Tag Archives: Soja

Apothekenspaziergang: japanischer Wald

13 Okt

Ganz ehrlich: meine Einkaufstour in Chinatown hat mich dazu inspiriert Weiterlesen

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Onsen fuer Nudeln und Huhn

3 Okt

Vancouver mag zwar eine Sushi-Stadt sein ( ich bereue es immer noch sehr, dass Geldbeutel und Zeitplan mein vorhaben „alle Sushi stores auf den Broadway ausprobieren“ wahrscheinlich unrealistisch machen – ganz abgesehen davon, dass es ca. 30 sein muessten) … aber es geluestet mich dann doch auch ab und an nach anderen Spezialitaeten.

Dafuer musste ich interessanterweise heute Abend nur am erstbesten kleineren Farmer’s Market in die Gewuerzabteilung laufen: Viola! 100g feinstes Dashi… der Geschmack der Fischbruehe ist fuer mich neben Miso DER Geschmack nach japanischer Nudelsuppe.

Deshalb heute Abend dampfendes Seelenfutter:

Japanische Nudelsuppe mit Huhn

Zutaten:

  • ½ Zucchini
  • 1 Baby Pak Choi
  • ½ Gemuesezwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 grosszuegige Haende voll Sjoasprossen
  • 1 TL rote Currypaste
  • 1 TL Dashi Pulver
  • 1 guter Schuss dunkler Reisessig
  • 1 EL Erdnussoel
  • 1 Stueck Huhn (roh oder auch uebrig vom letzten Sonntagsessen)
  • 1 Portion japanische Eiernudeln
  • Ausreichend Wasser und ein bisschen Salz

 

 

 

 

 

Zubereitung: Weil ich keine Ahnung von Pak Choi habe, wurde der asiatische Kohl einfach mal wie Chinakohl behandelt: Strunk und Blatt getrennt, beides kleingeschnitten, genauso wie der Rest des Gemueses.

Und wer spaet nach Hause kommt, der hat auch Hunger. Also schnell gleich zusammen Zucchini, Zwiebel, Strunk und Knoblauch mit der Currypaste anschwitzen und waehrend dem Anbraten mit Abspuelen und Quatschen ablenken, damit wenigstens ein bisschen Farbe an das Gemuese kommt.

Erst wenn der Curry so den ganzen Geschmack entfaltet hat die Hitze reduzieren, damit das Gruen vom Pak Choi und die Sojasprossen in der Pfanne nicht verbrennen. Gluecklicherweise muessen die nur angeschwenkt werden, dann kann schon mit Essig und Wasser abgeloescht werden. Dashi und ein bisschen Salz dazu, dann koennen die Nudeln und das Huhn in der wuerzigen Bruehe gar ziehen bzw. aufgewaermt werden.

Ich wuerde das Gericht ja so beschreiben: Atsui, karai – OISHII

Frittennest für Grünschnäbel

29 Apr

Nur mal so zur allgemeinen Info: ja, ich bin gefrustet, keinen Ofen zu haben   –.—

ABER ich sehe es auch als kreative Herausforderung – zumindest an guten Tagen 😛

Diese Woche war mal wieder so ein Tag. Mission: Pommes ohne Backofen oder Fritteuse, trotzdem würzig.

Dazu kamen dann auch noch Spinatreste aus dem Kühlrschrank und eine ungemeine Lust auf asiatische Schärfe.

Ergebnis:

 

Pseudo-Pommesfrittes mit Soja-Spinat

Zutaten:

Für die „Pommes“

  • 2             Stk         große festkochende Kartoffeln
  • 1             EL           Sesamöl
  • 1             EL           Teriyakisauce
  • 1             EL           Sojasauce
  • 1             TL           rote Currypaste
  • 1             TL           Paprikapulver
  • ½            TL           Kurkuma
  • Etwas                   Worcestersauce, Salz, Cayennepfeffer

Für den Spinat:

  • 150         g             frischer Spinat
  • 1             Stk         kleine rote Zwiebel
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 1             Schuss  Sojasauce, gegärter Reisessig oder dunkler Balsamico
  • 1             EL           Sesam
  • 2             EL           Sesamöl geröstet
  • Etwas                   Chili, Sal

Zubereitung:

Als aller erstes die Kartoffeln aufsetzen, damit das Wasser zumindest mal kocht bis der Rest fertig vorbereitet ist: Der Spinat möchte geputzt und gewaschen werden. Die Schwäbin spricht: auch grobe Stile braucht ihr nicht wegschmeißen, aber abtrennen und in kleine Stücke schneiden sollte man sie schon, sonst sind sie zu holzig und bitter.

