Tag Archives: Kartoffel

Patatas, Poulet, Perfect

1 Okt

Ja, es geht lustig weiter in der Kuschel-WG Kueche international: Der Ofen ist immer noch etwas ganz besonderes, einfach weil er nur durch harte Schrubb-Arbeit benutzbar wurde.

Deshalb wurde der Thanksgiving Braten einfach schon mal vorverlegt – oder zumindest Probe gekocht:

Knuspriges Ofenhuehnchen & Patatas Bravas

Zutaten:

  • ganzes Huhn
  • So viele Knoblauchzehen wie Mitmenschen-vertraeglich
  • 1 Gemuesezwiebel
  • 1 rote Zwiebel (gross)
  • 1 Paprika
  • 4 groessere Kartoffeln
  • 2-3 Zweige Rosmarin
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2-3 Chilischoten
  • Salz, Pfeffer, Thymian, Paprikapulver, Zitronensaft, Olivenoel und Balsamicoessig

Zubereitung:

Als allererstes das Gefluegel inspizieren und entsprechend der Diagnose ausweiden und saeubern. Die Gemuesezwiebel, eine Chilischote und Knoblauch fuer die Fuellung in grobe Stuecke schneiden. Der zurechtgestuzte Vogel darf es sich dann auch schon in der Backform oder im Braeter bequem machen und in Zitronensaft und Olivenoel baden. Salz in und auf das Huhn geben, Rosmarin, Zwiebeln und Knoblauch gehen unter die Haut und fuellen die innere Leere.

Bei 200 Grad (Ober-)Unterhitze ab in den Ofen. Waehrend der ersten Braenungsphase einen Sud aus Balsamico, Salz, Thymian, einer angepressten Knoblauchzehe, Paprikapulver, einem Lorbeerblatt und etwas Wasser aufsetzen und zum Sieden bringen, damit sich die Aromen der Kraeuter darin ausbreiten koennen. Damit kann man den Braten dann nach Lust und Laune uebergiessen, wenn es einen nach einer Nase voll Essensduft geluestet. Angenehmer Nebeneffekt: das Huhn wird lecker und die Haut knusprig.

Je nach Groesse des ehemaligen Federviehs kann man sich jetzt entweder entspannt ans Kartoffelkochen und das restliche Gemuese machen oder – wenn man so wie bei uns gleich fuer den Rest der Woche mit kocht – auch erst mal noch staubsaugen gehen.

Erst wenn das Huhn sich dann nach einer oder zwei Wendungen und einigen Aufguessen entschieden hat, gar, zart und goldbraun zu sein, wird das Gemuese in Olivenoel knackig angebraten, mit Chili, Salz und ordentlich Paprika gewuerzt. Die gekochten Kartoffeln kommen in Scheiben mit in die Pfanne.

Bei ausreichender Hingabe muesste damit auch schon alles fertig und lecker sein. Bratnsosse und restlichen Sud unbedingt aufheben und weiterverwenden! (Und sei es nur zum immer wieder aufkochen, um mit dem Duft die nicht kochende Mitbewohnerin zu quaelen).

An dieser Stelle bleibt mir nur noch eins zu sagen: Danke Gott fuer einen Mitbewohner, der Crema di Balsamico kauft, nicht Tiefkuehlpizza!

Keks

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Frittennest für Grünschnäbel

29 Apr

Nur mal so zur allgemeinen Info: ja, ich bin gefrustet, keinen Ofen zu haben   –.—

ABER ich sehe es auch als kreative Herausforderung – zumindest an guten Tagen 😛

Diese Woche war mal wieder so ein Tag. Mission: Pommes ohne Backofen oder Fritteuse, trotzdem würzig.

Dazu kamen dann auch noch Spinatreste aus dem Kühlrschrank und eine ungemeine Lust auf asiatische Schärfe.

Ergebnis:

 

Pseudo-Pommesfrittes mit Soja-Spinat

Zutaten:

Für die „Pommes“

  • 2             Stk         große festkochende Kartoffeln
  • 1             EL           Sesamöl
  • 1             EL           Teriyakisauce
  • 1             EL           Sojasauce
  • 1             TL           rote Currypaste
  • 1             TL           Paprikapulver
  • ½            TL           Kurkuma
  • Etwas                   Worcestersauce, Salz, Cayennepfeffer

Für den Spinat:

  • 150         g             frischer Spinat
  • 1             Stk         kleine rote Zwiebel
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 1             Schuss  Sojasauce, gegärter Reisessig oder dunkler Balsamico
  • 1             EL           Sesam
  • 2             EL           Sesamöl geröstet
  • Etwas                   Chili, Sal

Zubereitung:

Als aller erstes die Kartoffeln aufsetzen, damit das Wasser zumindest mal kocht bis der Rest fertig vorbereitet ist: Der Spinat möchte geputzt und gewaschen werden. Die Schwäbin spricht: auch grobe Stile braucht ihr nicht wegschmeißen, aber abtrennen und in kleine Stücke schneiden sollte man sie schon, sonst sind sie zu holzig und bitter.

