
  • Etwas Salz, Zucker, Olivenoel
  • Optional auch: Suesskartoffel (yam), weitere Fleischstuecke von Schwein, Huhn, Rind, …


     

     

     

Zubereitung:

Im Prinzip besteht die Hautarbeit bei diesem Gericht in einer ziemlich simplen Aufgabe: Schaelen und Schneiden. Im Prinzip sage ich deshalb, weil sich die Einfachheit der Sache nur unter zwei Bedingungen zeigt: 1. Man besitzt scharfe Messer (tun wir zwar, aber auf einem anderen Kontinent) und 2. Man weiss wie (und hier konnte mein Mitbewohner gluecklicherweise Expertise offerieren).

Kochbanane, Kuerbis und Maniok geben ihr Inneres eigentlich nach demselben Prinzip preis: beide Enden der Frucht abschneiden, Schale entfernen – fertig. Bei der Kochbanane geht das am besten, wenn man die Schale einmal laengs bis aufs Fleisch einschneidet und sie dann rundherum abpellt; beim Maniok und dem Kuerbis rueckt man der harten Schale am besten auch mit dem Messer zuleibe.

Dieses Trio wandert in groben Wuerfeln als erstes in einen grossen Topf, denn es hat die laengste Garzeit. Mit Bruehe angegossen kocht das Gemuese mit Salz und dem groessten Teil des Korianders einfach waehrend der gesamten restlichen Kochsession vor sich hin.

Das heisst auch, dass man sich ruhig Zeit lassen kann mit dem Fleischanteil – v.a. sollte man dabei auch die Geduld aufbringen, die Pfanne fuer das Fleisch richtig heiss werden zu lassen und es auf jeder Seite scharf anbraten zu lassen, ohne es voreilig zu wenden (man schreie voreilige Mitbewohner trotzdem nicht an, sondern entziehe ihnen am besten einfuehlsam die Kontrolle ueber die Pfanne). Hinzu kommen Zwiebeln, Knoblauch und Paprika. Sobald diese Mischung genug Roestaromen ausgebildet hat wird sie mit Salz und Zucker gewuerzt. Abgeloescht wird am besten direkt mit dem Sud vom grossen Topf, in den der Pfanneninhalt sodenn ebenfalls wandert.

Bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel muss der fast fertige Eintopf nur noch weiter koecheln – die Zeit variiert mit der Fleischsorte, der Groesse der Fleischstuecke und der eigenen Willensstaerke. Man sollte sich aber mindestens so lange zusammenreissen und dem intensiver werdenden Duft wiederstehen, wie das Fleisch noch braucht um weich zu werden.

Abschliessend (oder auch ein paar mal zwischendurch) nochmals mit frischem Koriander und Salz abschmecken, la Familia zu Tisch bitten und es sich am Kuechentisch um den Pot herum gemuetlich machen.

 

Que aproveche!

Keks

Apothekenspaziergang: japanischer Wald

13 Okt

Ganz ehrlich: meine Einkaufstour in Chinatown hat mich dazu inspiriert Weiterlesen

Onsen fuer Nudeln und Huhn

3 Okt

Vancouver mag zwar eine Sushi-Stadt sein ( ich bereue es immer noch sehr, dass Geldbeutel und Zeitplan mein vorhaben „alle Sushi stores auf den Broadway ausprobieren“ wahrscheinlich unrealistisch machen – ganz abgesehen davon, dass es ca. 30 sein muessten) … aber es geluestet mich dann doch auch ab und an nach anderen Spezialitaeten.

Dafuer musste ich interessanterweise heute Abend nur am erstbesten kleineren Farmer’s Market in die Gewuerzabteilung laufen: Viola! 100g feinstes Dashi… der Geschmack der Fischbruehe ist fuer mich neben Miso DER Geschmack nach japanischer Nudelsuppe.

Deshalb heute Abend dampfendes Seelenfutter:

Japanische Nudelsuppe mit Huhn

Zutaten:

  • ½ Zucchini
  • 1 Baby Pak Choi
  • ½ Gemuesezwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 grosszuegige Haende voll Sjoasprossen
  • 1 TL rote Currypaste
  • 1 TL Dashi Pulver
  • 1 guter Schuss dunkler Reisessig
  • 1 EL Erdnussoel
  • 1 Stueck Huhn (roh oder auch uebrig vom letzten Sonntagsessen)
  • 1 Portion japanische Eiernudeln
  • Ausreichend Wasser und ein bisschen Salz

 

 

 

 

 

Zubereitung: Weil ich keine Ahnung von Pak Choi habe, wurde der asiatische Kohl einfach mal wie Chinakohl behandelt: Strunk und Blatt getrennt, beides kleingeschnitten, genauso wie der Rest des Gemueses.

