Tag Archives: Vorspeise

Apothekenspaziergang: japanischer Wald

13 Okt

Ganz ehrlich: meine Einkaufstour in Chinatown hat mich dazu inspiriert Weiterlesen

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Onsen fuer Nudeln und Huhn

3 Okt

Vancouver mag zwar eine Sushi-Stadt sein ( ich bereue es immer noch sehr, dass Geldbeutel und Zeitplan mein vorhaben „alle Sushi stores auf den Broadway ausprobieren“ wahrscheinlich unrealistisch machen – ganz abgesehen davon, dass es ca. 30 sein muessten) … aber es geluestet mich dann doch auch ab und an nach anderen Spezialitaeten.

Dafuer musste ich interessanterweise heute Abend nur am erstbesten kleineren Farmer’s Market in die Gewuerzabteilung laufen: Viola! 100g feinstes Dashi… der Geschmack der Fischbruehe ist fuer mich neben Miso DER Geschmack nach japanischer Nudelsuppe.

Deshalb heute Abend dampfendes Seelenfutter:

Japanische Nudelsuppe mit Huhn

Zutaten:

  • ½ Zucchini
  • 1 Baby Pak Choi
  • ½ Gemuesezwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 grosszuegige Haende voll Sjoasprossen
  • 1 TL rote Currypaste
  • 1 TL Dashi Pulver
  • 1 guter Schuss dunkler Reisessig
  • 1 EL Erdnussoel
  • 1 Stueck Huhn (roh oder auch uebrig vom letzten Sonntagsessen)
  • 1 Portion japanische Eiernudeln
  • Ausreichend Wasser und ein bisschen Salz

 

 

 

 

 

Zubereitung: Weil ich keine Ahnung von Pak Choi habe, wurde der asiatische Kohl einfach mal wie Chinakohl behandelt: Strunk und Blatt getrennt, beides kleingeschnitten, genauso wie der Rest des Gemueses.

Und wer spaet nach Hause kommt, der hat auch Hunger. Also schnell gleich zusammen Zucchini, Zwiebel, Strunk und Knoblauch mit der Currypaste anschwitzen und waehrend dem Anbraten mit Abspuelen und Quatschen ablenken, damit wenigstens ein bisschen Farbe an das Gemuese kommt.

Erst wenn der Curry so den ganzen Geschmack entfaltet hat die Hitze reduzieren, damit das Gruen vom Pak Choi und die Sojasprossen in der Pfanne nicht verbrennen. Gluecklicherweise muessen die nur angeschwenkt werden, dann kann schon mit Essig und Wasser abgeloescht werden. Dashi und ein bisschen Salz dazu, dann koennen die Nudeln und das Huhn in der wuerzigen Bruehe gar ziehen bzw. aufgewaermt werden.

Ich wuerde das Gericht ja so beschreiben: Atsui, karai – OISHII

Essbare Blüten XXL

31 Mai

Wieso finden sich eigentlich auf einmal in jedem Salat irgendwelche bunten Kleckse, die großspurig als essbare Blüten angekündigt werden und dann doch nach nichts schmecken?

Ich mag es ja auch, wenn mein Essen gut aussieht… aber mal ganz ehrlich: manchmal möchte man doch einfach auch etwas Sättigendes auf dem Teller finden für das, was einem angekündigt würde.

Das geht mit Blüten auch! Artischocken sind Blüten und trotzdem ist ganz schön viel dran – zumindest an Geschmack.

Artischocke mit Joghurt-Dip

Zutaten (2 Personen):

  • 1             große Artischocke (oder ein paar kleinere)
  • ½            Zitrone
  • 1 EL        Essig
  • 1-2         Lorbeerblätter
  • 4 EL        Joghurt
  • 1 EL        (selbstgemachte) Mayonnaise
  •  ½ EL      Senf (vorzugsweise Estragonsenf)
  • 2 EL        frische gehackte Kräuter: Petersilie, Kerbel, Kümmel-Grün (alternativ: Dill, auch möglich: Schnittlauch, Estragon, etc.)
  • Etwas   Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Um es gleich vorweg zu nehmen: ich habe mich vor diesem Wochenende auch noch nie an die Zubereitung von Artischocken herangetraut. Dabei hat die nicht einmal 5-Minuten Erklärung von Vogel eines klar gemacht: Es ist ganz einfach.

