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Eintopf am Strand

23 Okt

Wer traeumt an einem regnerischen Wochenende, den ersten kalten Herbsttagen, nicht davon in der Karibik am Strand zu liegen? Es ist zwar absolut kontraproduktiv, Kontrasteffekt sei Dank, aber verhindern kann man es trotzdem nicht.

Gleichzeitig mit dem Fernweh aber ueberkommt mich dann auch immer gleich das Beduerfnis nach richtigem Seelenfutter: deftiger, warmer Eintopf, der von Innen heraus waermt und einfach nur papp satt macht.

Diesen Sonntag durfte ich lernen, dass beide Sehnsuechte ganz leicht auf einmal zu befriedigen sind: tatsaechlich kocht man in der dominikanischen Republik mit Nichten sommerlich-leichte Gerichte, sondern mischt bevorzugt deftiges Knollen- und Wurzelgemuese mit einer Menge Fleisch.

Hier das Rezept fuer den etwas anderen Karibiktrip, der mich ein Stueck von meiner Bananen-Phobie kuriert hat:

 

Sancocho (dominicano)

Zutaten:

  • 2 Kochbananen
  • ½ – 1 Maniok (je nach Groesse)
  • ½ kleinerer Kuerbis (weichfleischig)
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Spitzpaprika
  • 250g Siedfleisch, z.B. Schulter vom Rind
  • Frischer Koriander
  • 2-3 Zehen Knoblauch
  • Bruehe (am besten selbstgemacht)
  • Etwas Salz, Zucker, Olivenoel
  • Optional auch: Suesskartoffel (yam), weitere Fleischstuecke von Schwein, Huhn, Rind, …


     

     

     

Zubereitung:

Im Prinzip besteht die Hautarbeit bei diesem Gericht in einer ziemlich simplen Aufgabe: Schaelen und Schneiden. Im Prinzip sage ich deshalb, weil sich die Einfachheit der Sache nur unter zwei Bedingungen zeigt: 1. Man besitzt scharfe Messer (tun wir zwar, aber auf einem anderen Kontinent) und 2. Man weiss wie (und hier konnte mein Mitbewohner gluecklicherweise Expertise offerieren).

Kochbanane, Kuerbis und Maniok geben ihr Inneres eigentlich nach demselben Prinzip preis: beide Enden der Frucht abschneiden, Schale entfernen – fertig. Bei der Kochbanane geht das am besten, wenn man die Schale einmal laengs bis aufs Fleisch einschneidet und sie dann rundherum abpellt; beim Maniok und dem Kuerbis rueckt man der harten Schale am besten auch mit dem Messer zuleibe.

Dieses Trio wandert in groben Wuerfeln als erstes in einen grossen Topf, denn es hat die laengste Garzeit. Mit Bruehe angegossen kocht das Gemuese mit Salz und dem groessten Teil des Korianders einfach waehrend der gesamten restlichen Kochsession vor sich hin.

Das heisst auch, dass man sich ruhig Zeit lassen kann mit dem Fleischanteil – v.a. sollte man dabei auch die Geduld aufbringen, die Pfanne fuer das Fleisch richtig heiss werden zu lassen und es auf jeder Seite scharf anbraten zu lassen, ohne es voreilig zu wenden (man schreie voreilige Mitbewohner trotzdem nicht an, sondern entziehe ihnen am besten einfuehlsam die Kontrolle ueber die Pfanne). Hinzu kommen Zwiebeln, Knoblauch und Paprika. Sobald diese Mischung genug Roestaromen ausgebildet hat wird sie mit Salz und Zucker gewuerzt. Abgeloescht wird am besten direkt mit dem Sud vom grossen Topf, in den der Pfanneninhalt sodenn ebenfalls wandert.

Bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel muss der fast fertige Eintopf nur noch weiter koecheln – die Zeit variiert mit der Fleischsorte, der Groesse der Fleischstuecke und der eigenen Willensstaerke. Man sollte sich aber mindestens so lange zusammenreissen und dem intensiver werdenden Duft wiederstehen, wie das Fleisch noch braucht um weich zu werden.

Abschliessend (oder auch ein paar mal zwischendurch) nochmals mit frischem Koriander und Salz abschmecken, la Familia zu Tisch bitten und es sich am Kuechentisch um den Pot herum gemuetlich machen.

 

Que aproveche!

Keks

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