Und wer spaet nach Hause kommt, der hat auch Hunger. Also schnell gleich zusammen Zucchini, Zwiebel, Strunk und Knoblauch mit der Currypaste anschwitzen und waehrend dem Anbraten mit Abspuelen und Quatschen ablenken, damit wenigstens ein bisschen Farbe an das Gemuese kommt.

Erst wenn der Curry so den ganzen Geschmack entfaltet hat die Hitze reduzieren, damit das Gruen vom Pak Choi und die Sojasprossen in der Pfanne nicht verbrennen. Gluecklicherweise muessen die nur angeschwenkt werden, dann kann schon mit Essig und Wasser abgeloescht werden. Dashi und ein bisschen Salz dazu, dann koennen die Nudeln und das Huhn in der wuerzigen Bruehe gar ziehen bzw. aufgewaermt werden.

Ich wuerde das Gericht ja so beschreiben: Atsui, karai – OISHII

Patatas, Poulet, Perfect

1 Okt

Ja, es geht lustig weiter in der Kuschel-WG Kueche international: Der Ofen ist immer noch etwas ganz besonderes, einfach weil er nur durch harte Schrubb-Arbeit benutzbar wurde.

Deshalb wurde der Thanksgiving Braten einfach schon mal vorverlegt – oder zumindest Probe gekocht:

Knuspriges Ofenhuehnchen & Patatas Bravas

Zutaten:

  • ganzes Huhn
  • So viele Knoblauchzehen wie Mitmenschen-vertraeglich
  • 1 Gemuesezwiebel
  • 1 rote Zwiebel (gross)
  • 1 Paprika
  • 4 groessere Kartoffeln
  • 2-3 Zweige Rosmarin
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2-3 Chilischoten
  • Salz, Pfeffer, Thymian, Paprikapulver, Zitronensaft, Olivenoel und Balsamicoessig

Zubereitung:

Als allererstes das Gefluegel inspizieren und entsprechend der Diagnose ausweiden und saeubern. Die Gemuesezwiebel, eine Chilischote und Knoblauch fuer die Fuellung in grobe Stuecke schneiden. Der zurechtgestuzte Vogel darf es sich dann auch schon in der Backform oder im Braeter bequem machen und in Zitronensaft und Olivenoel baden. Salz in und auf das Huhn geben, Rosmarin, Zwiebeln und Knoblauch gehen unter die Haut und fuellen die innere Leere.

Bei 200 Grad (Ober-)Unterhitze ab in den Ofen. Waehrend der ersten Braenungsphase einen Sud aus Balsamico, Salz, Thymian, einer angepressten Knoblauchzehe, Paprikapulver, einem Lorbeerblatt und etwas Wasser aufsetzen und zum Sieden bringen, damit sich die Aromen der Kraeuter darin ausbreiten koennen. Damit kann man den Braten dann nach Lust und Laune uebergiessen, wenn es einen nach einer Nase voll Essensduft geluestet. Angenehmer Nebeneffekt: das Huhn wird lecker und die Haut knusprig.

Je nach Groesse des ehemaligen Federviehs kann man sich jetzt entweder entspannt ans Kartoffelkochen und das restliche Gemuese machen oder – wenn man so wie bei uns gleich fuer den Rest der Woche mit kocht – auch erst mal noch staubsaugen gehen.

Erst wenn das Huhn sich dann nach einer oder zwei Wendungen und einigen Aufguessen entschieden hat, gar, zart und goldbraun zu sein, wird das Gemuese in Olivenoel knackig angebraten, mit Chili, Salz und ordentlich Paprika gewuerzt. Die gekochten Kartoffeln kommen in Scheiben mit in die Pfanne.

Bei ausreichender Hingabe muesste damit auch schon alles fertig und lecker sein. Bratnsosse und restlichen Sud unbedingt aufheben und weiterverwenden! (Und sei es nur zum immer wieder aufkochen, um mit dem Duft die nicht kochende Mitbewohnerin zu quaelen).

An dieser Stelle bleibt mir nur noch eins zu sagen: Danke Gott fuer einen Mitbewohner, der Crema di Balsamico kauft, nicht Tiefkuehlpizza!

Keks

Internationaler Ofenfisch

24 Sep

Was kochen ein Halbspanier mit karibisch-schweizer Mutter und eine Schwaebin in ihrer Vancouver-WG Kueche, wenn sie am Sonntag Abend Lust auf etwas richtig gutes haben? Natuerlich Fisch!