Einen großen Topf mit Wasser aufsetzen und zum Sieden bringen. Darin dürfen zuerst die Zitrone, Lorbeerblätter und ein paar Pfefferkörner schwimmen, die mit Salz überschüttet werden. Bei der Artischocke muss zuerst der Stiel geschält werden, bevor sie ihr so aromatisiertes Dampfbad steigt – zugegebenermaßen muss man trotzdem nachhelfen 😉

Während die Artischocke im siedenden Wasser gart bleibt reichlich Zeit den Joghurt-Dip aus den restlichen Zutaten anzurühren. Ein Schuss vom Zitronensaft darf hier außerdem auch gerne mit dazu. Die Mayonnaise kann man auch weg lassen, wenn man einen schön voll-fetten Joghurt bekommt, aber auch ein reiner Mayo-Dip mit den Kräutern und dem Senf passt perfekt zur Artischocke.

Die ist übrigens fertig, wenn sich die äußeren Blätter weich anfühlen und sich das Messer leicht wieder aus der Mitte des Stielansatzes herausziehen lässt.

~*~ Keks ~*~

Orientalisch Kicher(nde)erbsen-Suppe oder Hummus (حمص‎)

27 Mai

Was muss man beim Kochen bedenken:

Es läuft nicht immer so wie man es möchte oder so wie es soll. Und wenn mal was schief läuft kann immer noch etwas wunderbares dabei rauskommen. So wie heute, als ich Humus machen wollte. Was braucht man denn für ein gutes (und meiner Meinung nach originales Humus):

Zutaten:

  • 1 Tasse Kichererbsen
  • 1 Stk Knoblauchzehe
  • 1 Stk Lorbeerblatt
  • 1 TL Kreuzkümmel (oder auch Kumin genannt)
  • 1 Handvoll Petersilie und Koriandergrün, gemischt
  • eine weitere Knoblauchzehe
  • Saft einer halben Zitrone
  • Salz
  • 1 TL geröstetes Sesamöl (Alternativ geht auch etwas gerösteter Sesam und Olivenöl)

Zubereitung

Die Kichererbsen jetzt erst mal in einen Topf geben und mit etwas mehr Wasser als bedeckt baden lassen ( am besten über Nacht). Dann zum Kochen aufsetzen und Lorbeerblatt und eine Knoblauchzehe dazugeben. Wichtig ist, das noch KEIN Salz dazugegeben wird, sonst sind die Kichererbsen nach dem Kochen genauso hart wie davor. Jetzt also köcheln lassen (sollte nicht stark blubbern – das ist kein Whirlpool) – wie in Kochkreisen auch sieden genannt – bis die Kichererbsen weich sind. Es kann sein, das nochmal etwas Wasser dazu muss. gegen ende der Kochzeit kann dann auch Salz mit ins Wasser gegeben werden – aber vorsichtig, es wäre schade, wenn nachher das Wasser nicht mitverwendet werden kann, wo hier so viel guter Geschmack und gute Mineralstoffe drin schwimmen.

Jetzt hängt es davon ab, was daraus werden soll. Wenn man Humums (حمص) machen möchte:

Einen Teil vom Wasser in eine extra Schüssel geben, ein bischen was bei den Kichererbsen behalten. Die restlichen Zutaten dazugeben und mit dem Pürierstab zu einer feinen Masse püriereren. Vermutlich wird hier immer wieder ein wenig Flüssigkeit dazu müssen, bis es die richtige Konsistenz hat. Für den Hummus kann die Menge an frischen Kräutern auch gerne verdoppelt werden und Knoblauch natürlich nach beliebiger Menge und nach Art des noch kommenden Abendprogramms dazugegeben werden – wer Platz möchte gerne mehr Knoblauch.

