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Internationaler Ofenfisch

24 Sep

Was kochen ein Halbspanier mit karibisch-schweizer Mutter und eine Schwaebin in ihrer Vancouver-WG Kueche, wenn sie am Sonntag Abend Lust auf etwas richtig gutes haben? Natuerlich Fisch!

Wir befinden uns ja direkt an der kanadischen Pazifikkueste – dass man dort den ganzen Fisch nur in Chinatown bekommt… eine andere Geschichte, aber Keks hat ja nichts gegen einen Ausflug in die Welt von getrockneten Pilzen, Ginseng Tee und ominösen Gemuesen, alles natuerlich nur mit Wortschriftzeichen beschildert.

Wie dem auch sei: in der Kueche, die seit unserer Ankunft wohl monatelang nur eine Auswaermstation war, kann man leider nur entweder den Ofen oder den Herd benutzen. Also musste fuer den ganzen, am gleichen Tag gefangenen Fisch, ein Rezept improvisiert werden, bei dem alles in die Roehre schaut:

 

Ganzer Tilapia aus dem Backofen

mit Fenchel und Rosmarinkartoffeln

Zutaten (2 Personen):

  • 1 Tilapia
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 Knolle Fenchel
  • 4 fuer nordamerikanische Verhaeltnisse kleine Kartoffeln (also 8 normale europaeische)
  • Grobes Salz
  • Olivenoel
  • Zitronensaft
  • Rosmarin
  • Pfeffer

Zubereitung:

Den Tilapia auswaschen (und ggf. noch ausnehmen und entschuppen). Die Fenchelknolle entblaettern und das Gruen zusammen mit dem geschaelten und halbierten Knoblauch in den Fisch geben, ein wenig Salz und Pfeffer darf auch noch mit ins Innere. So gestopft den Fisch in einer Auflaufform mit Olivenoel uebergiessen und grosszuegig auch von Aussen salzen. Bei ca. 200 Grad Ober-Unterhitze darf er als erstes in den Ofen.

Danach die Kartoffeln vierteln, mit dem Fenchel in einen Topf (nein, wir besitzen auch noch keine grosse Schuessel) oelen, salzen, mit Zitronensaft ueberziehen und Rosmarin hineinzupfen. Wer kann und hat neutze Backpapier oder ein Backblech um das Gemuese darauf in den Ofen zu schieben, wer nicht: irgendwie arrangiert sich das auch auf einem Gitter… (die Fenchelstuecke die in den Fisch fallen werden zwar nicht knusprig, aber dafuer auch sehr aromatisch.

Waehrend man darauf wartet, dass die Kartoffeln und der Fenschel knusprig und der Fisch zart sind, empfiehlt sich ein Vospeisensensalat.

Viele Gruesse von der anderen Haelfte des Globus 😉

Keks

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Röschti vom Tokyoter Imbissstand

23 Apr

Sich entscheiden kann soooo schwierig sein – und damit anstrengend und zeitraubend.

Dieses unangenehme Gefühl lässt sich aber auch ganz einfach umgehen: nicht zwischen den Optionen schwanken, sondern einfach alles auf einmal machen und sich überraschen lassen, was dann passiert…

Treffen sich ein Japaner und ein Schweizer an der Currywurstbude…

~*~

Asiatisches Rösti in Currysauce

Zutaten:

Für das Rösti:

  • 1             Stk         Möhre
  • 1             Stk         Zwiebel
  • 1             Stk         Ei
  • 1             Stk         mittelgroße Kartoffel (festkochend)
  • 2             EL           Mehl
  • Optional auch   Weißkohl , Knollensellerie, eventuell auch Reste von anderem Wurzelgemüse
  • Je 1        TL           Kreuzkümmel, Senfsaat, Salz, Paprikapulver
  • etwas                   Muskatnuss
  • 1             EL           Sesamöl geröstet

Für die Currysauce:

  • 1             Dose     geschälte Tomaten
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 1             EL           Currypaste oder (selbstgemachtes) Currypulver
  • 3             EL           gegärter Reisessig – alternativ 1 EL dunkler Balsamico + 2 EL Reisessig
  • Etwas                    Chili, Worcestersauce, Salz, Sesamöl geröstet
  • Optional             frischer Koriander oder Zitronenmelisse

Zubereitung:

Die Zwiebel halbieren und die Hälften in 2 Patientengruppen einteilen (jaaaa meine lieben, das Semester hat angefangen ;)): eine in feine Streifen schneiden für das Rösti, die andere würfeln.

Als erstes könnt ihr die Sauce ansetzen: dazu noch Knoblauch hacken und zusammen mit den Zwiebeln und dem Curry in einem Topf anschwitzen. Die Tomaten aus der Dose fischen, grob hacken und auch kurz anschwenken. Wenn die Flüssigkeit fast weg ist auch den Essig dazu geben und ankaramellisieren lassen. Erst wenn er zumindest einmal Blasen geworfen hat mit den Tomatenflüssigkeit ablöschen. Hitze reduzieren und vor sich hin köcheln lassen.