Wir befinden uns ja direkt an der kanadischen Pazifikkueste – dass man dort den ganzen Fisch nur in Chinatown bekommt… eine andere Geschichte, aber Keks hat ja nichts gegen einen Ausflug in die Welt von getrockneten Pilzen, Ginseng Tee und ominösen Gemuesen, alles natuerlich nur mit Wortschriftzeichen beschildert.

Wie dem auch sei: in der Kueche, die seit unserer Ankunft wohl monatelang nur eine Auswaermstation war, kann man leider nur entweder den Ofen oder den Herd benutzen. Also musste fuer den ganzen, am gleichen Tag gefangenen Fisch, ein Rezept improvisiert werden, bei dem alles in die Roehre schaut:

 

Ganzer Tilapia aus dem Backofen

mit Fenchel und Rosmarinkartoffeln

Zutaten (2 Personen):

  • 1 Tilapia
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 Knolle Fenchel
  • 4 fuer nordamerikanische Verhaeltnisse kleine Kartoffeln (also 8 normale europaeische)
  • Grobes Salz
  • Olivenoel
  • Zitronensaft
  • Rosmarin
  • Pfeffer

Zubereitung:

Den Tilapia auswaschen (und ggf. noch ausnehmen und entschuppen). Die Fenchelknolle entblaettern und das Gruen zusammen mit dem geschaelten und halbierten Knoblauch in den Fisch geben, ein wenig Salz und Pfeffer darf auch noch mit ins Innere. So gestopft den Fisch in einer Auflaufform mit Olivenoel uebergiessen und grosszuegig auch von Aussen salzen. Bei ca. 200 Grad Ober-Unterhitze darf er als erstes in den Ofen.

Danach die Kartoffeln vierteln, mit dem Fenchel in einen Topf (nein, wir besitzen auch noch keine grosse Schuessel) oelen, salzen, mit Zitronensaft ueberziehen und Rosmarin hineinzupfen. Wer kann und hat neutze Backpapier oder ein Backblech um das Gemuese darauf in den Ofen zu schieben, wer nicht: irgendwie arrangiert sich das auch auf einem Gitter… (die Fenchelstuecke die in den Fisch fallen werden zwar nicht knusprig, aber dafuer auch sehr aromatisch.

Waehrend man darauf wartet, dass die Kartoffeln und der Fenschel knusprig und der Fisch zart sind, empfiehlt sich ein Vospeisensensalat.

Viele Gruesse von der anderen Haelfte des Globus 😉

Keks

Spaghettisauce wie beim Konstanzer Türken

21 Mai

Neues aus der Wochenendküche: Der Markt in Tübingen hat frischen Spinat und Lauch herausgerückt – und damit die Erinnerung an unseren Lieblings-Türken in Konstanz, dessen Koch ohne Käse zwar nicht leben könnte, aber ansonsten die besten „was gerade frisch ist“ Zusammenstellungen in Böreks, Sacs und Aufläufen auf den Tisch bringt.

~*~

Spaghetti mit Spinat-Lauch-Sauce und Feta

Zutaten (für 2 Personen):

  • 150         g             Spaghetti
  • 100         g             (eingelegter) Feta
  • 300         g             frischer Spinat
  • ½            Stange  Lauch
  • 1             Stk         rote Zwiebel
  • 1-2         Zehe     Knoblauch
  • 2             Stk         getrocknete Tomaten
  • 1             Schuss  Weißwein
  • Etwas                   Salz, schwarzer Pfeffer, Zitronenabrieb, Muskat
  • Optional              frischer Basilikum

Zubereitung:

Je nach Jahreszeit wird das Spinatputzen als erster Schritt mehr oder weniger aufwendig: bei „ausgewachsenem“ Spinat die Stiele entfernen und separat kleinschneide. Dazu kommen die gewürfelte Zwiebel, getrockneten Tomaten, sowie der gehackte Knoblauch.

Den Lauch am besten einmal längs halbieren, dann ist das gesamte Geschmacksarsenal des Gemüses geboten. In etwas breitere Streifen schneiden.

Pastawasser aufsetzen und eine Pfanne mit Olivenöl heiß werden lassen. Als erstes Zwiebeln und co. mit etwas Salz bestreuen und anschwitzen. Wenn die Zwiebelchen glasig sind, an den Rand schichten und in der Mitte der Pfanne den Lauch anbraten.

Wenn dieser Teil des Gemüses kurz vor gar ist, den Spinat dazu geben und zusammenfallen lassen. Sobald die traurigen Reste davon braten und nicht mehr nur Wasser lassen mit Weißwein ablöschen und mit Salz (vorsichtig, denn Feta kann recht salzig sein), Pfeffer, Zitronenabrieb und Muskat würzen.