Abschliessend den kalten Hummus in eine Schüssel geben, die Oberfläche mit einem Löffel etwas einkerben und Olivenöl drüber geben, dass es schön verläuft. Etwas Paprikapulver, feingeschnittene Petersilie und wer es noch exklusiver mag einige gröstete Pinienkerne drüberstreuen.

Wenn man aber jetzt zu viel Wasser dabei hat, dann bietet sich an, daraus einfach eine Suppe zu machen. Zutaten bleiben die gleichen, es wird nur an der Konsistenz was verändert und etwas anders abgeschmeckt. Hier würde ich die angegebene Menge an Kräutern dazugeben und mit der Zitrone nicht zu großzügig sein, sondern nur soweit, dass es diese angeneme Säure hat.

Hummus eignet sich sehr toll als Dipp und wird in den arabischen Ländern häufig mit Fladenbrot gegessen, kann aber auch sehr gut zu gegrilltem gereicht werden. Gerade im Sommer sehr erfrsichend und mit den Kichererbsen eine sehr gute Proteinquelle für alle Veganer (wobei ich als Lamm-Fan die Kombi mit gegrilltem Lamm vorziehe)

Wenn also mal was schief läuft (was häufiger passiert) dann so tun als ob alles geplant gewesen wäre und improvisieren.In der Küche gibt es einen Spruch dazu: „Alle Köche sind beschissen, die sich nicht zu helfen wissen“

Damit viel erfolg beim Nachkochen und Improvisieren

*Vogel*

照焼 – glänzend gebratenes Gemüse

23 Apr

Ein Blick in die allwöchentliche Lieferung an Biomüll-Verpackungsmaterial – auch Supermarktprospekt genannt – verrät spätestens: die Grillsaison hat so gut wie angefangen. Da sieht man dann Würste und Steaks und Koteletts auf den Kohlen liegen – Photoshop sei Dank nicht verkohlt, sondern regelmäßig knusprig braun…

Und was machen die Vegetarier?!

Und was machen die regenscheuen, balkonlosen, verfrorenen?!

Das, was ich auch getan habe, als mich die Lust auf gegrilltes bei miesem Wetter überkam: frei nach dem Motto Gemüse ist mein Fleisch kommt die Farbe nicht durch Feuer, sondern via Würzsauce an das „Grillgut“

 

Teriyaki vegetarisch

Zutaten:

  • ½     Stk   Aubergine
  • ½    Stk   Zucchini
  • 1     Stk   Restgemüse, sehr lecker aber: Knollensellerie, Paprika, Shiitake, Kürbis, Topinambur (vorher gekocht), Zwiebeln
  • 1    EL   Sesamöl geröstet
  • 1    EL   gute Teriyaki-Sauce, besser noch Paste
  • 1    EL    Sojasauce
  • 1   EL    Umeboshi ( alternativ Mirin oder Reisessig mit etwas Zucker und Salz)
  • 1    TL   Curry (am besten selbstgemacht wie  **hier**  beschrieben)
  • Etwas    Salz, Chili nach Geschmack und Curryschärfe
  • Optional     Sesam, frischer Koriander

~*~

Zubereitung:

Das Gemüse in möglichst großflächige, aber dünne Scheiben schneiden. Eine Pfanne mit dem Sesamöl aufsetzen und am besten während dem Warten auf eine angemessene Hitze mit dem Vorbereiten der Würzsauce ablenken: Teriyaki- und Sojasauce mit Umeboshi oder Essigersatz, Chili und Curry verrühren. Je nachdem was für eine Teriyakizubereitung ihr verwendet kann die Mischung relativ zähflüssig sein – wer ein gleichmäßiges, optisch ansprechenderes Ergebnis haben möchte kann dann auch ein bisschen Wasser dazu geben.