Jetzt ist Zeit und Platz für die Röstiproduktion geschaffen:

Das Gemüse und die Kartoffel raspeln (Weißkohl oder anderes Gemüse, dass sich nicht reiben lässt wie die Zwiebel in feine Streifen schneiden). Kreuzkümmel, Muskatnuss und Senfsaat mit dem Salz im Mörser pulveriesieren und anschließend mit dem Paprikapulver mischen.

Das Ei mit dieser Gewürzmischung in einer Schale verquirlen und zum Gemüse geben. Je nach Kartoffelgröße noch ein bisschen Mehl dazu geben – bei mir waren 2 EL nötig, weil nur noch eine vereinsamte Winzknolle im Schrank lag.

Eine Pfanne mit Sesamöl aufstellen und richtig heiß werden lassen. Die Röstimasse hineingeben, flach drücken und Geduld walten lassen. Wer die nicht hat, kann während die erste Seite des Röstis bräunt die Sauce schon einmal abgeschmeckt werden: etwas Salz, Worcestersauce und Chili tun ihr auf jeden Fall gut.

Dann das Rösti möglichst im Ganzen wenden – wieder warten…. Diesmal als Übergangshandlung empfohlen: Zitronenmelisse oder Koriander zupfen und schneiden. Wenn das Rösti gar und knusprig auf dem Teller liegt die Käuter über den angerichteten Teller streuen oder unter die Sauce rühren.

頂きます!N Guten!

~*~

Keks

hoffentlich letzter Seelenwärmer

12 Apr

Ich wollte zwar aufhören über das Wetter zu motzen – weil es dadurch ja auch nicht besser wird – aber ganz ehrlich: eigentlich möchte ich nach Ostern nicht mehr triefnass und frierend nach Hause kommen… 😦

Meinen Resten im Kühlschrank hat die Fröstelstimmung aber gut getan: ein deftiger, warmer Eintopf aus den noch gehorteten Wintergemüsen kam mir heute gerade recht.

Also: hoffentlich zum Abschluss der trüben Tage noch einmal etwas herbes, heißes, an Omas kuschelige Küche erinnerndes:

Wurzelgemüse-Eintopf

Zutaten:

  • ¼            Stk         kleinerer Knollensellerie
  • 3             Stk         Möhren
  • 1             Stk         Gemüsezwiebel
  • Sonstige Reste von Knollen oder Wurzeln: Kartoffeln, Rettich, Pastinake….
  • 100 – 250 ml       Weißwein
  • 1 – 1½   l               Gemüse- oder Hühnerbrühe
  • 1             Stk         Lorbeerblatt
  • etwas   Kümmel, Muskatnuss, Senfsaat, Pfeffer, Salz
  • Optional: Estragonsenf, oder auch ein guter scharfer Senf und frischer Estragon

Zubereitung:

Das Gemüse „küchenfertig“ machen – d.h. alles schälen, was eine ungenießbare Außenhaut besitzt und Strünke etc. entfernen. Alles einfach in grobe Stücke schneiden, wer es eilig hat mit dem Essen und ein scharfes Messer kann aber auch auf kleinere Würfel umsteigen.

Kümmel, etwas Muskatnuss, Senfsaat und Pfeffer mit etwas Salz im Mörser zermahlen.

Das Gemüse dem Härtegrad nach anschwitzen: Kartoffeln und Möhren müssen als erstes in den Topf, Pastinaken und Knollensellerie können später folgen, die Zwiebel verzeiht vieles und kann auch als letztes dazu.

Wichtig ist, dass trotzdem alles ein wenig Farbe abbekommt. Dann kann auch die Gewürzmischung zum Gemüse gegeben und mit angeschwenkt werden. Wenn der Geruch den Hunger so weit angeregt hat, dass Ungeduld aufkommt: mit Weißwein ablöschen und mit Brühe aufgießen.

Je nachdem, wie breiig oder suppig die gewünschte Konsistenz sein soll oder wie viele Reste sich noch gefunden haben kann die Menge an Flüssigkeit, die ihr braucht, natürlich stark variieren. Lorbeerblatt mit in den Topf geben und alles zusammen köcheln lassen.

Wer mag  – und sich die Mühe gemacht hat ein paar schöne Würfel zu schneiden – kann auch einen Teil des Gemüses aus der Brühe nehmen und später als Einlage verwenden. Ansonsten heißt es jetzt: systematische Folter – erst systematisch weichkochen und dann alles kurz und klein machen (Lorbeerblatt VOR dem Pürieren entfernen!!).

Zum Schluss dann mit Salz und (Estragon-) Senf abschmecken – den Estragonsenf kenne ich aus Belgien, es gibt ihn auch in Deutschland. Hört sich zuerst zu intensiv und speziell an, ist aber definitiv eine Anschaffung wert.

~*~

Dazu optimal: schönes krustiges Bauernbrot 🙂