Ganz zum Schluss den in 1cm-Würfel geschnittenen Käse unter die Sauce heben.

~*~

Keks

Fastfood-Kampfansage

16 Mai

Auch wenn ich es nur als Erfahrungsbericht in meinem Japanischkurs gehört habe: was bei uns der Dönerstand um die Ecke ist, das sind in Japan die Okonomiyaki-Stände.

お好み焼き heißt so viel wie „brate was du willst“ und wird häufig als Japanische Pizza bezeichnet… finde ich nicht so treffend, weil die Basis eigentlich eher ein Pfannkuchen mit viiiieeeel Weißkohl ist, aber anyhow:

Hier gibt es diesmal das Rezept für genau diese Belegfläche, auf die normalerweise vor dem Wenden alle Zutaten geschmissen werden, die man gern hat. Wir machen sie gern als Beilage zu asiatischem Gemüse und so stelle ich sie auch mal vor.

Super sind Okonomiyaki aber auch als Univerpflegung.

 

~*~

Okonomiyaki mit Teriyaki-Gemüse

Zutaten:

Für das Okonomiyaki:

  • ¼            Stk         Weißkohl
  • 1             Stk         Ei
  • 3-4         EL           Mehl
  • 100         ml           Dashi (oder leichte Gemüsebrühe)
  • 1             EL           geröstetes Sesamöl
  • Etwas                   Salz, Paprika edelsüß, Cayennepfeffer, Krukuma, Worchestersauce
  • Optional              ein wenig Backpulver

Für das Teriyaki-Gemüse:

  • 1             Stk         Aubergine
  • 1             Stk         rote Zwiebel
  • 1             Stk         Zucchini
  • Alternativ           auch jedes andere Gemüse, das sich gut braten lässt und im Kühlschrank liegt
  • 3             EL           geröstetes Sesamöl
  • 3             EL           Teriyakisauce
  • 1             EL           Sesam
  • Etwas                   Sojasauce, Reisessig

Zubereitung:

Da wir uns heute in japanischen Gefilden aufhalten, braucht es für die Schnibbelei ein scharfes Messer (oder Europäer-gerechter: einen guten Hobel mit feiner Einstellung): Den Weißkohl so dünn wie möglich in Streifen schneiden und auch das Gemüse relativ fein in Scheiben.

In einer Schüssel das Ei verquirlen, das Mehl einrühren und langsam Dashi dazugeben, bis ein dünnflüssiger Teig entstanden ist. Der darf dann gerne nachgewürzt werden – auch wenn es nicht ganz „original“ ist, aber nötig ist es besonders dann, wenn ihr kein Dashi bekommen konntet, sonst ist der pure „Pfannkuchen“ etwas dröge. Wer möchte kann den Teig mit Backpulver fluffiger gestalten. Auf jeden Fall sollte er aber eine Weile ruhen.

So lange den Teriyakisauce noch mit etwas Sojasauce und Reisessig runder machen, je nach deren Qualität kann ein bisschen Zucker oder Salz gut tun.

Anschließend wird mit allem Gemüse gleich verfahren: in die knall-heiße, geölte Pfanne legen, von allen Seiten scharf anbraten und dann erst mit der Teriykaimarinade bestreichen. Auch in diesem Zustand noch einmal durch die Pfanne ziehen, aber aufpassen, dass es wirklich nur zum Karamellisieren und nicht zum Anbrennen kommt!

Wenn dann die letzte Gemüsesorte an der Reihe ist, die Weißkohlstreifen gut mit dem etwas aufgequollenen und zäher gewordenen Teig vermischen und das Ganze in einer Pfanne wie einen Pfannkuchen braten, wobei am Ende gern noch ein paar Spritzer Wochestersauce dazu gegeben werden dürfen.

Um das Gemüse perfekt zu machen als Letztes noch Sesam rösten und darüber streuen.

いただきます!

~*~

Keks

P.S.: Wenn sich Unterstützer finden: ich will eine Fastfood-Revolution für Deutschland! Mehr Okonomiyakistände an den Unis und kürzere Warteschlangen vor der Mikrowelle und der Essensausgabe!

Meckern auf hohem Niveau

15 Mai

Hier eine Variante von Risotto, die einem die beruhigende Illusion von Leichtigkeit vermittelt: der frische Fenchel harmoniert nicht nur wunderbar mit dem Käsearoma, sondern hebt auch seine Schwere ein wenig auf.