Wichtig ist auf jeden Fall – gerade wenn ihr wie ich die Ehre mit einem Elektroherd habt, der älter ist als ihr – dass ihr euch Zeit lasst… Die Pfanne MUSS richtig heiß sein.

Dort landen die Gemüsescheiben einzeln – so verteilt, dass sie gemütlich bräunen können. Wenn eine Seite knusprig ist, Scheibe für Scheibe wenden, dabei eine dünne Schicht der Teriyaki-Mischung darauf verstreichen. Sobald das bei allen Scheiben passiert ist, kann die gleiche Prozedur mit der anderen Seite wiederholt werden, die Hitze sollte jetzt aber deutlich – auf etwa die Hälfte – reduziert werden.

Das war’s schon! Schnell alles aus der Pfanne und heiß auf den Tisch – ein paar letzte Salzkrümel kann das Gemüse je nach Sojasauce noch gebrauchen und es freut sich über ein bisschen Grün in Form von Koriander   😉

~*~

Diesmal noch eine kleine Schlussbemerkung für alle Sprachinteressierte: Teriyaki  照焼 bedeutet so viel wie „glänzen, scheinen“ 照  und natürlich „braten“ 焼

In diesem Sinne sagt Keks: „頂きます“

weich gedünstete Japaner

18 Apr

In die wie vielte Runde gehen wir jetzt eigentlich mit den Rettich-Rezepten?

Man weiß es nicht… Fakt ist aber auch: so ein weißer Rettich ist groß, schwer und möchte nicht ewig im angeschnittenen Zustand im Kühlschrank liegen. Wahrscheinlich ist das auch der Grund dafür, dass der geneigte Japaner 1001 Arten kennt, ihn zuzubereiten.

Weil ich aber grundsätzlich zu faul bin, ein Rezept nachzuschlagen, zu knauserig um es auszudrucken und es mir zu umständlich ist, ständig zwischen Laptop und Küche hin und her zu tingeln, hier meine ganz eigene Variante der beliebtesten japanischen Zubereitung:

Rettich weich gedünstet in einer würzigen Sojasauce

~*~

Gedünsteter Rettich

Zutaten:

  • 1             Stk         weißer oder schwarzer Rettich
  • 1             Stk         Zwiebel
  • 1             Zehe     Knoblauch
  • 1             EL           gehackter Ingwer
  • 1             EL           Currypaste (vorzugsweise grüne)
  • 1             EL           Sesamöl, geröstetes
  • 2             TL           schwarzer Kümmel
  • 1             TL           Teriyakisauce
  • 25-50     ml           Sojasacue (dunkle)
  • 25           ml           Reisessig
  •                 etwas   Chilli, Salz, Mirin, frischer Koriander

Zubereitung:

Den schwarzen Rettich auf jeden Fall, den weißen bei Bedarf schälen, halbieren oder Vierteln und in dünne Scheiben schneiden. Die Zwiebel in Streifen schneiden, den Knoblauch und den Ingwer hacken.

Eine Pfanne mit dem Sesamöl erhitzen: Darin den Rettich mit der Currypaste anbraten. Wenn sich die Paste gut verteilt hat und der Rettich Farbe genommen hat dürfen auch Zwiebel, Knoblauch und Ingwer in der gleichen Pfanne mit schwitzen. Solange die Zwiebeln weich werden den Kümmel im Mörser zerstoßen und anschließend dazu geben. Einen eleganten Schwenk aus dem Handgelenk wagen und dann die Hitze reduzieren.

Eigentlich war das schon die meiste Arbeit: jetzt dürfen zuerst die Teriyakisauce und danach die Sojasauce nach dem dazugeben karamellisieren, bevor mit Reis- und Mirinessig abgelöscht wird. Bei Bedarf sollte Wasser nachgelegt werden: der Rettich sollte einmal knapp mit Flüssigkeit bedeckt sein.

So darf er dann auf kleiner Flamme köcheln bis die Flüssigkeit fast ganz verdampft ist und die Scheiben schön weich, aber noch nicht zerfallen sind.

