Tag Archives: Sauce

Besser als Ketchup: Okonomi-Sauce zum Pfannen-BBQ

9 Okt

Diesen Sonntag war endlich mal ICH es, die den Ton angegeben hat im beliebten WG-Spiel: „Ich koch dir was, das du nicht kennst“. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass meine schwaebischen Wurzeln das Nachsehen hatten und ich mich stattdessen in der japanischen Kueche ausgetobt habe.

Auch wenn meine Tour durch Vancouver Chinatown leider auch nicht (!) alle Zutaten fuer das absolute Original hergegeben hat, kommt man bei der Auswahl dort doch wesentlich naeher an das japanische Original, wie von Ono-san im Japanisch Kurs beschrieben, als in Deutschland.

Deshalb gab es diesmal Okonomiyaki, wie Vogel und ich sie gern als Beilage machen, richtig traditionell. Vor allen Dingen aber bin ich stolz darauf, die Okonomi-Sauce dafuer selber angesetzt zu haben.


御好み焼きとお好み付汁

Okonomiyaki to okonomi tsukeshiru

Zutaten (Okonomiyaki, 2 Personen):

  • Einige Blaetter Weisskohl (oder Chinakohl, man kann auch mischen, aber Original bleibt Weisskohl)
  • 4 Fruehlingszwiebeln
  • Mehl
  • 1 Ei
  • Ca. 250 ml Dashi (eine Art Fischbruehe, bekommt man auch im deutschen Chinaladen )
  • 5 cm geriebene Nagaimo (japanische mountain yam, extrem schwer zu finden, kann auch weggelassen werden)
  • Etwas Salz
  • Sesamoel zum anbraten

Zutaten (Okonomi Sauce):

  • 150 ml Sojasauce
  • 100 ml Tomatensaft oder pure Tomatensauce
  • 50 ml Dashi
  • 1 cm Ingwer
  • 1Knoblauchzehe
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Stk Zimtrinde
  • 1 Blatt Salbei
  • 2 getrocknete Sardinen
  • 5cm Konbu Alge
  • Etwas geraspelte Moehre
  • ½ Zwiebel
  • Etwas Salz, Zucker, Chili
  • Ein Schuss dunkler Asia-Essig
  • getrocknete Mandarinen- oder Orangenschale (vom Chinesen… noch nie in Deutschland gesichtet, sehr schwarz, kurioser Geruch und deshalb bei mir nicht im Einkaufskorb gelandet, weil nur im Grosspack zu haben)

Zubereitung

Was die Zubereitung des Okonomiyaki angeht verweise ich gern auf das Rezept aus Konstanz.

Aber bevor ihr euch darauf stuerzt, koennt ihr in aller Ruhe die Sauce ansetzen – wen Fischgeruch gar nicht tangiert, kann das eigentlich schon morgens beim Kaffeekochen erledigen, denn sie wird besser, je laenger sie zieht. Einfach die fluessigen Zutaten zusammen mit den grob zerkleinerten Festkoerpern in einen Topf schmeissen – that’s it. Deckel aufsetzen, solange es koecheln soll.

Dann kann der Teig fuer die Okonomiyaki angesetzt und alles fuer die asiatischen Pfannkuchen vorbereitet werden. Zum Schluss den Deckel vom Saucentopf nicht nur zum Abschmecken lueften, sondern auch um das Ganze auf eine saemige Konsistenz zu reduzieren.

Waehrend die Sauce einreduziert ist Zet genug, sich den ueppigen Belag zurechtzulegen: kleine getrocknete Schrimps und Sardinen herrlich, genauso wie Shiitake, Bauchspeck… natuerlich gab es bei den mediterrane Kueche gewohnten ( ¾ ) Europaern auch viel Gemuese. Getrocknete Flocken von Schwein oder Thunfisch (Bonito), sowie Aoinori sind die klassischen Toppings nach dem Braten, dazu die Sauce und leider auch Mayonnaise.