Auch die Zwiebel muss zerkleinert werden. Den Knoblauch kann man hier auch zur Abwechslung mal in hauchdünne Scheiben schneiden, die Chili in feine Ringe.

Für die Pommes die gesamten Gewürze und –Saucen  in einem kleinen Schraubglas zusammen mit dem Sesamöl zu einer zähflüssigen Marinade gut durchschütteln. So langsam dürften die Kartoffeln dann auch am Kochen sein.

Währenddessen eine Pfanne aufstellen und darin zuerst den Sesam rösten, danach Sesamöl erhitzen. Darin dürfen als erstes die Knoblauchscheiben frittieren. Wenn sie hellbraun sind, schnell aus dem Öl fischen und anschließend Zwiebeln, Chili und Spinatstile darin anschwitzen. Wenn die Zwiebeln glasig sind, nach und nach Spinatblätter unterheben, bis alle zusammengefallen sind.

Jetzt mit Sojasauce und Essig ablöschen, beides schön einreduzieren und karamellisieren lassen, bis sich eine klebrig-glänzende Schicht über dem Spinat gebildet hat. Weil die Kartoffeln noch brauchen, in einem kleinen Topf verfrachten.

Die Knollen sollten jetzt gar sein und dürfen in Spalten, Rechtecke, Ringe… geschnitten werden. Dann mit der Marinade übergießen und wieder eine Pfanne richtig heiß werden lassen. Darin die Kartoffeln liebevoll von jeder Seite bräunen und abschließend kräftig salzen.

Der Spinat möchte noch kurz mit Salz abgeschmeckt werden, dann kann er zusammen mit den „Pommes“ (falls so geschnitten), dem gerösteten Sesam und dem frittierten Knoblauch angerichtet werden.

頂きます!

~*~

Keks

照焼 – glänzend gebratenes Gemüse

23 Apr

Ein Blick in die allwöchentliche Lieferung an Biomüll-Verpackungsmaterial – auch Supermarktprospekt genannt – verrät spätestens: die Grillsaison hat so gut wie angefangen. Da sieht man dann Würste und Steaks und Koteletts auf den Kohlen liegen – Photoshop sei Dank nicht verkohlt, sondern regelmäßig knusprig braun…

Und was machen die Vegetarier?!

Und was machen die regenscheuen, balkonlosen, verfrorenen?!

Das, was ich auch getan habe, als mich die Lust auf gegrilltes bei miesem Wetter überkam: frei nach dem Motto Gemüse ist mein Fleisch kommt die Farbe nicht durch Feuer, sondern via Würzsauce an das „Grillgut“

 

Teriyaki vegetarisch

Zutaten:

  • ½     Stk   Aubergine
  • ½    Stk   Zucchini
  • 1     Stk   Restgemüse, sehr lecker aber: Knollensellerie, Paprika, Shiitake, Kürbis, Topinambur (vorher gekocht), Zwiebeln
  • 1    EL   Sesamöl geröstet
  • 1    EL   gute Teriyaki-Sauce, besser noch Paste
  • 1    EL    Sojasauce
  • 1   EL    Umeboshi ( alternativ Mirin oder Reisessig mit etwas Zucker und Salz)
  • 1    TL   Curry (am besten selbstgemacht wie  **hier**  beschrieben)
  • Etwas    Salz, Chili nach Geschmack und Curryschärfe
  • Optional     Sesam, frischer Koriander

~*~

Zubereitung:

Das Gemüse in möglichst großflächige, aber dünne Scheiben schneiden. Eine Pfanne mit dem Sesamöl aufsetzen und am besten während dem Warten auf eine angemessene Hitze mit dem Vorbereiten der Würzsauce ablenken: Teriyaki- und Sojasauce mit Umeboshi oder Essigersatz, Chili und Curry verrühren. Je nachdem was für eine Teriyakizubereitung ihr verwendet kann die Mischung relativ zähflüssig sein – wer ein gleichmäßiges, optisch ansprechenderes Ergebnis haben möchte kann dann auch ein bisschen Wasser dazu geben.

Wichtig ist auf jeden Fall – gerade wenn ihr wie ich die Ehre mit einem Elektroherd habt, der älter ist als ihr – dass ihr euch Zeit lasst… Die Pfanne MUSS richtig heiß sein.