Auch die Zwiebel muss zerkleinert werden. Den Knoblauch kann man hier auch zur Abwechslung mal in hauchdünne Scheiben schneiden, die Chili in feine Ringe.

Für die Pommes die gesamten Gewürze und –Saucen  in einem kleinen Schraubglas zusammen mit dem Sesamöl zu einer zähflüssigen Marinade gut durchschütteln. So langsam dürften die Kartoffeln dann auch am Kochen sein.

Währenddessen eine Pfanne aufstellen und darin zuerst den Sesam rösten, danach Sesamöl erhitzen. Darin dürfen als erstes die Knoblauchscheiben frittieren. Wenn sie hellbraun sind, schnell aus dem Öl fischen und anschließend Zwiebeln, Chili und Spinatstile darin anschwitzen. Wenn die Zwiebeln glasig sind, nach und nach Spinatblätter unterheben, bis alle zusammengefallen sind.

Jetzt mit Sojasauce und Essig ablöschen, beides schön einreduzieren und karamellisieren lassen, bis sich eine klebrig-glänzende Schicht über dem Spinat gebildet hat. Weil die Kartoffeln noch brauchen, in einem kleinen Topf verfrachten.

Die Knollen sollten jetzt gar sein und dürfen in Spalten, Rechtecke, Ringe… geschnitten werden. Dann mit der Marinade übergießen und wieder eine Pfanne richtig heiß werden lassen. Darin die Kartoffeln liebevoll von jeder Seite bräunen und abschließend kräftig salzen.

Der Spinat möchte noch kurz mit Salz abgeschmeckt werden, dann kann er zusammen mit den „Pommes“ (falls so geschnitten), dem gerösteten Sesam und dem frittierten Knoblauch angerichtet werden.

頂きます!

~*~

Keks

würzige Überzeugungsarbeit für Schwaben

13 Apr

Kartoffeln… *seufz* das ist für Schwaben wie mich immer ein seeeehr spezielles Thema.

Kartoffle kairet in Kair

(„Kartoffeln gehören in den Keller“) sagt der wohlhabende Bauer. Deshalb haben sie bei uns den Ruf einer kargen, langweiligen Not-Beilage.

Aber man darf sich ja auch eines Besseren belehren lassen: mit der richtigen Würzmischung könnte sogar ich die Beilage solo essen 😉

Und weil es sonst doch allzu einfach, bzw. langweilig wäre gibt es diesmal zum Bratkartoffelrezept vor allem die Mischung  für ein selbstgemachtes Curry.

~*~

Curry-Sesam-Kartoffeln

Zutaten:

  • 6             Stk         festkochende Kartoffeln
  • 1             EL           Sesam (gern auch schwarzer)
  • 1             EL           Sesamöl, geröstetes
  • 1             TL           Kreuzkümmel
  • 1             TL           Bockshornklee
  • 2             TL           Koriander
  • 1             TL           Kurkuma (gemahlen)
  • 1             TL           Paprika
  • 1             Kapsel  Kardamom
  • etwas   Chilli, Muskat, Zimtrinde, Pfeffer
  • Salz

Zubereitung:

Die Kartoffeln gründlich abschrubben, in kaltem Wasser aufsetzen und kochen.

Währenddessen alle Gewürze zusammen in den Mörser schmeißen und gründlich vermahlen. Etwas Salz kann als Scheuermittel helfen, ansonsten sind kleinere Mengen erst einmal einfacher zu bewältigen. Praktisch ist es aber auch einfach gleich mehr Curry zu fabrizieren und den Rest in einem Schraubglas aufzubewahren: das sind seeeehr dankbare Vorräte, wenn man spät nach Hause kommt und gerade deshalb nicht auf gut gewürztes Essen verzichten will.

Wenn die Kartoffeln gar sind können sie in Spalten bzw. Scheiben geschnitten werden. Das Sesamöl in einer Pfanne richtig heiß werden lassen bevor die Kartoffeln hineingelegt werden. Von allen Seiten eine schöne Bräunung vornehmen und dann das Curry  und den Sesam darüber streuen.