Aber man muss ja nicht alles ganz genau so machen wie die Japaner…

Meine Fastfood Kampfansage revidiere ich uebrigens auf die ungesunde Art: Wer so wie ich eher noch ein paar Pfund auf die Rippen will, der wird mit Japadogs garantiert noch ein bisschen gluecklicher… zumindest, um ein bisschen Abwechslung auf den Speiseplan zu bringen 😉

Advertisements

Nicht Fisch, nicht Fleisch

29 Mai

Beim letzten Heimatbesuch des belgischen Spekulatius gab es wie immer einen Vorratseinkauf im Brüsseler Supermarkt. Das war zwar schon Anfang März, aber man kann allerlei Kuriositäten, die sich im Stadt-Dorf Konstanz so nicht auftreiben lassen, auch einfrieren 😉

Dieses Wochenende wurde eine davon endlich aus dem Tiefkühler befreit:

Krokodilfilet

Zutaten (2 Personen):

  • 200 g    Krokodilfilet
  • ½     Zitrone
  • 1 EL    Olivenöl
  • 1 EL    heller Balsamiko
  • 1 EL    frischer Basilikum und Petersilie
  • Etwas    Salz, schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

… haben wir auch erst nachforschen müssen, aber mit der Erfahrung, die wir gemacht haben, können wir eine Empfehlung geben, wie es noch besser wird als bei uns. Die Zitronenmarinade passt aber auf jeden Fall hervorragend zum Krokodil.

Tatsächlich schmeckt der Fleischfresser in Filetform wie eine Mischung aus Rind und Fisch, aber in der Zubereitung geht es erst mal los wie beim Wild: das harte Bindegewebe auf jeden Fall entfernen. Danach vermuten wir, dass die Steak-Zubereitungsvariante mit dem scharfen Anbraten und ruhen lassen nicht ganz so optimal ist (meine Messer hatten etwas zu viel zu tun). Niedertemperaturgaren dürfte dem Fleisch mit seinen relativ dicken Bindegewebssschichten besser gefallen.

Dafür dass es leicht zäh bleibt, sieht das gebratene Kroko aber nett aus: ein bisschen wie Hühnchen und in der Pfanne kann man eine herrliche Zitronenmarinade herstellen. Dazu einfach die Pfanne auf kleinere Hitze stellen und gewürfeltes Zitronenfleisch in etwas extra Olivenöl anbraten, mit Balsamiko karamellisieren und ganz von der Platte nehmen. Erst dann die empfindlichen frischen Kräuter einrühren und das Fleisch in dieser Sauce schwenken.

Mit Salz (Fleur de Sel natürlich bevorzugt – v.a. als günstiges Belgien-Souvenir) und schwarzem Pfeffer abschmecken.

Spaghettisauce wie beim Konstanzer Türken

21 Mai

Neues aus der Wochenendküche: Der Markt in Tübingen hat frischen Spinat und Lauch herausgerückt – und damit die Erinnerung an unseren Lieblings-Türken in Konstanz, dessen Koch ohne Käse zwar nicht leben könnte, aber ansonsten die besten „was gerade frisch ist“ Zusammenstellungen in Böreks, Sacs und Aufläufen auf den Tisch bringt.

~*~

Spaghetti mit Spinat-Lauch-Sauce und Feta

Zutaten (für 2 Personen):

  • 150         g             Spaghetti
  • 100         g             (eingelegter) Feta
  • 300         g             frischer Spinat
  • ½            Stange  Lauch
  • 1             Stk         rote Zwiebel
  • 1-2         Zehe     Knoblauch
  • 2             Stk         getrocknete Tomaten
  • 1             Schuss  Weißwein
  • Etwas                   Salz, schwarzer Pfeffer, Zitronenabrieb, Muskat
  • Optional              frischer Basilikum

Zubereitung:

Je nach Jahreszeit wird das Spinatputzen als erster Schritt mehr oder weniger aufwendig: bei „ausgewachsenem“ Spinat die Stiele entfernen und separat kleinschneide. Dazu kommen die gewürfelte Zwiebel, getrockneten Tomaten, sowie der gehackte Knoblauch.

Den Lauch am besten einmal längs halbieren, dann ist das gesamte Geschmacksarsenal des Gemüses geboten. In etwas breitere Streifen schneiden.