Dort landen die Gemüsescheiben einzeln – so verteilt, dass sie gemütlich bräunen können. Wenn eine Seite knusprig ist, Scheibe für Scheibe wenden, dabei eine dünne Schicht der Teriyaki-Mischung darauf verstreichen. Sobald das bei allen Scheiben passiert ist, kann die gleiche Prozedur mit der anderen Seite wiederholt werden, die Hitze sollte jetzt aber deutlich – auf etwa die Hälfte – reduziert werden.

Das war’s schon! Schnell alles aus der Pfanne und heiß auf den Tisch – ein paar letzte Salzkrümel kann das Gemüse je nach Sojasauce noch gebrauchen und es freut sich über ein bisschen Grün in Form von Koriander   😉

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Diesmal noch eine kleine Schlussbemerkung für alle Sprachinteressierte: Teriyaki  照焼 bedeutet so viel wie „glänzen, scheinen“ 照  und natürlich „braten“ 焼

In diesem Sinne sagt Keks: „頂きます“

weich gedünstete Japaner

18 Apr

In die wie vielte Runde gehen wir jetzt eigentlich mit den Rettich-Rezepten?

Man weiß es nicht… Fakt ist aber auch: so ein weißer Rettich ist groß, schwer und möchte nicht ewig im angeschnittenen Zustand im Kühlschrank liegen. Wahrscheinlich ist das auch der Grund dafür, dass der geneigte Japaner 1001 Arten kennt, ihn zuzubereiten.

Weil ich aber grundsätzlich zu faul bin, ein Rezept nachzuschlagen, zu knauserig um es auszudrucken und es mir zu umständlich ist, ständig zwischen Laptop und Küche hin und her zu tingeln, hier meine ganz eigene Variante der beliebtesten japanischen Zubereitung:

Rettich weich gedünstet in einer würzigen Sojasauce

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Gedünsteter Rettich

Zutaten:

  • 1             Stk         weißer oder schwarzer Rettich
  • 1             Stk         Zwiebel
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 1             EL           gehackter Ingwer
  • 1             EL           Currypaste (vorzugsweise grüne)
  • 1             EL           Sesamöl, geröstetes
  • 2             TL           schwarzer Kümmel
  • 1             TL           Teriyakisauce
  • 25-50     ml           Sojasacue (dunkle)
  • 25           ml           Reisessig
  •                 etwas   Chilli, Salz, Mirin, frischer Koriander

Zubereitung:

Den schwarzen Rettich auf jeden Fall, den weißen bei Bedarf schälen, halbieren oder Vierteln und in dünne Scheiben schneiden. Die Zwiebel in Streifen schneiden, den Knoblauch und den Ingwer hacken.

Eine Pfanne mit dem Sesamöl erhitzen: Darin den Rettich mit der Currypaste anbraten. Wenn sich die Paste gut verteilt hat und der Rettich Farbe genommen hat dürfen auch Zwiebel, Knoblauch und Ingwer in der gleichen Pfanne mit schwitzen. Solange die Zwiebeln weich werden den Kümmel im Mörser zerstoßen und anschließend dazu geben. Einen eleganten Schwenk aus dem Handgelenk wagen und dann die Hitze reduzieren.

Eigentlich war das schon die meiste Arbeit: jetzt dürfen zuerst die Teriyakisauce und danach die Sojasauce nach dem dazugeben karamellisieren, bevor mit Reis- und Mirinessig abgelöscht wird. Bei Bedarf sollte Wasser nachgelegt werden: der Rettich sollte einmal knapp mit Flüssigkeit bedeckt sein.

So darf er dann auf kleiner Flamme köcheln bis die Flüssigkeit fast ganz verdampft ist und die Scheiben schön weich, aber noch nicht zerfallen sind.

Zum Abschmecken erst salzen, dann mit Chilli mangelnde Ingwer-Schärfe ausgleichen.

Den Rettich kann man dann einfach so mit frischem Koriander bestreut als Vorspeise oder Beilage warm oder kalt verwenden, aber auch als Einlage für Ramen – also asiatische Nudelsuppe mit allem drin, was sich noch so im Kühlschrank findet – eignet sich das Gemüse wunderbar.

Reste halten sich prima im Kühlschrank und für den späteren Verzehr dann direkt als eine Art Salat.

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Keks