Nochmal ein bisschen Sesamöl in die Pfanne geben und den Inhalt gründlich durchschwenken. Curry und Sesam sollten auch noch kurz Gelegenheit bekommen zu rösten – durch das zusätzliche Öl haftet beides dann auch wunderbar an den Kartoffeln.

Zum Schluss noch kräftig salzen.

~*~

Als Beilage eignen sich die scharfen Kartoffeln zum Asiagemüse, zu Salat… was euch gerade über den Weg läuft. Solo dürfen sie natürlich auch verspeist werden

Keks

Asia-Kartoffelsalat

31 Mrz

Der Streit ist uralt, urdeutsch und unglaublich nervig:   Gehört an den Kartoffelsalat ein Essig-Öl oder ein Majo-Dressing? Nord- und Süddeutschland liefern sich auch hier ein Duell, das keiner von beiden gewinnen kann.

Aber der Student, auch als sturer in-der-Heimat-Bleiber, wehrt  sich ja leider vergeblich dagegen, mit Mitgliedern des rivalisierenden Dressing-Volkes zusammen zu stoßen.

Damit das gemeinsame Kochen, respektive die obligatorischen Grillsessions im Sommer, nicht unter diesem Streit leiden müssen hier eine Alternative, die allen schmeckt: Kartoffelsalat mal ganz anders und so gar nicht deutsch:

ASIA – Kartoffelsalat

Zutaten:

  • 5 – 6    festkochende Kartoffeln
  • ¼         Kohlrabi
  • 2          Frühlingszwiebeln
  • 1 EL      Sesam (vorzugsweise schwarzer)
  • 3 EL      Reisessig
  • 3 EL      Sesamöl
  • 1 EL      Teriyakisauce
  • ½ EL     Ajvar (alternativ: Tomatenmark mit scharfem Paprikapulver vermischen)
  • etwas  Curry, Oystersauce, Sojasauce, Salz

Zubereitung:

Die Kartoffeln – wenn Bio gerne mit der Erde an der Schale – in kaltem Wasser aufsetzen und so lange kochen, bis sie sich nach dem Einstechen gerade so von der Messerspitze lösen.

Parallel Sesam in einer Pfanne rösten und den weißlich-hellgrünen Teil der Frühlingzwiebeln in feine Ringe schneiden, das Grün in breitere Streifen. Die hellen Zwiebelringe zum röstenden Sesam geben. Danach Ajvar und Curry mit anschwitzen, Teriyaki-, Oyster- und Sojasauce dazugeben und kurz karamellisieren lassen. Mit dem Reisessig ablöschen – wenn die Pfanne sehr heiß war, etwas Wasser hinterher.

Den Sud abkühlen lassen bis er lauwarm ist. Währenddessen die Kartoffeln schälen, falls mit Erde gekocht, ansonsten mitsamt Schale in möglichst dünne Scheiben schneiden. Auch den Kohlrabi schälen und in dünne Streifen (Rauten, Sterne… was ihr gerade lustig seid) schneiden.

Kartoffeln, Kohlrabi, das Grün der Frühlingszwiebeln und den Sud in einer Schüssel gut durchmischen. Das ganze darf wie jeder gute Kartoffelsalat noch mindestens eine halbe Stunde ziehen. Dann: unbedingt nachsalzen, auch wenn sich hier ein Konglomerat an Würzsoßen bereits am Salat wiederfindet! Kartoffelsalat schreit einfach immer nach mehr Salz (deshalb sind wir auch alle gaaaaanz traurig, dass man diesen Kartoffelsalat eben ein paarmal öfter probieren muss).

Wer am gleichen Tag besonders viel Platz im Kino oder auf der Tanzfläche haben möchte ist auch herzlich eingeladen, ein, zwei Zehchen Knoblauch mit in den Dressing-Sud zu geben. Wem es nicht scharf genug ist – weil er vielleicht das falsche Curry oder das falsche Ajvar genommen hat – darf natürlich auch gern Chili bis zur persönlichen Schmerzgrenze dazugeben.

Vogel, der alte Spaßvederber, hat natürlich noch seine ganz eigene Kritik an meinem Beitrag zur Völker- und Kartoffelsalat-Verständigung angebracht: auch hier ist immer noch Vorsicht geboten! Sture Vertreter der Fraktion „Kartoffelsalat klassisch“ könnten sich von dieser Variante auf den Schlips getreten fühlen… wir gehen aber davon aus, dass unsere Leser das Experiment wagen werden 😀