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照焼 – glänzend gebratenes Gemüse

23 Apr

Ein Blick in die allwöchentliche Lieferung an Biomüll-Verpackungsmaterial – auch Supermarktprospekt genannt – verrät spätestens: die Grillsaison hat so gut wie angefangen. Da sieht man dann Würste und Steaks und Koteletts auf den Kohlen liegen – Photoshop sei Dank nicht verkohlt, sondern regelmäßig knusprig braun…

Und was machen die Vegetarier?!

Und was machen die regenscheuen, balkonlosen, verfrorenen?!

Das, was ich auch getan habe, als mich die Lust auf gegrilltes bei miesem Wetter überkam: frei nach dem Motto Gemüse ist mein Fleisch kommt die Farbe nicht durch Feuer, sondern via Würzsauce an das „Grillgut“

 

Teriyaki vegetarisch

Zutaten:

  • ½     Stk   Aubergine
  • ½    Stk   Zucchini
  • 1     Stk   Restgemüse, sehr lecker aber: Knollensellerie, Paprika, Shiitake, Kürbis, Topinambur (vorher gekocht), Zwiebeln
  • 1    EL   Sesamöl geröstet
  • 1    EL   gute Teriyaki-Sauce, besser noch Paste
  • 1    EL    Sojasauce
  • 1   EL    Umeboshi ( alternativ Mirin oder Reisessig mit etwas Zucker und Salz)
  • 1    TL   Curry (am besten selbstgemacht wie  **hier**  beschrieben)
  • Etwas    Salz, Chili nach Geschmack und Curryschärfe
  • Optional     Sesam, frischer Koriander

~*~

Zubereitung:

Das Gemüse in möglichst großflächige, aber dünne Scheiben schneiden. Eine Pfanne mit dem Sesamöl aufsetzen und am besten während dem Warten auf eine angemessene Hitze mit dem Vorbereiten der Würzsauce ablenken: Teriyaki- und Sojasauce mit Umeboshi oder Essigersatz, Chili und Curry verrühren. Je nachdem was für eine Teriyakizubereitung ihr verwendet kann die Mischung relativ zähflüssig sein – wer ein gleichmäßiges, optisch ansprechenderes Ergebnis haben möchte kann dann auch ein bisschen Wasser dazu geben.

Wichtig ist auf jeden Fall – gerade wenn ihr wie ich die Ehre mit einem Elektroherd habt, der älter ist als ihr – dass ihr euch Zeit lasst… Die Pfanne MUSS richtig heiß sein.

Dort landen die Gemüsescheiben einzeln – so verteilt, dass sie gemütlich bräunen können. Wenn eine Seite knusprig ist, Scheibe für Scheibe wenden, dabei eine dünne Schicht der Teriyaki-Mischung darauf verstreichen. Sobald das bei allen Scheiben passiert ist, kann die gleiche Prozedur mit der anderen Seite wiederholt werden, die Hitze sollte jetzt aber deutlich – auf etwa die Hälfte – reduziert werden.

Das war’s schon! Schnell alles aus der Pfanne und heiß auf den Tisch – ein paar letzte Salzkrümel kann das Gemüse je nach Sojasauce noch gebrauchen und es freut sich über ein bisschen Grün in Form von Koriander   😉

~*~

Diesmal noch eine kleine Schlussbemerkung für alle Sprachinteressierte: Teriyaki  照焼 bedeutet so viel wie „glänzen, scheinen“ 照  und natürlich „braten“ 焼

In diesem Sinne sagt Keks: „頂きます“

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hoffentlich letzter Seelenwärmer

12 Apr

Ich wollte zwar aufhören über das Wetter zu motzen – weil es dadurch ja auch nicht besser wird – aber ganz ehrlich: eigentlich möchte ich nach Ostern nicht mehr triefnass und frierend nach Hause kommen… 😦

Meinen Resten im Kühlschrank hat die Fröstelstimmung aber gut getan: ein deftiger, warmer Eintopf aus den noch gehorteten Wintergemüsen kam mir heute gerade recht.

Also: hoffentlich zum Abschluss der trüben Tage noch einmal etwas herbes, heißes, an Omas kuschelige Küche erinnerndes:

Wurzelgemüse-Eintopf

Zutaten:

  • ¼            Stk         kleinerer Knollensellerie
  • 3             Stk         Möhren
  • 1             Stk         Gemüsezwiebel
  • Sonstige Reste von Knollen oder Wurzeln: Kartoffeln, Rettich, Pastinake….
  • 100 – 250 ml       Weißwein
  • 1 – 1½   l               Gemüse- oder Hühnerbrühe
  • 1             Stk         Lorbeerblatt
  • etwas   Kümmel, Muskatnuss, Senfsaat, Pfeffer, Salz
  • Optional: Estragonsenf, oder auch ein guter scharfer Senf und frischer Estragon

Zubereitung:

Das Gemüse „küchenfertig“ machen – d.h. alles schälen, was eine ungenießbare Außenhaut besitzt und Strünke etc. entfernen. Alles einfach in grobe Stücke schneiden, wer es eilig hat mit dem Essen und ein scharfes Messer kann aber auch auf kleinere Würfel umsteigen.

Kümmel, etwas Muskatnuss, Senfsaat und Pfeffer mit etwas Salz im Mörser zermahlen.

Das Gemüse dem Härtegrad nach anschwitzen: Kartoffeln und Möhren müssen als erstes in den Topf, Pastinaken und Knollensellerie können später folgen, die Zwiebel verzeiht vieles und kann auch als letztes dazu.

Wichtig ist, dass trotzdem alles ein wenig Farbe abbekommt. Dann kann auch die Gewürzmischung zum Gemüse gegeben und mit angeschwenkt werden. Wenn der Geruch den Hunger so weit angeregt hat, dass Ungeduld aufkommt: mit Weißwein ablöschen und mit Brühe aufgießen.

Je nachdem, wie breiig oder suppig die gewünschte Konsistenz sein soll oder wie viele Reste sich noch gefunden haben kann die Menge an Flüssigkeit, die ihr braucht, natürlich stark variieren. Lorbeerblatt mit in den Topf geben und alles zusammen köcheln lassen.

Wer mag  – und sich die Mühe gemacht hat ein paar schöne Würfel zu schneiden – kann auch einen Teil des Gemüses aus der Brühe nehmen und später als Einlage verwenden. Ansonsten heißt es jetzt: systematische Folter – erst systematisch weichkochen und dann alles kurz und klein machen (Lorbeerblatt VOR dem Pürieren entfernen!!).

Zum Schluss dann mit Salz und (Estragon-) Senf abschmecken – den Estragonsenf kenne ich aus Belgien, es gibt ihn auch in Deutschland. Hört sich zuerst zu intensiv und speziell an, ist aber definitiv eine Anschaffung wert.

~*~

Dazu optimal: schönes krustiges Bauernbrot 🙂