Es lohnt sich hier wirklich, in einen guten Käse zu investieren, der nicht böckelig schmeckt, sondern ein angenehmes, intensives Meckern an den Reis bringt.

~*~

Fenchelrisotto mit Ziegenkäse

Zutaten:

  • 80           g             Risottoreis
  • ½            Stk         Fenchelknolle (das Grün auf keinen Fall wegschmeißen!)
  • ½            Stk         Zwiebel
  • 1             Stk         weicher Ziegenkäse (Größe abhängig von Intensität)
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 2             EL           Olivenöl
  • 2             EL           heller, süßlicher Balsamico
  • 100         ml          Weißwein
  • 150         ml          Wasser oder Gemüsebrühe
  • 50           ml          Sahne oder Milch
  • Etwas                   Zucker, Salz, schwarzer Pfeffer
  • Optional             Orangen- oder Zitronenabrieb

Zubereitung:

Wem die halbe Fenchelknolle wenig vorkommt, weil man ja so viel davon wegschneiden muss, der täuscht sich, bzw. verarbeitet den Fenchel anders als die gute Schwäbin 😉

Die grünen „Finger“ zusammen mit dem Grün abschneiden und gegen die Faser in sehr feine Ringe schneiden. Das Grün beseite legen und die restliche Knolle in feine Würfel schneiden, ebenso die Zwiebel. Den Knoblauch und das Fenchelgrün hacken.

Den ersten Löffel Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen und darin zunächst den Fenchel scharf anbraten. Wenn er schon ein wenig Farbe genommen hat, Hitze ein wenig reduziere und auch Zwiebel und Knoblauch mit in die Pfanne geben. Mit etwas Salz und Zucker bestreuen, dann werden die Zwiebeln schön glasig und der Fenchel kann das erste Mal karamellisieren.

Jetzt den Reis dazu: auch er sollte 2 Minuten mit rösten dürfen, dazu den zweiten Löffel Olivenöl verbrauchen. Das erste Mal ablöschen mit dem weißen Balsamico, der die zweite Karamellschicht um das Ganze legt. Danach darf dann der gute Alkohol aus dem Weißwein verdampfen, ehe die Pfanne auf kleine Hitze gestellt und alles mit Wasser oder Gemüsebrühe aufgefüllt wird.

Nach ca. 10 Minuten könnte der Reis dann so weit bissfest und die Flüssigkeit eingesogen sein: Finish mit Milch oder Sahne, auch den Käse zumindest teilweise gleich einrühren. Wer Bio-Zitrusfrüchte da hat kann ein wenig von ihrer Schale zusammen mit dem Fenchelgrün unterheben.

~*~

Keks

Ausflug ins grüne Italien

10 Mai

Ich bin keine Absolutistin… aber das hier ist wirklich DIE Zubereitung für grünen Spargel schlechthin. Deprimierend einfach. Von dem Geschmack lässt man sich aber gerne trösten 😀

~*~

Gebratener Grüner Spargel

Zutaten:

  • 300         g             (dünner) grüner Spargel
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 2             EL           Olivenöl
  • 2             EL           dunkler Balsamico
  • Etwas                   Salz, schwarzer Pfeffer
  • Optional              frischer Basilikum

 

Zubereitung:

Heute kurz und schmerzlos:

Knoblauch hacken. Die holzigen Enden vom Spargel abschneiden und bei dicken Stangen auch das untere Drittel mit dem Sparschäler schälen. Das war’s an Vorbereitung.

Olivenöl in einer großen,  beschichteten Pfanne erhitzen und die Spargelstangen so reinlegen, dass die Köpfe am Pfannenrand liegen, bzw. sich daran hochbiegen. Mit einer ersten Prise Salz würzen und so lange auf einer Seite braten, bis sich die Stangen verbiegen lassen und leicht gebräunt sind. Dann alle wenden, den Knoblauch dazu geben und weiter braten lassen bis der Spargel fast gar ist.

Mit dem Balsamico ablöschen und auf kleine Flamme stellen, dabei den Spargel gut durchschwenken, sodass alle Stangen von einer klebrig-glänzenden Schicht karamellisierten Balsamicos überzogen sind.

Zum Schluss idealerweise grobes Meersalz darüber streuen, Pfeffer frisch darauf mahlen und vielleicht auch ein wenig frischen Basilikum dazu rupfen.

~*~

P.S.: begleitet wurde der grüne Spargel dieses Wochenende bei uns mit den wohl genialsten „Resten“ seit langem: Pulpo in Tomaten-Paprika-Sauce und grüne, selbergemachte und liebevoll „Aliennudeln“ getaufte Bandnudeln

Keks