Zum Abschmecken erst salzen, dann mit Chilli mangelnde Ingwer-Schärfe ausgleichen.

Den Rettich kann man dann einfach so mit frischem Koriander bestreut als Vorspeise oder Beilage warm oder kalt verwenden, aber auch als Einlage für Ramen – also asiatische Nudelsuppe mit allem drin, was sich noch so im Kühlschrank findet – eignet sich das Gemüse wunderbar.

Reste halten sich prima im Kühlschrank und für den späteren Verzehr dann direkt als eine Art Salat.

~*~

Keks

Gewürzflash als Starter

10 Apr

Innereien sind ein schwieriges Thema, aber wir trauen uns trotzdem dran: Weil es lecker ist und noch dazu ein Schnäppchen (wenn auch eines, das schwierig aufzutreiben ist). Vogel hat sich an eine Packung Entenleber gewagt, weil sie im Sonderangebot herumlag. Damit hat er dann auch glatt einen Freudentanz bei Keks ausgelöst 🙂

Dieses Rezept eignet sich aber auch prima für Innereien-Skeptiker und ich wage zu behaupten auch für die -Hasser: die kleinen Leberteile nehmen ein Vollbad in der vollen Palette orientalischer Gewürze. Das macht sie zum idealen Auftakt für große Schlemmer-Events – Augen, Nase und Geschmacksknospen gehen gaaaaanz weit auf, für das was da kommt und der Magen freut sich schon im Vorfeld über Anregung (den Kräutschnaps danach darf man sich natürlich trotzdem erlauben, wenn man einen wirklich guten da hat ;)).

Entenleber orientalisch

Zutaten:

Entenleber orientalisch

  • 100 g    Entenleber

für die Gewürzmischung:

  • 1 TL        Bockshornklee
  • 1 TL        Koriander
  • 1 Stk      Kardamonkapsel
  •  1 TL        Kreuzkümmel
  •  1 kleines Stk.     Zimtrinde
  • 1 EL        Butter

Zubereitung:

Bei der Leber immer die Haut entfernen, ansonsten zieht sie sich nicht beleidigt zurück, sondern um die Leber herum zusammen und wird so zum unzerbeißbaren Hindernis bei jedem Versuch, an das zarte Innere zu kommen.

Im Inneren der Leberchen die Adern entfernen, falls ihr auf welche stoßen solltet. Meistens erkennt man sie von Außen als blutigen Fleck. Dort dann vorsichtig die Leber einschneiden und mit der Hand oder der Pinzette das Blutgefäß herausziehen.

Wenn ihr diese „Säuberungsaktion“ hinter euch gebracht habt ist die Hauptsache der Arbeit auch schon erledigt. Jetzt dürft ihr Aggressionsabbau betreiben, falls ihr euch über einen schlechten Metzger ärgern musstet und deshalb besonders lange am Pfrimeln wart:

Alle Gewürze in den Mörser geben und dort zermahlen. Das muss nicht besonders fein sein.

Kurz vor dem Braten die Leber in dieser Mischung wenden. Die Pfanne sollte nicht allzu heiß sein: die Butter darf aufschäumen, sollte aber nicht bitter werden. Die Leber darin scharf von allen Seiten anbraten und dann sofort aus der Pfanne nehmen. Wenn sie innen noch ganz leicht rosa ist, ist sie perfekt. Falls sie noch ein bisschen blutig ist: nachziehen lassen.

~*~

Wer oder was das Bett für die Entenleber bereitet ist variabel: im Sommer macht sich ein Bett aus herben Salaten oder auch Kräutern sehr gut. Weil wir noch einen Seelenwärmer dazu haben wollten gab es hier ein Gemüsebett mit viel frischem Koriander.

Planschen im Currysee

10 Apr

Wenn Vogel sehnsüchtig an seine Thailandreise zurück denkt, dann schmachtet e zwar meistens nach Teigtaschen, aber solange es draußen nach Sonnenuntergang immer noch kalt wird, wärmen wir uns auch gern an seinen kulinarischen Erinnerungen.