Pastawasser aufsetzen und eine Pfanne mit Olivenöl heiß werden lassen. Als erstes Zwiebeln und co. mit etwas Salz bestreuen und anschwitzen. Wenn die Zwiebelchen glasig sind, an den Rand schichten und in der Mitte der Pfanne den Lauch anbraten.

Wenn dieser Teil des Gemüses kurz vor gar ist, den Spinat dazu geben und zusammenfallen lassen. Sobald die traurigen Reste davon braten und nicht mehr nur Wasser lassen mit Weißwein ablöschen und mit Salz (vorsichtig, denn Feta kann recht salzig sein), Pfeffer, Zitronenabrieb und Muskat würzen.

Ganz zum Schluss den in 1cm-Würfel geschnittenen Käse unter die Sauce heben.

~*~

Keks

Röschti vom Tokyoter Imbissstand

23 Apr

Sich entscheiden kann soooo schwierig sein – und damit anstrengend und zeitraubend.

Dieses unangenehme Gefühl lässt sich aber auch ganz einfach umgehen: nicht zwischen den Optionen schwanken, sondern einfach alles auf einmal machen und sich überraschen lassen, was dann passiert…

Treffen sich ein Japaner und ein Schweizer an der Currywurstbude…

~*~

Asiatisches Rösti in Currysauce

Zutaten:

Für das Rösti:

  • 1             Stk         Möhre
  • 1             Stk         Zwiebel
  • 1             Stk         Ei
  • 1             Stk         mittelgroße Kartoffel (festkochend)
  • 2             EL           Mehl
  • Optional auch   Weißkohl , Knollensellerie, eventuell auch Reste von anderem Wurzelgemüse
  • Je 1        TL           Kreuzkümmel, Senfsaat, Salz, Paprikapulver
  • etwas                   Muskatnuss
  • 1             EL           Sesamöl geröstet

Für die Currysauce:

  • 1             Dose     geschälte Tomaten
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 1             EL           Currypaste oder (selbstgemachtes) Currypulver
  • 3             EL           gegärter Reisessig – alternativ 1 EL dunkler Balsamico + 2 EL Reisessig
  • Etwas                    Chili, Worcestersauce, Salz, Sesamöl geröstet
  • Optional             frischer Koriander oder Zitronenmelisse

Zubereitung:

Die Zwiebel halbieren und die Hälften in 2 Patientengruppen einteilen (jaaaa meine lieben, das Semester hat angefangen ;)): eine in feine Streifen schneiden für das Rösti, die andere würfeln.

Als erstes könnt ihr die Sauce ansetzen: dazu noch Knoblauch hacken und zusammen mit den Zwiebeln und dem Curry in einem Topf anschwitzen. Die Tomaten aus der Dose fischen, grob hacken und auch kurz anschwenken. Wenn die Flüssigkeit fast weg ist auch den Essig dazu geben und ankaramellisieren lassen. Erst wenn er zumindest einmal Blasen geworfen hat mit den Tomatenflüssigkeit ablöschen. Hitze reduzieren und vor sich hin köcheln lassen.

Jetzt ist Zeit und Platz für die Röstiproduktion geschaffen:

Das Gemüse und die Kartoffel raspeln (Weißkohl oder anderes Gemüse, dass sich nicht reiben lässt wie die Zwiebel in feine Streifen schneiden). Kreuzkümmel, Muskatnuss und Senfsaat mit dem Salz im Mörser pulveriesieren und anschließend mit dem Paprikapulver mischen.

Das Ei mit dieser Gewürzmischung in einer Schale verquirlen und zum Gemüse geben. Je nach Kartoffelgröße noch ein bisschen Mehl dazu geben – bei mir waren 2 EL nötig, weil nur noch eine vereinsamte Winzknolle im Schrank lag.

Eine Pfanne mit Sesamöl aufstellen und richtig heiß werden lassen. Die Röstimasse hineingeben, flach drücken und Geduld walten lassen. Wer die nicht hat, kann während die erste Seite des Röstis bräunt die Sauce schon einmal abgeschmeckt werden: etwas Salz, Worcestersauce und Chili tun ihr auf jeden Fall gut.