Diesmal wird es fancy, wenn ihr mögt: Wir schicken leider nicht uns selber, sondern Garnelen in thailändischen Gewässern baden.

Für die Alltags-Studentenküche kann man die teure Einlage natürlich auch weglassen – ganz das Gleiche wird es nicht, aber trotzdem noch scharf und lecker genug für einen Kurzurlaub am Esstisch.

 Thai-Curry-Garnelensuppe

Zutaten (für 2 Schalen):

  • 8             Stk         Garnelen
  • 1             Stk         kleine Spitzpaprika
  • 2             Stk         Frühlingszwiebeln
  • 50           g             Aubergine
  • 30           g             Pilze (Austernpilze / Shiitake / Kräuterseitlinge)
  • 1             Stk         kleine Karotte
  • 1             Stk         Zehe Knoblauch
  • 1             EL           fein gehackter Ingwer
  •                                Kafirlimettenblatt, Chilis, Currypaste
  • 50           ml           Kokoscreme (setzt sich auf der Kokosmilch ab)
  • 200         ml           Sojamilch
  •                                Reisessig
  •                                Stärkepulver

Zubereitung:

Frühlingszwiebeln, Paprika, Karotte in feine Streifen schneiden, Pilze in gleichmäßige aber größere Streifen schneiden. Aubergine vierteln und in Scheiben schneiden. Den Ingwer und den Knoblauch fein hacken, Kafirlimmetrenblatt entweder im Ganzen mitkochen oder auch sehr fein hacken.

Als Erstes die Auberginenscheiben in die heiße Pfanne geben und anbraten bis sie gebräunt sind, dann etwas Kokoskreme dazugeben und schwenken, damit sie etwas vollgesaugt werden. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

Als nächstes die Pilze scharf anbraten, zu den Auberginen geben.

Dann die Garnelen scharf anbraten, dass sie aussen rot werden und leicht angebraten sind, innnen jedoch noch roh ( ca 15-20 Sekunden pro Seite, die Pfanne muss also seeeehr heiß sein)

Auch wenn sie aus dem salzigen Meerwasser kommen: GARNELEN NICHT SALZEN!!!! Werden sie an ihr ursprüngliches Planschbecken erinnert, sind sie beleidigt und werden zur Strafe trocken und zäh. Lieber in einem extra Schälchen beiseite geben und hoffen, dass sie nicht herausfinden, in welchem Ersatz-Schwimmbecken sie landen werden.

In die Pfanne jetzt die Gemüsestreifen geben und zusammen mit der Kokoscreme und der Currypaste anbraten: es sollte alles herrlich nach Kokos und Curry duften. Mit Wasser oder etwas Brühe (Hühnerbrühe oder Gemüsebrühe ist noch besser) aufgießen und Sojamilch dazugeben.

Zum Schluss noch einmal Abschmecken und auf den gewünschten Schärfegrad aufpeppen. Die Garnelen gesellen sich beim Servieren wieder in die Suppe bzw. darauf.

~*~

Luftig-schaumiges Frühlingsgrün

10 Apr

Es ist Anfang April, das Wetter möchte uns weiß (im wahrsten Sinne des Wortes, wenn Ostereier im Schnee versteckt werden) machen, dass es mit dem Frühling noch dauern kann.

Wir haben aber keine Lust mehr zu warten und unser Stamm-Marktstand hat unsere Ungeduld bestätigt: frische Radischen zählen zu den ersten Frühlingsboten. Und weil Keks gebürtige Schwäbin ist, wird natürlich nichts weggeschmissen!

Auch das zarte Grün der ersten Radischen eignet sich wunderbar zum Kochen – es schmeckt ein bisschen wie milder Sauerampfer, aber eher mild, frisch und luftig. Dieser Geschmack lässt sich wunderbar in einem Schaumsüppchen erhalten:

Radieschenschaumsuppe

Zutaten (für 2 Schalen):

  • ½            Stk.        Pastinake
  • 30           g             Lauch, weißer Teil
  • ½            Stk         Kartoffel
  • 70           ml           Weißwein
  • 300         ml           Hühnerbrühe oder Gemüsebrühe
  • 200         ml           Sojamilch oder Sahne
  • 1             Bd          frisches Radieschengrün
  • 1             EL           Olivenöl oder Butter
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Pastinake und Kartoffel schälen, in kleine Würfel schneiden. Lauch waschen und in dünne Streifen schneiden.

Fett in den Topf geben,  Pastinake, Lauch und Kartoffel hineingeben und anschwitzen.

Mit Weißwein ablöschen und kurz darauf mit Brühe aufgießen. Köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist und Sojamilch oder Sahne dazugeben.

Das Radieschengrün etwas zerkleinern und etwa 5 Minuten köcheln lassen. Mit Salz (und wenn notwendig etwas Pfeffer) abschmecken und pürieren bis die Suppe cremig ist, keine Stückchen mehr enthält und eine schöne grüne Farbe hat.

Durch ein Sieb passieren, noch einmal abschmecken, eventuell fehlt noch ein wenig Säure, die man mit etwas Zitronensaft zufügen kann. Kurz vor dem Servieren die Suppe mit einem Pürierstab noch einmal aufmixen und vorsichtig, indem man den Pürierstab an die Oberfläche zieht  Luft in die Flüssigkeit mixen (ohne zu viel Sauerei veranstalten zu müssen)

Schnell in vorgewärmte Schälchen füllen und mit ganz jungen, fein geschnittenen Radieschenblättern garnieren.

Mediterraner Alleskönner aus dem Innersten

9 Apr

Hier noch eine Variation aus Vogels Entenleber-Fund:

Das Rezept eignet sich nicht nur, um eine leckere Vorspeise zuzubereiten, sondern auch als Basis für eine Würzpaste, Pastete oder einen intensiven Brotaufstrich.

Entenleber mediterran

Zutaten:

Entenleber mediterran

  • 100 g    Entenleber
  • 1 mittelgroße Zehe Knoblauch
  • 2 Stk      getrocknete Tomaten
  • 6 Stk      Oliven, schwarz
  • ½ Stk     kleine rote Zwiebel,
  • Rosmarin
  • Olivenöl

Zubereitung:

Bei der Leber immer die Haut entfernen, ansonsten zieht sie sich nicht beleidigt zurück, sondern um die Leber herum zusammen und wird so zum unzerbeißbaren Hindernis bei jedem Versuch, an das zarte Innere zu kommen.

Im Inneren der Leberchen die Adern entfernen, falls ihr auf welche stoßen solltet. Meistens erkennt man sie von Außen als blutigen Fleck. Dort dann vorsichtig die Leber einschneiden und mit der Hand oder der Pinzette das Blutgefäß herausziehen.

Alle anderen Zutaten fein hacken und dabei vermischen.

Leber kurz vor dem anbraten in die Würzmischung marinieren und in Olivenöl anbraten. Nach kurzer (!) Zeit wenden. Anschließend mit Balsamico und etwas trockenem Rotwein ablöschen. Sofort danach kann diPfanne auch schon komplett von der Hitze genommen werden, sonst wird der karamellig-klebirge Überzug aus Wein und Essig schwarz und bitter.

Jetzt entweder die ganzen Stücke mit Salat oder Gemüse servieren oder so essen – ein letztes bisschen grobes Meersalz kann je nach verwendeten Oliven noch der letzte Schliff sein. Oder aber ihr verarbeitet alles gleich weiter (sollten Reste auf dem Teller liegen bleiben… also nur für den unwahrscheinlichen Fall: mit diesen kann ebenso verfahren werden):

Mit einer Gabel die Leber zerdrücken, sodass eine grobe Paste entsteht. Diese in ein Glasschälchen umfüllen und gut abdecken oder in einem Schraubglas weiter aufbewahren – in jedem Fall aber in den Kühlschrank damit!