Dann das Rösti möglichst im Ganzen wenden – wieder warten…. Diesmal als Übergangshandlung empfohlen: Zitronenmelisse oder Koriander zupfen und schneiden. Wenn das Rösti gar und knusprig auf dem Teller liegt die Käuter über den angerichteten Teller streuen oder unter die Sauce rühren.

頂きます!N Guten!

~*~

Keks

versteckter Schimmel

9 Apr

Bandnudeln mit Broccoli-Tomaten -Roquefortsoße

 

Zutaten:

  • 1 kleiner Broccoli
  • 1 Große rote Zwiebel
  • 1 große Zehe Knoblauch
  • 2 getrocknete Tomaten
  • 1 Dose ganze geschälte Tomaten
  • 70 g       intensiver Roquefort
  • etwas:  Rosmarin, Lorbeer, Salz, Pfeffer, Balsamico (dunkler), Olivenöl

Zubereitung:

Gemüse waschen, Knoblauch und Zwiebeln schälen. Den Knoblauch und die getrockneten Tomaten fein hacken. Die Zwiebel in Streifen schneiden.

Anstatt das Beste vom Brokkoli wegzuschmeißen: den Strunk schälen bis alles Holzige entfernt ist und in feine Scheiben schneiden. Den restlichen Brokkoli in kleine Röschen teilen.

Die ganzen Tomaten aus der Dose fischen und grob würfeln. Den Roquefort zum restlichen Doseninhalt bröseln und mit dem Stabmixer Tomatensaft und Käse pürieren.

Zwiebeln, Brokkolistrunk, getrocknete Tomaten und Knoblauch in einer sehr heißen Pfanne scharf anbraten bis die Zwiebelstreifen so weit karamellisiert sind , dass sie außen braun und schön weich sind. Danach auch die Brokkoliröschen in der Pfanne mit etwas extra Olivenöl anbraten.

Das Nudelwasser kann an dieser Stelle aufgesetzt werden.

Dann alles Gemüse zusammen mit den Tomatenwürfeln anschwenken bis kaum mehr Flüssigkeit in der Pfanne ist. Mit Balsamico ablöschen und diesen erst einmal karamellisieren lassen. Erst jetzt auch die Tomaten-Roquefort-Mischung aus der Dose hinzugeben und die Hitze stark reduzieren bzw. veraltete Elektroplatten einfach ausstellen. Das Lorbeerblatt (und den Rosmarin, wenn es getrockneter ist) hinzugeben.

Die Sauce darf jetzt so lange köcheln und durchziehen, wie es noch braucht, die Nudeln in reichlich Salzwasser zu garen. Wer frischen Rosmarin verwendet, gibt ihn zum Schluss zusammen mit einer Prise Salz und vorzugsweise frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer  in die Sauce.

Salz braucht es bei diesem Gericht nur sehr wenig, wenn ihr das Glück habt einen richtig guten Roquefort zu erwischen. Trotzdem empfehlen wir zum krönenden Abschluss natürlich: Abschmecken!

Auf welcher Art von Nudeln man diese Sauce genießen will, ist eine Geschmacks- und Zeitfrage: Wir haben uns hier Mal den Luxus von selbstgemachten Bandnudeln gegönnt, fertige funktionieren aber auch (schlechter) genauso wie Spaghetti oder was euer Küchenschrank noch hergibt.

~*~

Dress Up: Grünzeug braucht nicht öde sein!

31 Mrz

Wir LIEBEN Salat… vor allem im Sommer  😀

So richtig lecker sind Blattsalat, Möhre und co. aber erst, wenn man ihnen noch eine Kleinigkeit mehr angedeihen lässt: das richtige Dressing macht den Unterschied. Damit es nicht langweilig wird, haben wir angefangen zu sammeln: Wer immer nur Essig, Öl, Salz und Pfeffer zu einer Standardsoße zusammenrührt, der verpasst das Beste!

Auf der Seite Dress Up sammeln wir für euch Ideen für Dressings, deren Reste nach dem Essen nicht in den Abfluss gegossen werden – viel zu Schade!